Alle im Lockdown Vermasselt Corona den Einbrechern auch in Bonn das Geschäft?

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Einbrecher schlagen in der dunklen Jahreszeit besonders häufig zu. Das Symbolfoto zeigt eine gestellte Szene, in der ein „Einbrecher“ eine Tür aufhebelt. 

Bonn/Rhein-Sieg – In der dunklen Jahreszeit haben die Einbrecher Hochkonjunktur – eigentlich... Denn in diesem Herbst/Winter könnte Corona ihnen das Geschäft tüchtig vermasseln. 

Im Rhein-Sieg-Kreis haben die Covid-19-Maßnahmen bereits jetzt für einen Rückgang der Einbrüche gesorgt. So verzeichnete die Polizei vom 1. Januar bis 31. Oktober 326 Fälle – 54 weniger als im Vergleichszeitraum 2019. Und im November sind die Zahlen noch mal runter gegangen. 

Kein Glühwein nach Feierabend: Menschen in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis früher zu Hause

„Es bleibt abzuwarten, wie sich die Einbruchszahlen im Dezember entwickeln – wenn kein öffentliches Leben stattfindet“, sagt Polizeisprecher Stefan Birk. Denn es gibt keine Weihnachtsmärkte, keine Firmenfeiern, kein gemütliches Treffen mit den Kollegen nach Feierabend am Glühweinstand. Stattdessen werden viele nach der Arbeit direkt nach Hause fahren.  

Birk: „Sie kommen dann in der tatrelevanten Zeit nach Hause.“ Heißt, in der Dämmerung – die Zeit also, die die Täter eigentlich für ihre Einbrüche bevorzugen. Dazu kommt, dass viele Arbeitnehmer wegen Corona im Homeoffice arbeiten und die Wohnung gar nicht oder nur kurz verlassen. 

„Die Quantität der potenziellen Einbruchsziele wird geringer“, mutmaßt Polizeisprecher Birk. 

Kein Glühwein nach Feierabend: Schon beim ersten Lockdown krasser Effekt in Bonn

Die Bonner Polizei hatte bereits beim ersten Lockdown einen Rückgang der Einbruchszahlen vermerkt. So sanken sie vom 23. März bis 6. Mai um rund 40 Prozent.

„Die Menschen haben sich mehr als sonst zu Hause aufgehalten und damit das Entdeckungsrisiko für potenzielle Einbrecher natürlich deutlich erhöhte“ erklärte damals Polizeipräsident Frank Hoever. Inzwischen steigen die Zahlen im Zuständigkeitsbereich der Bonner Polizei allerdings wieder. 

Wer sich über das Einbruchsrisiko in seiner Nachbarschaft informieren will: Die NRW-Polizei bietet jetzt auch einen „Einbruchsradar“ per App an. Sie liefert Infos zu früheren Taten sowie auf dieser Basis Prognosen zu Einbruchswahrscheinlichkeiten. Auch gibt sie Präventionshinweise. 

Kein Glühwein nach Feierabend: Neue App auch für Zuständigkeitsbereich der Bonner Polizei

„Nur wer sich einer Gefahr bewusst ist, kann sich davor schützen“, erklärte NRW-Innenminister Herbert Reul bei der Vorstellung der App. 

Das Angebot ist eine neue Funktion der bereits bestehenden „MehrWetter-App“. Außerdem werden bestimmte Funktionen in die App „Katwarn“ eingebunden. Beide Apps gibt es kostenlos im App Store und im Google Play Store. Ab dem 30. November werden erstmalig Prognosen veröffentlicht.

Noch sind die Funktionen allerdings örtlich auf den Zuständigkeitsbereich der 16 Kriminalhauptstellen der NRW-Polizei begrenzt. Dazu zählt auch das Polizeipräsidium Bonn.  

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