Nach Wahlpleite in NRW: Norbert Röttgen muss gehen

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU).
dpa
Berlin -
Bundesumweltminister Norbert Röttgen muss als Bundesumweltminister gehen. Das gab Bundeskanzlerin Angela Merkel vor wenigen Minuten in einem extrem kurzen Statement bekannt. Merkel sagte zur Begründung, die Umsetzung der Energiewende sei ein zentrales Vorhaben dieser Legislaturperiode. Röttgen habe zwar die Grundlage dafür gelegt, es bleibe aber noch „ein Stück Arbeit vor uns“. Sie dankte Röttgen für sein Engagement, insbesondere beim Klimaschutz.
Aus koalitionskreisen heißt es, Röttgen habe seinen Posten zunächst nicht freiwillig aufgeben wollen. Ein Ministerkollege berichtete, Röttgen sei schon in der Kabinettssitzung am Morgen „völlig durch den Wind“ gewesen. So mancher habe sich danach gefragt, ob der Umweltminister überhaupt sein Amt weiter ausüben könne.
Personeller Neuanfang mit Peter Altmaier
Als „personellen Neuanfang“ schlug die CDU-Vorsitzende den bisherigen Parlamentarischen Geschäftsführer der Union im Bundestag, Peter Altmaier, vor. Sie sei sich sicher, dass er sich „mit voller Kraft“ der neuen Aufgabe widmen werde.
Sie habe Bundespräsident Joachim Gauck gebeten, Norbert Röttgen von seiner Aufgabe zu entbinden, sagte die Kanzlerin.
Röttgen hatte als Spitzenkandidat das mit 26,3 Prozent schlechteste Wahlergebnis der CDU in NRW verantworten müssen. Der 46-Jährige war in der Union massiv kritisiert worden. Röttgen hatte offengelassen, ob er auch nach einer Niederlage in Düsseldorf bleibt. Bereits am Sonntagabend war Röttgen als CDU-Landeschef in NRW zurückgetreten.
Noch am Montag hatten Merkel und Röttgen einen sofortigen Rückzug vom Ministeramt ausgeschlossen. Altmaier gilt als enger Vertrauter der Kanzlerin. Er muss nun als künftiger Umweltminister die von der schwarz-gelben Koalition eingeleitete und bisher nur schleppend umgesetzte Energiewende vorantreiben.