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Einmalige Aufnahmen Deutsche „Polarstern“ macht Sensations-Fund unter Riesen-Eisberg

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Die spektakulären Aufnahmen des Forschungsteams zeigen: Zahlreiche kleine Schwämme, Bryozoen (Moostierchen) und Korallen sind über dem Meeresboden verteilt. Links ist ein Wurm zu sehen, der eine spiralförmige Kotspur hinterlässt. Hier herrscht Leben, das sich jahrzehntelang unter dem hunderte Meter dicken Eis versteckte.

Bremerhaven – Vor rund zwei Wochen brach er Riesen-Eisberg mit dem Namen A74 in der Antarktis ab. Sofort machte sich das Forschungsschiff „Polarstern“ auf, um in den riesigen Spalt zu blicken und die Bruchstelle zu untersuchen – eine einzigartige Chance. Die Forscher machten dabei spektakuläre Entdeckungen.

  • Forscher machen auf dem Meeresboden unterhalb eines frisch abgebrochenen Eisbergs spektakuläre Entdeckung
  • Wissenschaftler veröffentlichten erste Foto- und Filmaufnahmen der Region, die lange vom Eis bedeckt war
  • Zuvor hatte sich der riesige Eisberg A74 vom Brunt-Schelfeis gelöst

Am 26. Februar blickte die Welt auf die erstaunlichen Satellitenaufnahmen vom Brunt-Schelfeis in der Antarktis: Eine riesige weiße Fläche schwamm wie ein überdimensioniertes Keksstück auf dem Meer. Es ist A47, ein Eisberg, der etwa doppelt so groß ist wie Berlin, der da vom Schelfeis abgebrochen war.

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Der deutsche Forschungseisbrecher „Polarstern“ war zu diesem Zeitpunkt vor Ort und die Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) und ihre internationalen Partner, erkannten sofort ihre einmalige Gelegenheit – und nutzten sie. Das Schiff fuhr sofort zu dem gigantischen Spalt zwischen Brunt-Schelfeis und dem Eisberg. Sie wagten einen Blick unter die Wasseroberfläche, die jahrzehntelang vom dicken Eis bedeckt war.

Sie drangen also in eine Region vor, die lange unter hunderten Metern gefrorenen Wassers im Dunkeln lag. Und nun ihr Geheimnis preisgab.

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Der riesige Eisnberg A74 brach vom Brunt-Schelfeis ab, zwei Wochen bevor die Forscher der „Polarstern“ den Spalt erreichten und den Meeresboden untersuchten.

Die ersten Aufnahmen vom Meeresboden ließen den Forschern wohl den Atem stocken, so erstaunlich war die Lebensvielfalt in der Region – trotz der scheinbar lebensfeindlichen Umstände. Im Bericht des Alfred-Wegener-Instituts heißt es, dass die Forschenden das Gebiet kurz nach dem Abbruch erreichten. „Einmalige Aufnahmen des Meeresbodens, Sedimentproben vom Meeresgrund und geochemische Messungen der darüber liegenden Wassersäule sorgen an Bord für Begeisterung.“

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Hier ist die „Polarstern“ an der schmalsten Stelle zwischen dem Eisberg und dem Schelfeis zu sehen, der sogenannten „Foxhole“.

Die ersten Foto- und Filmaufnahmen hätten ein artenreiches Ökosystem gezeigt. Das Tiefsee-Team der „Polarstern“ konnte mit mehreren Unterwasserkameras in einer Schlammlandschaft zahlreiche Tiere beobachten, die auf Steinen festsaßen. Die meisten der Arten seien sogenannte „Filtrierer“. So werden Tiere bezeichnet, die ihre Nahrung aus dem Wasser herausfiltern, zum Beispiel Plankton. Ob sie sich dabei von Algenresten ernähren oder von organischen Partikeln, die mit dem Eis transportiert werden, bleibt laut Wissenschaftler aber zu klären.

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Auch einen Seestern entdeckte das Forscherteam der „Polarstern“. Er misst etwa zehn Zentimeter im Durchmesser.

Doch auch beweglichere Arten wie Seegurken, Seesterne, Weichtiere wurden entdeckt, ebenso wie mindestens fünf Fischarten und zwei Tintenfischarten. Ein überraschend arteinreiches Ökosystem, das mit Hilfe des OFOBS (Ocean Floor Observation and Bathymetry System) erstmals fotografiert und gefilmt wurde.

Was für ein Glücksfall! Denn nur selten gelingt es Wissenschaftlern vor Ort zu sein, wenn ein Gebiet erstmals mit Sonnenlicht in Kontakt kommt. Eisberge wie A74 brechen laut AWI am Antarktischen Eisschild nur alle zehn Jahre ab.

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Die „Polarstern“ im riesigen Spalt zwischen dem Brunt-Schelfeis und dem Eisberg. Hinten erstrahlt die östliche Abbruchkante des Mega-Eisbergs im Sonnenlicht. Auf dem Meeresboden machten die Forscher einzigartige Entdeckungen.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek unterstreicht die Bedeutung dieser Mission: „Es ist eine einmalige Gelegenheit, die sich den Forscherinnen und Forschern auf der Polarstern am Antarktischen Eisschild bietet. Ich bin der Besatzung der Polarstern dankbar, dass sie die damit verbundenen Strapazen und auch Risiken auf sich nehmen.“ Die Polarforschung trage entscheidend mit dazu bei, den Klimawandel und seine Folgen für unsere Erde besser zu verstehen und vorauszusehen.

Die „Polarstern“ ist seit Anfang Februar im Weddellmeer unterwegs, um Langzeitdaten für Klimavorhersagen zu ermitteln. Die Forschenden waren zuvor wegen der Corona-Pandemie auf den Falklandinseln an Bord gegangen. (mg)

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