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70 Jahre Vereinte Nationen Erfolg und Versagen: Die Blauhelm-Bilanz

Ein Blauhelm aus Ghana hat ein Kind in Ruanda gerettet. Das Foto entstand 1994 während des Krieges zwischen Tutsi und Hutu in dem ostafrikanischen Staat.

Ein Blauhelm aus Ghana hat ein Kind in Ruanda gerettet. Das Foto entstand 1994 während des Krieges zwischen Tutsi und Hutu in dem ostafrikanischen Staat.

UNO – drei Buchstaben für Hoffnung. Auf Frieden, auf bessere Lebensverhältnisse, auf die Einhaltung der Menschenrechte. Am Freitag feiert die UNO, die inzwischen unter dem Namen VN (Vereinte Nationen) firmiert, ihren 70. Geburtstag. Eine Weltorganisation, die sich Konfliktlösung und humanitäre Hilfe zur Aufgabe gemacht hat und dabei mal mehr, mal weniger erfolgreich war. Wir ziehen Blauhelm-Bilanz.

Fünfzig Staaten waren am 26. Juni 1945 in San Francisco zusammengekommen, um die UNO aus der Taufe zu heben. Ihr hehres Ziel nach der Katastrophe des Zweiten Weltkriegs: „künftige Generationen vor der Geißel des Krieges zu bewahren“. Diese Vision wird von 193 Staaten geteilt, die sich der UNO angeschlossen haben.

Einer kann mit dem Gratulieren kaum warten: Der Kölner Reggaemusiker Gentleman (40) tritt am Dienstag bei der nächsten UNO-Vollversammlung in New York auf. Hollywoodstar Leonardo DiCaprio (40) reist als UNO-Friedensbotschafter schon länger um die Welt – er kann von einer Erfolgsgeschichte berichten.

Die Vereinten Nationen haben das Leben von Milliarden Menschen in der Dritten Welt dramatisch verbessert. Die Zahl der Menschen, die in extremer Armut leben, wurde seit 2000 halbiert. Weltweit gehen heute genau so viele Mädchen wie Jungen zur Grundschule.

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Eine Weltregierung ist die UNO deshalb noch nicht, Gesetze kann auch sie nicht verabschieden, bindend sind ihre Resolutionen nicht. Israelis erkennen Palästina nicht an, die Russen halten weiter die Krim besetzt und die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) lässt sich nicht davon abbringen, antike Kunstwerke zu sprengen. Knapp 107.000 Blauhelme sind aktuell mit einem UNO-Mandat in einer Friedensmission unterwegs, in Südsudan, Mali und Libyen zum Beispiel.

Heute halten aber auch viele blutige Konflikte die Welt in Atem, bei denen die UNO tatenlos zusieht: von Syrien über den Irak bis in die Ukraine und Afghanistan sprechen die Waffen. Kritiker sagen: Die Mitglieder des mächtigsten UNO-Gremiums lassen oft Konflikte treiben statt einzugreifen.

Übrigens: Im großen Rahmen gefeiert wird zum runden Geburtstag nicht. Erst zum „Tag der Vereinten Nationen“ am 24. Oktober lädt die UNO zu einer festlichen Veranstaltung in die Berliner Gedächtniskirche mit Ex-Bundespräsident Horst Köhler (72). Die Jubiläumsstimmung ist in UNO-Reihen ohnehin getrübt.

Generalsekretär Ban Ki-Moon (71) räumt ein: Bei der Verfolgung ihrer wichtigsten Ziele, Frieden und internationale Zusammenarbeit, spielen die Vereinten Nationen nicht die Rolle, die viele sich bei ihrer Gründung erhofft hatten. Seit Ausbruch des Syrien-Konflikts 2011 wurden mehr als 220.000 Männer, Frauen und Kinder getötet. 60 Millionen Menschen sind aktuell weltweit auf der Flucht, die höchste jemals von der UNO erfasste Zahl .

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