Vor zehn Jahren erfunden Kölner Prof. ist Papa App

Der Kölner E-Business-Professor Tobias Kollmann feiert das Jubiläum ganz besonders.

Der Kölner E-Business-Professor Tobias Kollmann feiert das Jubiläum ganz besonders.

Ob Whatsapp, Facebook oder Quizduell – Apps bestimmen unser Leben. Denn Smartphones haben wir schließlich alle in der Hosentasche.

Aber wer erfand eigentlich die vielen bunten Apps? Apple, für sein iPhone? Nicht ganz. Denn in Deutschland wurde schon Mai 2004 die erste mobile App gebaut und getestet. Sie feiert damit jetzt ihren zehnten Geburtstag – und ein Kölner feiert dieses Jubiläum ganz besonders…

„Ich habe damals als Projektleiter diese erste App realisiert“, freut sich Prof. Tobias Kollmann (44), Professor für „E-Business“ (also Internet-Wirtschaft) an der Uni Duisburg-Essen, gegenüber EXPRESS. „Als Ideengeber in einem Pilot-Projekt zusammen mit T-Mobile und Motorola.“

Der Kölner ist in der rheinischen Fußball-Szene ein bunter Hund – dank vieler Ehrenämter in den Vorständen vom 1. FC Köln, Viktoria Köln und dem Bonner SC in der jüngsten Vergangenheit.

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Vor zehn Jahren aber leitete er noch einen Lehrstuhl an der Uni Kiel (auch der hieß damals schon „Electronic Business“) – und die ersten deutschen Experimente mit mobilen Anwendungen.

Die UMTS-Übertragung löste gerade mit mehr als 200-mal schnellerer Geschwindigkeit den langsamen GSM-Standard ab. „Wir haben damit erstmals einen UMTS-Test für private Nutzer in Deutschland durchgeführt.“ Er schmunzelt: „So hieß das damals noch.“

Worum ging es bei der ersten deutschen App? „Es war damals eine mobile Anwendung für die Segel-Regatta »Kieler Woche« – und diese hatte schon alle Merkmale einer App, so wie man sie heute kennt.“ Heißt: Erstmalig konnten sich Besucher per Handy des weltgrößten Segel-Ereignisses damals über die wichtigsten Highlights und Ergebnisse informieren.

Heute normal. Vor zehn Jahren revolutionär! „Das war 2004 – und damit lange vor iPhone und Co.“, sagt Prof. Kollmann stolz. Und hat sogar beim US-Riesen Spuren hinterlassen. „Diese Applikation kennen wir auch, als erste deutsche Vorstufe heutiger Apps“, so ein Apple-Sprecher zum EXPRESS.

Ein Ritterschlag! Kein Wunder, dass der Kölner Familienvater sein damaliges Handy, ein altes Motorola, in seiner Villa im Hahnwald wie einen Schatz hütet. „Das ist wohl mal was fürs Museum...“

So viel wird mit Apps verdient

Schon eine einzige geniale Idee kann App-Entwickler reich machen: Während Apple und Google mit ihren Smartphones verbissen um Marktanteile streiten, tobt im Hintergrund der Kampf um einen anderen Kuchen: 26 Milliarden Dollar (ca. 18,8 Milliarden Euro) gaben Smartphone- und Tablet-Nutzer weltweit 2013 für Anwendungen aus, die sie aus den App-Stores laden. Laut Experten wird sich diese Zahl bis 2017 auf knapp 77 Milliarden Dollar (ca. 55 Milliarden Euro) fast verdreifachen.

Die App-Economy ist mit mehr als 100 Milliarden Anwendungen jährlich zu einem wichtigen Wirtschaftszweig geworden.

Und die App-Stores zur Jobmaschine: Nach einer Studie der „Association for Competitive Technology“ (ACT), in der sich die Entwickler zusammengeschlossen haben, hat die Wirtschaft um die Mobile Apps in Europa 800.000 Arbeitsplätze entstehen lassen.

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