Böllern oder nicht? Bonn hat Entscheidung über Silvester-Feuerwerk getroffen

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In Bonn darf zum Jahreswechsel geböllert werden.

Bonn – Böllern oder nicht? Nicht nur in Bonn ein heiß diskutiertes Thema.

Siegburgs Bürgermeister Franz Huhn sorgte mit seinem Vorstoß für ein generelles Böller-Verbot für Schlagzeilen (hier lesen Sie mehr dazu).

Kein Böller-Verbot in Bonn an Silvester

Dem Siegburger Stadtoberhaupt geht es um Klimaschutz und Energiewende, er spricht von der „Pflicht, die Schöpfung zu bewahren“. Huhn schießt in dem Zusammenhang auch gegen Bonn und das Feuerwerk zu „Rhein in Flammen“.

Wie reagiert Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan (CDU) in Sachen Silvester-Böllerei? Die Stadt stellt klar: „Die Stadt Bonn sieht derzeit keine rechtlichen Möglichkeiten, das Abfeuern von Raketen und Böllern an Silvester einzuschränken oder gar zu verbieten.“

Bonner OB fordert Böllern mit Augenmaß

Doch Sridharan appelliert an die Bonner, private Feuerwerke „mit Augenmaß“ zu verwenden. „Ausgelassenes Feiern hängt nicht an der Zahl der Böller und Raketen, die abgeschossen werden.“

Sridharan hatte sich kürzlich mit Veranstaltern von Großfeuerwerken, Umweltfachleuten und Firmenvertretern getroffen. „Wir wollen niemandem den Spaß an Feuerwerken nehmen und dennoch die Umwelt im Auge behalten“, so Sridharan. Es gäbe zum Beispiel die Möglichkeit, die Auswirkungen auf die Umwelt zu kompensieren, wie es bereits bei Pützchens Markt geschehen sei. Hintergrund: Der Freundeskreis Pützchens Markt hatte Geld gespendet, von dem im Bonner Stadtwald Laubbäume gepflanzt werden.

Böller-Verbot in Bonn rechtlich nicht möglich

Aktuell könnte nur der Bund ein Böller-Verbot erlassen. Schon jetzt aber gibt es ein generelles Verbot vom Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern. Die Stadt erklärt: „In Bonn gibt es bisher keine Anhaltspunkte, dass diese gesetzlich geschützten Örtlichkeiten um weitere ergänzt werden müssten.“

Hohe Feinstaub-Konzentration, wenn Bonner böllern

Fast jeder hat es schon erlebt: Wird in der Bonner City so richtig los geböllert, ist die Luft anschließend „zum Schneiden“. Die Konzentration an Feinstaub ist dann auf dem höchsten Niveau des Jahres. Doch weil das nur ein „punktueller“ Wert ist, der Feinstaub des Feuerwerks am nächsten Tag wieder verflogen ist, greifen keine immissionsschutzrechtlichen Einschränkungen.

Das Gleiche gilt beim Tierschutz. Weil die Tiere nur kurzzeitig dem Krach ausgesetzt sind, gibt es keine rechtliche Handhabe. (ms)

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