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Geisterspiele sind keine Option Bonner Sportvereine kämpfen gegen Corona-Krise

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Vor einem Jahr schaffte der Bonner SC am letzten Spieltag der Regionalliga-Saison den Klassenerhalt. In diesem Jahr findet die Saison durch Corona ein frühzeitiges Ende.

Bonn – Für das lange Wochenende rund um den 1. Mai hätte für die Sportstadt Bonn einiges auf dem Spiel gestanden.

Spannende Duelle mit richtungsweisender Bedeutung standen bei den Baskets, dem Bonner SC und den Capitals eigentlich auf dem Programm. Doch schon vor Wochen hat das Coronavirus die Sportwelt zum Stillstand gebracht.

EXPRESS liefert einen Überblick darüber, was das Wochenende an sportlichen Highlights gebracht hätte und wie die sportlichen Aushängeschilder der Stadt mit der Corona-Krise umgehen.

Seuchensaison in der BBL endet für Baskets Bonn vorzeitig

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In der Basketball-Bundesliga hätte es ein Duell um alles oder nichts sein können: Am 34. und damit letzten Spieltag wäre es für die Telekom Baskets zum Kellerduell bei Schlusslicht Hamburg Towers gegangen – womöglich das Finale im Kampf gegen den Abstieg.

Doch schon seit dem 22. Spieltag ruht der Spielbetrieb in der BBL, einen Absteiger wird es dieses Jahr nicht geben.

Zehn Klubs wollen in einem verkürzten Turnier einen Meister ausspielen, für die Baskets als 15. ist eine Seuchensaison, im wahrsten Sinne des Wortes, inzwischen beendet. „Bundesligaspieler, deren Verträge im März nicht aufgelöst wurden, sind weiter vor Ort, aber es finden keinerlei sportliche Aktivitäten statt“, sagte Präsident Wolfgang Wiedlich auf EXPRESS-Anfrage.

Baskets Bonn können wegen unsicherer Lage noch nicht für BBL-Saison 20/21 planen

„Eine Personalplanung für die Saison 20/21 ist aktuell wegen der großen Ungewissheit hinsichtlich des Großveranstaltungsverbots nicht möglich“, führte Wiedlich weiter aus. Wie allen anderen Klubs fehlen auch den Baskets besonders die Einnahmen aus den insgesamt sechs Heimspielen, die es eigentlich noch im Telekom Dome gegeben hätte.

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Sechs Heimspiele hätten die Bonn Baskets eigentlich noch bestreiten sollen. Die fehlenden Einnahmen reißen ein Loch in die Kasse.

Wiedlich: „Wir steuern natürlich dagegen mit Kostenreduktionen, soweit das möglich ist bei einer eigenen Immobilie wie dem Telekom Dome.“ Von Sponsoren und Dauerkarteninhabern gebe es kaum Rückforderungen, auch das sorgt für dringend benötigte Entlastung.

Bonner SC: Abstiegskampf in der Regionalliga West durch Saisonabbruch beendet

Auch dem Bonner SC hätte in der Regionalliga West ein brisantes Wochenende bevorgestanden. Die abstiegsbedrohte Truppe von Trainer Thorsten Nehrbauer hätte am 36. und damit drittletzten Spieltag Tabellenführer SV Rödinghausen zum Duell im Sportpark Nord gebeten. Doch auch für den BSC gilt: Das vorzeitige Ende der Saison bringt zwar viele Sorgen, nimmt dem Klub aber immerhin die Abstiegsangst.

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Auch beim BSC ist klar: Ohne Fans geht es nicht, Geisterspiele sind keine Option.

In der Regionalliga hat die überwiegende Mehrheit der Teams für einen Saisonabbruch gestimmt, Geisterspiele sind aus finanziellen Gründen keine Option. „Für den BSC ist das die einzig gangbare Lösung“, sagte Pressesprecher Michael Pieck EXPRESS.

Bonner SC erhält viel Unterstützung und ist für Zeit nach Corona-Krise gerüstet

Den Rheinlöwen entgehen zudem die Einnahmen aus fünf verbleibenden Heimspielen. „Die ausgebliebenen Einnahmen treffen natürlich den BSC, was Eintrittsgelder, Catering und Merchandising angeht. Der BSC hat für die Regionalliga-Mannschaft, aber auch für alle anderen Bereiche Kosten reduzieren müssen und Einsparungen vorgenommen“, teilte Pieck mit.

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Unterstützung gebe es allerdings von Mitgliedern, Fans, Unterstützern und Sponsoren. Der Verein könne die Situation nur so meistern, ist laut Pieck aber zuversichtlich, „dass wir bei der Wiederaufnahme des Spielbetriebs sportlich und finanziell gerüstet sind.“

Baseballer der Bonn Capitals noch vor Beginn der Saison durch Corona ausgebremst

Während Baskets und BSC bereits weite Teile der Saison hinter sich gebracht hatten, war bei den Baseballern der Bonn Capitals die Saison unterbrochen, noch bevor sie überhaupt angefangen hatte. Kurz vor dem Saisonstart Anfang April folgte die Pause, deren Ende noch nicht abzusehen ist. „Der Deutsche Baseball und Softball Verband hat verschiedene Szenarien durchgespielt, so dass es derzeit noch Optionen gibt“, teilte Pressesprecherin Angela Beckmann mit.

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Die Bonn Capitals sorgen regelmäßig für Spektakel in der Rheinaue, werden derzeit aber durch das Coronavirus ausgebremst.

Auch finanziell wirkt sich der Corona-Stillstand aus: „Natürlich reißt das ein großes Loch in unser Budget. Mildernd wirkt aber, dass wir ja auch keine Ausgaben für einen Spielbetrieb haben“, erklärte Beckmann. Geisterspiele seien auch im Baseball keine Option, denn die anfallenden Kosten lassen sich so nicht decken.

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Mit ihren Fans wollen die Capitals am Wochenende die Meisterschaft feiern.

„Die meisten Baseballvereine, auch die Bonn Capitals, sind vor allem von Zuschauereinnahmen - Eintritt und Catering – abhängig“, stellte Beckmann klar. Da an Spiele vor Zuschauern derzeit nicht zu denken ist, dürfte die Lage in den kommenden Wochen und Monaten erst einmal ungewiss bleiben. Für Entlastung sorgen immerhin die Sponsoren, die dem Klub derzeit die Treue halten – auch wenn im Jahr 2020 noch kein Spiel stattgefunden hat.

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