Corona-Einschränkungen am 1. Mai Demos, Maibäume: Was ist in Bonn eigentlich erlaubt?

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Der Maibaum gehört für viele zum 1. Mai dazu. Diesmal sind dabei einige Einschränkungen zu beachten.

Bonn – In den Mai tanzen und mit Freunden grillen – das ist bei anhaltender Kontaktsperre ganz klar verboten.

Aber wie sieht es mit Demonstrationen aus und ist auch das private Maibaumstellen für die Liebsten tabu? Was sind die Regeln für den 1. Mai in der Corona-Krise in Bonn?

Maibäume in Corona-Zeiten: Viele Forstämter lassen Verkauf ausfallen

2020 ist Schaltjahr. Das bedeutet: Eigentlich wären nun die Damen dran, ihren Auserwählten einen schmucken Maibaum vor die Tür zu stellen. Nach Angaben der Stadt Bonn ist das Aufstellen von großen Maibäumen auf öffentlichen Plätzen nicht möglich. „Das wäre ja ein Fest. Das ist aktuell nicht erlaubt", sagte eine Mitarbeiterin der Stadt gegenüber EXPRESS. Privat einen Baum zu stellen – das ginge, solange die Corona-Regeln eingehalten werden: Also dürfen maximal zwei Personen an der Aktion beteiligt sein, die 1,5 Meter Abstand zueinander halten.

Aber woher soll man den Baum nehmen? „Maibäume bleiben dieses Jahr im Wald", stellt zum Beispiel das Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft klar. Die üblichen Verkaufsstellen bleiben dieses Jahr zu. Weder beim Verkauf noch beim Aufstellen selber könne man die Abstandsregeln einhalten, hieß es vom Regionalforstamt. Die Birken auf eigene Faust ohne Zustimmung des Waldbesitzers zu schlagen, ist streng verboten.

Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft mit Alternativvorschlag für Maibäume

Also kein bunt geschmückter Maibaum mit Herz für die Liebsten? Das Regionalforstamt hat da einen Vorschlag: „Für die, die nun partout nicht auf einen Maibaum verzichten möchten, ist es für dieses Jahr vielleicht Zeit für eine gewagte Abwechslung. Entführen Sie Ihren Liebsten auf einen gemeinsamen, zweisamen Spaziergang in den Wald und überraschen Sie ihn mit dem „eigenen“, natürlich noch stehenden, Maibaum direkt im Wald."

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Auch der Bornheimer Bürgermeister Wolfgang Henseler bittet darum, in diesem Jahr auf das Aufstellen von Maibäumen gänzlich zu verzichten: „In der Regel sind beim Maibaumaufstellen mehr als zwei Personen unterwegs. Und das ist im Moment leider verboten.“

Polizei und Ordnungsamt würden in der Nacht zum 1. Mai auf Einhaltung der Coronaschutzverordnung achten – das Gleiche gilt für die Stadt Bonn. Und auch die Forstbetriebsgemeinschaft Bornheim wird keine Maibäume verkaufen.

Demonstrationen am ersten Mai grundsätzlich möglich

Normalerweise wird am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, auch demonstriert. Die Polizei Bonn, die zuständige Versammlungsbehörde, berichtet von einer angemeldeten Demonstration. „Grundsätzlich sind Demos möglich, aber in Corona-Zeiten muss die Stadt dafür eine Ausnahmeregelung erteilen", sagte ein Sprecher der Polizei. Die Genehmigung stehe noch aus.

„Bisher gab es noch kein Nein-Signal", sagte Jürgen Repschläger von der Linksfraktion, der diese Demo angemeldet hat. Er habe vorab mit der Polizei schon über die Machbarkeit gesprochen. „Es schien nicht sinnlos", sagte Repschläger. Am Mittwochmorgen habe er ein Demo-Konzept für Hygieneregeln bei der Stadt eingereicht. Nun wartet er auf die Rückmeldung.

Eine angemeldete Demonstration für 1. Mai in Bonn

Auf der Demo soll es laut Repschläger um „klassische Gewerkschaftsthemen", zum Beispiel das staatliche Gesundheitssystem, gehen. Auch Fridays for Future wolle sich beteiligen. Der Veranstalter hat nach eigenen Angaben 50 bis 100 Teilnehmer angemeldet. Es sei schwer abzuschätzen, wie viele sich in der aktuellen Lage beteiligten.

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„Wir werden auf jeden Fall alles uns Mögliche dafür tun, um niemanden zu gefährden. Wir empfehlen Mund- und Nasenschutz, die Abstandsregelung soll selbstverständlich eingehalten werden“, betonte Repschläger. Zwei Meter lange Transparente und Bänder sollen den notwendigen Abstand zwischen den Demonstrierenden markieren. Die Stadt Bonn erklärte in einer Pressekonferenz am Mittwochmittag, dass eine Entscheidung über die Genehmigung der Demo wohl erst nächste Woche erfolgen wird.

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