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„Sparhandy“-Gründer Millionär mit 35! Wilke Stroman erklärt seine Erfolgs-Formel

Locker und lässig: Wilke Stroman legt keinen Wert auf Luxus. Seine Botschaft: „Machen – und nicht zu viel nachdenken!“

Locker und lässig: Wilke Stroman legt keinen Wert auf Luxus. Seine Botschaft: „Machen – und nicht zu viel nachdenken!“

Gelsenkirchen/Köln – Ein schlichter Burger-Laden, irgendwo in Gelsenkirchen. Dem Mann, der nach einem Geschäftstermin-Marathon im Ruhrgebiet unscheinbar an einem kleinen Seitentisch in der Ecke an seinem Espresso nippt, sieht man den Erfolg nicht an. Mehr als 300 Millionen Euro Jahresumsatz hat er mit seiner Firma in 2014 gemacht. Doch Wilke Stroman (35) erklärt das lapidar so: „Zufall, Fleiß und Glück haben einfach zusammengefunden.“

Der Kölner Unternehmer ist mit seiner Firma „Sparhandy“ sprichwörtlich durch die Decke gegangen. Die Idee: Handys und Handyverträge in großen Mengen einkaufen und online weitervertreiben.

Gebürtiger Ostfriese

Schon als Jugendlicher hatte der gebürtige Ostfriese als Erster im Ort ein Handy. Als Schüler gründete er seine Ein-Mann-Firma. Wenige Jahre später schmiss er seine Ausbildung zum Bankkaufmann und setzte alles auf eine Karte.

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Mehr Risiko, mehr Vertriebspartner, mehr Werbung, Standorte in Bochum und Köln. Aus einer „regionalen Geschichte“ wurde eine Marke. Heute hat er 150 Mitarbeiter. Allein in 2014 wurden 800.000 Handys verkauft. Die Firma ist sein Leben und Vermögen.

Was sind seine Regeln des Erfolgs?

„Man muss fleißig sein – die erste Hälfte meines Berufslebens hatte ich einen Stundenlohn, der nicht erstrebenswert ist. Man darf niemals eine Firma gründen, um reich zu werden“, sagt Wilke Stroman. „Man muss gründen, um selbstständig arbeiten zu können. Dann kommt der Erfolg irgendwann von selbst, wenn die Idee gut ist. Und bis dahin gilt immer: Einfach machen und nicht zu viel planen und nachdenken. Aufstehen und weitermachen!“

Stroman weiß wovon er spricht. Der Selfmade-Millionär musste auf seinem Weg auch einige Niederlagen einstecken. Der Familienvater (Tochter Marie kam kurz vor Weihnachten auf die Welt) aus Sülz kennt die dunkle Seite des Erfolgs. „Es gibt viele Personalentscheidungen, die man im Nachhinein bereut. Es gibt viele unehrliche Menschen, man wird beklaut, beschissen, ausgeraubt. Alles schon passiert. Doch man muss an das Gute glauben, sonst kann man ja nicht mit Menschen zusammenarbeiten.“

Zu Personenschutz geraten

Stromans Firma wurde sogar schon einmal erpresst. „Von jemandem, der in Köln einsitzt, einem Berufsverbrecher“, erzählt er. „Die Polizei hat mir damals zu Personenschutz geraten. Der Typ war beim Freigang ausgebrochen. In den drei Wochen in Freiheit hat er uns in Briefen erpresst. Heute erzählt man es locker flockig, damals war es nicht so.“ Die Polizei konnte den Erpresser später wegen seines Pseudonyms in den Briefen ermitteln.

Der Erfolg macht andere irre, Macher Stroman nicht, er beschreibt sich selbst als typisch hanseatisch. „Ich kann mir ein Leben als Privatier, wie z. B. die Geissens das machen, nicht vorstellen.“

Die Arbeit ist sein Ding. Dabei stand Stroman schon gleich zu Anfang seiner Unternehmerlaufbahn so gut wie vor dem Aus. „Für mein erstes Büro in Köln hatte ich mir im Internet einen Tresorschrank bestellt. Ich rief die Versicherung an und die sagten mir, ich bräuchte eine Gewerbeversicherung, sonst wären die Firmen-Wertsachen nicht versichert. Und eine Alarmanlage musste auch her. Aber dann kamen die Karnevalstage dazwischen. Und genau an denen wurde im Büro eingebrochen.“

Stroman gibt nicht auf

Als Stroman nach dem Feiern ins Büro kommt, folgt die böse Überraschung. Das Geld aus dem Safe ist weg, ebenso das Portemonnaie, das Stroman im Büro hatte liegenlassen – inklusive aller Geldkarten. „Die Diebe haben so viel abgehoben wie ging. Man hat sie nie gefunden. Das, was ich seit der Gründung angespart hatte, war weg. Wenn ich das heute erzähle, würde ich immer noch am liebsten heulen, wenn ich daran denke, wie ich mich danach gefühlt habe.“

Andere geben auf. Nicht Stroman. Deshalb ist er heute das, was er ist. Auch im TV und in den Bundesligastadien (Köln, Hertha BSC Berlin, FSV Frankfurt, SC Freiburg, Werder Bremen, VfL Bochum) kommt man an seinem Firmenlogo nicht mehr vorbei. Deshalb ist der FC-Fan auch bei sämtlichen Top-Klubs ein gern gesehener Gast. „Ich bin mir sehr bewusst darüber, dass das vorbei ist, wenn der berufliche Erfolg vorbei wäre“, sagt er nachdenklich.

Er weiß schließlich, wie hart es war, ihn sich zu erarbeiten.

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