+++ EILMELDUNG +++ Geißbockheim-Ausbau Nächstes Urteil da: Chancen des FC steigen wieder, doch es zieht sich weiter

+++ EILMELDUNG +++ Geißbockheim-Ausbau Nächstes Urteil da: Chancen des FC steigen wieder, doch es zieht sich weiter

Lehrer bei Paris enthauptetNeue Details: Täter lauerte ihm auf Heimweg von Schule auf

Polizisten Terror Paris

Polizisten sind am 16. Oktober nach dem Mord an einem Geschichtslehrer bei Paris im Einsatz.

Paris – Nach der mutmaßlich terroristisch motivierten Ermordung eines Geschichtslehrers bei Paris hat die Staatsanwaltschaft in Frankreich weitere Details über die Tat bekanntgeben.

Der mutmaßliche Täter sei 2002 in Moskau geboren worden und sei russischer und tschetschenischer Herkunft, sagte Staatsanwalt Jean-François Ricard am Samstag. Er habe seit dem Frühjahr einen Flüchtlingsstatus in Frankreich und sei bisher geheimdienstlich nicht aufgefallen. Er wurde demnach von der Polizei kurz nach der Tat erschossen.

Frankreich_Terror

Polizisten ermitteln nach der Messerattacke am Tatort in der Nähe von Paris. Bei dem Enthaupteten handelt es sich um einen Lehrer. Die Anti-Terror-Fahnder der Staatsanwaltschaft übernahmen die Ermittlungen.

Terror in Paris: Opfer war zuvor bereits bedroht worden

Der Mann war mit einem Messer und einer Softair-Pistole bewaffnet – in der Nähe des Tatorts fand die Polizei außerdem ein rund 30 Zentimeter langes blutverschmiertes Messer. Das Opfer, ein 47-jähriger Geschichtslehrer, hatte zahlreiche Wunden am Oberkörper und Kopf und wurde enthauptet aufgefunden, wie Ricard sagte. Er sei gerade auf dem Weg nach Hause von der Schule gewesen. Der Täter habe ihm aufgelauert.

Alles zum Thema Polizeimeldungen

Noch am Abend wurden insgesamt vier Personen festgenommen, darunter ein Minderjähriger. Sie alle seien aus dem Familienkreis des Angreifers, der von Polizisten getötet worden war, hieß es in der Nacht zu Samstag aus Justizkreisen.

Frankreich_Anschlag

Die Polizei rückte mit einem Großaufgebnot aus und warnte die Bewohner davor, auf die Straße zu gehen.

Der Staatsanwalt führte aus, dass dem Angriff bereits Drohungen gegen den Lehrer und die Schule vorausgegangen waren. Der Lehrer hatte Anfang Oktober im Rahmen der Debatte über Meinungsfreiheit und die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen der Satirezeitung „Charlie Hebdo“ im Unterricht entsprechende Zeichnungen gezeigt.

Daraufhin veröffentlichte ein Vater Posts in sozialen Netzwerken, beschwerte sich bei der Schulleitung und machte gegen den Lehrer mobil.

Terror in Frankreich: Politiker verurteilen Mord an Geschichtslehrer

Der mutmaßliche Täter postete nach der Tat ein Foto des gestorbenen Opfers im Netz. „Ich habe einen Ihrer Höllenhunde hingerichtet, der es gewagt hat, Mohammed herabzusetzen“, zitierte der Staatsanwalt aus dem Tweet. Die Ermittler gehen von einem terroristisch motiviertem Angriff aus. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte von einem islamistischen Terrorakt gesprochen.

Neuer Inhalt

Ein Polizist steht am Freitagabend (16. Oktober) in Paris an der Absperrung rund um den Tatort, an dem ein Lehrer bei einem Terrorakt enthauptet wurde.

„Der Islamismus führt einen Krieg gegen uns: Wir müssen ihn mit Gewalt aus unserem Land vertreiben“, reagierte Rechtsaußen-Politikerin Marine Le Pen auf Twitter. Bildungsminister Jean-Michel Blanquer schrieb im Netz von einem Angriff auf die Republik: „Unsere Einheit und Entschlossenheit sind die einzige Antwort auf die Ungeheuerlichkeit des islamistischen Terrorismus.“

Einen Lehrer anzugreifen, bedeute, alle französischen Bürger und die Freiheit anzugreifen, schrieb der Präsident der Nationalversammlung, Richard Ferrand, auf Twitter.

Bereits 2015 war ein Mann bei einem islamistisch motiviertem Angriff enthauptet worden. Ein 35-Jähriger war damals bei dem Versuch überwältigt worden, in einem Industriegas-Werk in Saint-Quentin-Fallavier bei Lyon Explosionen herbeizuführen. Er hatte zuvor seinen Arbeitgeber enthauptet und den Kopf mit zwei Islamistenflaggen auf den Fabrikzaun gesteckt.

Frankreich wird seit Jahren von islamistischen Anschlägen erschüttert - dabei starben mehr als 250 Menschen. Daher ist die Terrorgefahr fast ständig im Bewusstsein der Menschen. Frankreichs Regierung hat den Kampf gegen den Terror zu einer Top-Priorität gemacht und warnt immer wieder, dass die Gefahr von Terrorangriffen sehr hoch sei. (AFP/dpa/susa/so)