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Ritters Erdbeerfelder in Alfter Ansturm von illegalen Pflückern, Polizei greift ein

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Bis zu 60 Menschen „bedienten“ sich am Pfingstmontag an Ritters Erdbeeren. Das Symbolfoto zeigt Pflücker, die die süßen Früchte 2006 auf einem Erdbeerfeld im Kreis Stormarn legal selbst ernteten. 

Alfter/Bornheim – Während der Spargel geschossen und nicht mehr verwertbar ist, sieht es mit Ritters Erdbeeren anders aus. Auf den Feldern des insolventen Landschaftsbetriebes Spargel Ritter sind die Früchte reif – und viele „bedienten“ sich einfach. 

Pfingstmontag tummelten sich auf Ritters Erdbeerfeldern in Alfter zahlreiche Personen, darunter ganze Familie, die illegal Erdbeeren pflückten. Ganz nach dem Motto, dass sie sonst ja vergammeln würden. An den Feldern parkten mehrere Autos.

Ritters Erdbeerfelder in Alfter: Pfingstmontag tummelten sich bis zu 60 illegale Pflücker 

Gegen 14.30 Uhr wurde die Polizei alarmiert. Als die Beamten kurz darauf an den Feldern eintrafen, waren dort bis zu 60 Pflücker. Einige ergriffen beim Anblick der Streifenwagen die Flucht – offenbar waren sie sich schon bewusst, dass das, was sie machten, nicht legal war.

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Von den anderen wurden die Personalien festgestellt. „Wir haben gegen sie entsprechende Ermittlungsverfahren eingeleitet“, erklärt Polizeisprecher Michael Beyer. Gegen die Pflücker wird jetzt wegen des Verdachts des Diebstahls ermittelt. Die gepflückten Erdbeeren wurden laut Beyer sichergestellt. 

Hier lesen Sie mehr: Spargel Ritter in Bornheim – Staatsanwalt ermittelt wegen Schmu mit Oldtimern

Im Anschluss setzte sich die Polizei mit dem Eigner der Felder in Verbindung. Dabei sei es um die Sicherung der Felder gegangen, so der Sprecher. 

Ritters Erdbeerfelder in Alfter und Bornheim: Elend der verdorrenden Erdbeeren dokumentiert

EXPRESS hatte bereits mehrmals über die Zustände beim insolventen Landschaftsbetrieb Spargel Ritter berichtet (hier lesen Sie mehr). Nicht nur die Spargel-, sondern auch die Erdbeerfelder tritt das Chaos gleichermaßen. Sie liegen brach.

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Die Erdbeeren verdorren. Niemand erntet sie.

Unsere Redaktion erreichte eine Schilderung von Barbara Siewer und Dragan Majstorovic, die sich für Südstadt Radio ein Bild der Lage vor Ort machten und das ganze Elend der verdorrenden Erdbeeren mit Fotos dokumentierten.

Ritters Erdbeerfelder: Bornheimerin schimpft über die Verhältnisse vor Ort

Dabei trafen sie auch auf eine Anwohnerin, die ihrem Ärger über die Verhältnisse Luft machte: „Die Erdbeeren sind reif, teilweise schon riesig, fast überreif. Sie berichtete uns, dass der Ritterhof riesige Ländereien gepachtet hat und alle Felder bestellt seien, jetzt aber nicht mehr geerntet würden, weil die Arbeiten nach den Protesten der Erntehelfer eingestellt wurden.

Letztes Jahr sei die Ernte vom Hagel zerstört worden, und die die meisten Gewächshäuser im Sturm weggeblasen worden. Das hätte man alles repariert und dabei wurde sehr viel Arbeit investiert und jetzt würde alles einfach verderben.“

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Die Gewächshäuser liegen brach.

Auch den Privatleuten sei es nicht erlaubt, Erdbeeren gegen eine Spende zu pflücken. Stattdessen würde man alles einfach kaputt gehen lassen. Die Insolvenzverwaltung hatte zwischenzeitlich in Betracht gezogen, die ausstehende Ernte gegen einen Pauschalbetrag anderen Landwirten zu überlassen.

Majstorovic: „Die Gewächshäuser machen einen sehr aufgeräumten und ordentlichen Eindruck, als ob bis vor kurzem dort noch gearbeitet wurde. Allerdings wächst schon Mohn und Unkraut an den Rändern innen und außen.“

Letzte Erntehelfer verlassen die Wohnheime

Die Anwohnerin war auch wütend, weil die Erntehelfer in heruntergekommenen Containern zwischen Kläranlage und Friedhof hausen mussten, welche in den vergangenen Tagen geräumt wurden, nachdem die Arbeiter gegen die Bedingungen protestiert hatten (hier lesen Sie mehr).

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Die letzten Erntehelfer verlassen die Anlage.

‪„Daraufhin sind wir zu den Containern gefahren. Die letzten Anwohner waren dabei, ihre Unterkünfte zu verlassen“, schildert Majstorovic. „Sie schleppten ihre Taschen aus den Zimmern. Einige kehren zurück nach Rumänien, andere sollen auf anderen Höfen Arbeit gefunden haben.‬“

Sieht so aus, dass das Trauerspiel in Bornheim bald ein Ende findet...

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