Bonn Anklage wegen Betrug – Beschuldigter sitzt aber schon wegen Mordversuch in U-Haft

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Der Angeklagte soll 9000 Euro Corona-Soforthilfe zu Unrecht beantragt haben. Die Masche fiel in der Bank auf. Das Foto zeigt die Homepage des NRW-Wirtschaftsministeriums zur Corona-Soforthilfe im April 2020.

Bonn/Bornheim – Doppeltes Pech hatte im Mai dieses Jahres ein 25-Jähriger aus Bornheim, der sich, schon seit einigen Jahren justizbekannt, eher auf der illegalen Seite aufhält. Wie am Donnerstag Amtsgerichtdirektorin Birgit Niepmann auf Anfrage bestätigte, soll der junge Mann in der Corona-Pandemie das staatliche Angebot einer Soforthilfe für Kleinunternehmer und Selbstständige ausgenutzt und einen Antrag auf Gewährung gestellt haben. Keine fünf Tage später, am 30. April 2020, waren die 9000 Euro bereits auf seinem Konto.

Anklage wegen Betrug: Masche fiel in der Bank auf

Doch der Mann hatte Pech: Einem Bankmitarbeiter fiel auf, dass der ihm bekannte Kunde keine typischen Einnahmen als Selbständiger hatte, sondern eher regelmäßig Löhne und Gehälter sowie Kindergeld überwiesen bekam. Das Kreditinstitut machte Mitteilung über den Betrugsverdacht und so landete der Fall bei der Staatsanwaltschaft Bonn.

Demnächst muss sich der 25-Jährige wegen Subventionsbetrugs vor einem Bonner Strafrichter verantworten. Laut Anklage soll der Mann 2016 zwar ein Gewerbe angemeldet haben, aber nach eingehender Recherche soll es nicht existieren und scheint schlichtweg erfunden. Von dem ergaunerten Geldsegen über 9000 Euro hatte der Angeklagte auch nichts, das Vermögen wurde durch den Beschluss eines Ermittlungsrichters sofort beschlagnahmt.

Anklage wegen Betrug: 25-Jähriger sitzt bereits im Knast

Die Betrugsanklage jedoch wird den 25-Jährigen derzeit wohl nicht besonders belasten. Denn mittlerweile sitzt der Angeklagte wegen eines viel gravierenderen Deliktes in Köln in Untersuchungshaft.

Drei Wochen später, am 22. Mai 2010, soll der junge Bornheimer mit zwei weiteren Mittätern auf fast tödliche Mission gegangen sein. Nachts um 4.30 Uhr soll das Trio im Tannenbusch auf einem Supermarkt-Parkplatz an der Oppelner Straße aus dem fahrenden Auto auf einen schwarzen Mercedes geschossen haben. Der 24-jährige Fahrer blieb zwar unverletzt, aber die Ermittler stellten vier Einschüsse auf der Fahrerseite fest. Im Kofferraum, im Außenspiegel, in der Heckscheibe sowie im Bereich der hinteren Tür waren Kugeln eingeschlagen. Bei der Tat, so vermuten die Ermittler, soll es sich um einen Streit im Drogenmilieu gehandelt haben.

Anklage wegen Betrug und versuchten Mordes

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Nach dem Vorfall wurde gegen den 25-Jährigen wie auch seine – ebenfalls polizeibekannten –  Komplizen (29, 32) Haftbefehl erlassen. Wegen des heimtückischen Anschlags ermittelt die Staatsanwaltschaft Bonn gegen das Trio wegen des Verdachts des versuchten Mordes, wie Oberstaatsanwalt Robin Faßbender am Donnerstag auf Anfrage bestätigte. Wenn es zur kapitalen Anklage kommen sollte, wird sich der 25-Jährige dann keinesfalls mehr als mutmaßlicher Corona-Betrüger vor einem Strafrichter, sondern gleich vor dem Schwurgericht verantworten müssen. Da gibt es dann ganz andere Sanktionen. (ucs)

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