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„Rock am Ring”: Gerüchte um die Ärzte: War das jetzt ihr letzter Auftritt?

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Die Ärzte bei ihrem Rock-am-Ring-Auftritt.

Foto:

Bernd Peters

Nürburg -

Die Stimmung war super bei Deutschlands größtem Musikfestival – aber dennoch ging der Blick immer wieder bang gen Himmel.

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Rockfans drängen sich bei Rock am Ring während des Auftritts der Band Halestorm vor der Hauptbühne.

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dpa

„Rock am Ring“ ohne Wettersorgen? Das wäre auch wie Köln ohne Dom. Mehr als 85.000 Fans feierten an Pfingsten in der Eifel ein gigantisches Open-Air-Fest als Ausbruch aus dem Alltag. 

Bereits im vergangenen Jahr 2018 wurde das Festival „Rock am Ring” von heftigen Gewittern getroffen, der Platz wurde geflutet (hier noch einmal nachlesen).

Ärzte: Die beste Band der Welt auf der Bühne

Das Wetter hielt. Für einen wahren Tornado sorgten hingegen am Samstagabend Die Ärzte. Nach sechs Jahren der Abstinenz spielte die selbsternannte „beste Band der Welt“ wieder vor einem Livepublikum. Und wie.

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„Die Ärzte“ feiern nach sechs Jahren Abstinenz ihr Comeback.

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dpa

In 37 Band-Jahren kommen so einige Hits zusammen – und Bela B. Felsenheimer, Farin Urlaub und Rod Gonzalez spielten sie fast alle. Ob „Westerland“, „Junge“ oder „1/2 Lovesong“. Sie rockten den Ring – und das Publikum sang jede Silbe mit.

Wie gewohnt scheuten Farin, Bela und Rod dabei auch keine politischen Statements. So trug Bela ein T-Shirt mit dem ironischen Schriftzug „Women for Trump“(auf deutsch: „Frauen für Trump“) und Farin skandierte nach dem Anti-Nazi-Song „Schrei nach Liebe“, den die Band 1993 schrieb: „Früher war das als Statement gegen Skinheads gemeint, heute sehen die anders aus. Zum Beispiel tragen sie Dackel-Krawatten...“ Ein klarer Verweis auf AfD-Chef Gauland...

Der letzte Auftritt der Ärzte bei „Rock am Ring“?

Übrigens: Auch die Fans vor den heimischen Fernsehern gingen voller Begeisterung mit:

Vorher war viel über ein Band-Aus der „Ärzte“ spekuliert worden – und auch darüber, ob die selbsternannte „beste Band der Welt“ dieses womöglich auf der „Rock am Ring“-Bühne verkünden würde? Schließlich hatte die Band selbst gebeten, den Auftritt nochmal um eine halbe Stunde auf zweieinhalb Stunden verlängern zu dürfen. Und sie kosteten auch jede Minute aus, spielten fast alle Hits. Zum möglichen Band-Aus allerdings: kein Wort! Auch Interviews: abgelehnt.

War das also jetzt die letzte Ärzte-Visite? Wir fragten Festivalmacher Andre Lieberberg, der Bela B. Felsenheimer, Farin Urlaub und Rod Gonzalez hinter der Bühne traf. „Mein Gefühl sagt: Sie haben noch richtig Lust. Aber genau weiß ich es nicht. Und wenn ich es wüsste, dürfte ich es nicht sagen...“ Es besteht also noch Hoffnung für die Fans.

Andre Lieberberg zieht Rock-am-Ring-Fazit

Am Sonntagnachmittag zog auch Lieberberg abschließend eine positive Bilanz.

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Da guckte kurz die Sonne durch: Blick auf die erste Reihe beim Auftritt der Smashing Pumpkins bei Rock am Ring.

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Der Sohn von Rock-am-Ring-Erfinder Marek Lieberberg (der Freitag und Samstag auf dem Gelände war, am Sonntag aber einen Familientag einlegte) zeigte sich unisono zufrieden mit dem „endlich mal störungsfreien“ Verlauf. „Es war sehr gut, friedlich und alle Probleme waren erwartbar.“ Völlig untypisch für das Traditionsfestival in den letzten Jahren gab es schließlich kaum spürbare Störungen durch Wetter- oder Terror-Warnungen.

Rock am Ring: Evakuierung stand im Raum

Dennoch thematisierte auch Lieberberg das Wetter. Wegen der Windstärke am Freitag, die an die kritische Grenze von Windstärke 10 herangereicht (sie aber nicht überschritten) habe, mussten am Ende nur einige LED-Bildschirme heruntergefahren werden. Was die Fans dabei nicht mitbekamen: Das Festival schrammte knapp an einer Evakuierung vorbei.

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Festivalchef Andre Lieberberg (r.) und Polizeichef Manuel Wehrmann auf der Rock-am-Ring-Pressekonferenz.

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Bernd Peters

„Wir haben lange überlegt, ob wir das Publikum kurzzeitig evakuieren müssen, aber das war am Ende nicht notwendig. Das wäre auch kein Problem gewesen, wir waren darauf vorbereitet, es ist aber schön, dass wir diese Unterbrechung vermeiden konnten.“

Polizei zieht Bilanz: wenig Straftaten

Polizeidirektor Manuel Wehrmann, Einsatzleiter von „Rock am Ring“: „Ich bin sehr positiv gestimmt über den Ablauf. Bei einer Stadt von 100 000 Einwohnern hat man deutlich mehr Straftaten als hier. Wir hatten sogar noch weniger als im letzten Jahr. Wir hatten lediglich zwölf Körperverletzungen, alle ohne große Folgen. Das ist für jedes Opfer schlimm, aber in der polizeilichen Draufsicht fast zu vernachlässigen. Dazu haben wir bis jetzt 31 Diebstähle und 13 Verkehrsunfälle, das ist verschwindend gering. Das Sicherheitskonzept des Veranstalters greift, wir machen das symbiotisch.“

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Das Plakat zum 35. Geburtstag von Rock am Ring wurde am Sonntag am Nürburgring präsentiert.

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Bernd Peters

Im nächsten Jahr feiert das Festival vom 5. bis 7. Juni 2020 Jubiläum – es wird 35 Jahre alt. Bands wurden noch nicht angekündigt. „Der Headliner ist das Jubiläum“, so Lieberberg. „Wir wollen aber natürlich auch diesmal Spektakuläres bieten, was die Bands angeht. Wir werden dazu auch in Kürze etwas sagen können. Wir versuchen weiter generationsübergreifend zu buchen.“

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Billy Corgan von den Smashing Pumpkins am Freitag auf der RaR-Bühne.

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Wie lief das Festival in diesem Jahr ab? Als die US-Rockband Badflower den Auftakt auf der Hauptbühne des Festivals in der Eifel machte, schien auch noch die Sonne. Ein Wechselspiel mit Sonnenstrahlen und Wolken mit etwas Regen gab es bei der US-Rockband Halestorm, wo zuerst der Drummer mit einem Solo den Fans einheizte.

„Rock am Ring”: Am Freitag spielten The Smashing Pumpkins

Am späteren Freitagabend hatten vor allem die Alternative-Rock-Band The Smashing Pumpkins bei den vorwiegend jungen Besuchern für Stimmung, auch wenn ihr charismatischer Frontmann Billy Corgan den Auftritt ziemlich emotionslos, fast schon introvertiert, herunterrockte.

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Rockfans aus dem Saarland feiern auf dem Campinggelände des Open-Air-Festivals „Rock am Ring”.

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dpa

Viele Fans haben nur eine Frage: Wann ist das Gewitter da?

Der Musikfan Georg aus Hannover bringt die Stimmung vor der Bühne vor ihm jedoch auf den Punkt: „Die Frage des Wochenendes ist, wann ist das Gewitter über uns?“

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Konny Reimann und seine Frau Manuela rocken am Ring mit, hier mit Fan Oli aus Remagen.

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Bernd Peters

Und Felix (18) aus Köln mutmaßt sogar: „Am Samstag droht uns ein Tornado." Fragt man die Meterelogen, könnte er Recht behalten. Nicht mehr als 16 Grad und heftige Windböen werden laut DWD für Adenau prognostiziert.

„Rock am Ring”: Insgesamt spielen rund 75 Bands

Insgesamt rund 75 Bands geben sich bis Pfingstsonntag auf den drei Festival-Bühnen die Klinke in die Hand. Mit den Punkbands Die Ärzte und Feine Sahne Fischfilet soll das Spektakel am Samstag in die zweite Runde gehen. Auch die Metal-Band Bring Me The Horizon, die südafrikanische Rap-Rave-Formation Die Antwoord und die US-amerikanische Trash-Metal-Band Slayer wollen dann am Nürburgring den Fans einheizen.

Auch Konny Reimann rockt mit

Das guckten sich natürlich auch Promis an. So wurden u.a. Sophia Thomalla (die eine Wette verlor und deshalb im Jägermeister-Zelt kellnerte, hier mehr dazu nachlesen), Konny Reimann, CDU-Politikerin Julia Klöckner und Wilson Gonzalez Ochsenknecht auf dem Eifel-Gelände gesichtet. Reimann sagte uns: „Wir haben hier viel Spaß, Rock am Ring rockt eben einfach.“

Laut den Veranstaltern sind bei dem Spektakel insgesamt rund 2000 Ordner, Polizisten und Sanitäter im Einsatz.