Bonner Rheinufer Mann will Polizist Waffe entreißen und wird fixiert – Zeuge erhebt heftige Vorwürfe

Das Brassertufer in Bonn mit Blick auf Posttower und Langen Eugen.

Am Brassertufer in Bonn ist es am Mittwoch (25. Mai 2022) zu einem Polizeieinsatz gekommen, bei dem ein 27-Jähriger fixiert wurde. Das Symbolfoto zeigt das Brassertufer mit Blick auf den Posttower und den Langen Eugen im Juni 2020.

Ein Polizeieinsatz am Brassertufer hat Folgen. Einsatzkräfte haben einen aggressiven Mann fixiert. Jetzt erhebt ein Zeuge schwere Vorwürfe.

Heftiger Vorfall am Brassertufer: Einsatzkräfte der Bonner Polizei haben einen alkoholisierten, aggressiven Mann (27) auf dem Boden fixiert, der massiv Widerstand geleistet und versucht haben soll, einem Beamten die Schusswaffe aus dem Holster zu reißen.

Jetzt werden die eingesetzten Kräfte von einem Zeugen beschuldigt, unangemessene Gewalt angewandt zu haben. Wie die Polizei am Freitag (27. Mai 2022) mitteilte, seien Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt eingeleitet worden. Aus Neutralitätsgründen führt die Polizei Köln die Ermittlungen.

27-Jähriger soll am Brassertufer in Bonn Passanten beleidigt haben

Am Mittwochabend (25. Mai)  gegen 23 Uhr wurde der Bonner Polizei eine körperliche Auseinandersetzung mit rund 20 Beteiligten im Bereich eines Schiffsanlegers am Brassertufer gemeldet. Es stellte sich heraus, dass es nach Verlassen eines Schiffes lediglich zu einem Streit mit mehreren Beteiligten gekommen war. Den Einsatzkräften fiel allerdings der 27-Jähriger auf.

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Der Mann schrie laut Polizei lautstark herum, beleidigte Passanten und geriet dabei mit seiner Begleiterin (25) in Streit, die ihn zu beruhigen versuchte.

Polizei Bonn: Aggressiver Mann näherte sich Beamten bedrohlich

„Mehrere Versuche der Beamten, den aggressiven und distanzlosen 27-Jährigen zu beruhigen, schlugen fehl“, erklärt ein Sprecher der Bonner Polizei. Der alkoholisierte Mann habe sich dann einem Polizisten bedrohlich genähert. Gegen die darauffolgende Fixierung habe der Mann sich massiv gewehrt und nach der Waffe eines Beamten gegriffen.

Zeitgleich soll die 25-jährige Frau versuchte haben, einen Beamten von ihrem Begleiter wegzureißen. Daraufhin wurde sie ebenfalls zu Boden gebracht. „Der 27-Jährige trat am Boden liegend nach den Polizisten und sprach Beleidigungen aus. Er wurde zur Verhinderung weiterer Straftaten sowie zur Ausnüchterung in Gewahrsam genommen und ins Polizeipräsidium gebracht. Auch dort randalierte er weiter“, so der Polizeisprecher.

Nach Vorfall am Brassertufer: Heftige Vorwürfe gegen Bonner Einsatzkräfte

Ein Atemalkoholvortest ergab bei dem Mann einen Wert von rund 1,5 Promille. Der Polizeisprecher: „Nachdem er erkennungsdienstlich behandelt worden war, erhob er Vorwürfe gegen die Beamten des Polizeigewahrsams, die angeblich seinen Finger in der Zellentür eingeklemmt hätten.“

Ein Zeuge, der das Geschehen am Brassertufer beobachtet hatte, meldete sich in der Folge bei der Einsatzleitstelle und machte Angaben zu einer aus seiner Sicht unangemessenen Gewaltanwendung seitens der eingesetzten Beamten. Im Hinblick hierauf sowie der Verletzung des 27-Jährigen im Polizeigewahrsam wurden gegen Einsatzkräfte entsprechende Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Gegen die 25-Jährige und den 27-Jährigen, der am Donnerstagvormittag wieder entlassen wurde, ermittelt die Bonner Polizei wegen Beleidigung, tätlichen Angriffes sowie Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte. Die Ermittler bitten Zeugen, die das Geschehen am Brassertufer beobachtet haben, sich unter 0228 15-0 oder per E-Mail an KK23.Bonn@polizei.nrw.de zu melden. (iri)

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