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Neue Studie Seltenes Tier könnte Coronavirus übertragen haben

Pangolin_Hand

Ein Pangolin wird von einem Zoomitarbeiter in Singapur untersucht.

Peking – Bei uns sind sie fast unbekannt, in Asien aber heißbegehrt: Pangoline. Sind die vom Aussterben bedrohten Tiere nun die Ursache für die Verbreitung des neuartigen Coronavirus? Das jedenfalls vermuten jetzt chinesische Forscher.

Mindestens 31.000 Menschen wurden mittlerweile infiziert und 630 von dem Virus getötet (Stand: 7.2.2020), der sich in zwei Dutzend Ländern verbreitet hat. Forscher der „South China Agricultural University” haben das schuppige Säugetier nun als „potenziellen Zwischenwirt” identifiziert. Das teilte die Universität in einer Erklärung mit, ohne weitere Details anzugeben.

Neue Rubrik „Zukunft” auf EXPRESS.de

Seit dem vergangenen Jahr haben wir bereits regelmäßig unter dem Logo „Future fit” über Zukunftsthemen berichtet. Wir haben in dieser Zeit sehr viel Zuspruch erhalten, uns auch weiterhin mit den Bereichen Mobilität, Energie, Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Klima und Klimakrise zu beschäftigen.

Auf express.de/zukunft werden wir daher ab sofort unsere Inhalte unter den neuen Rubriken „Natur & Klima”, „Mobilität & Energie” und „Mensch & Gesellschaft” bündeln und uns auf diese Themen fokussieren. Mit der gebotenen journalistischen Distanz und frei davon, Ängste vor Veränderungen zu schüren, sondern sie sachlich einzuordnen und positive Lösungswege aufzuzeigen.

Zugegeben, wir wollen auch ein bisschen Überzeugungsarbeit leisten, Tipps geben, wie jeder von uns ein Stück weit „besser leben“ kann, ohne sich komplett zu verbiegen. Denn persönlicher Verzicht ist zwar löblich, dadurch retten wir aber nicht die Welt. Für die große und nachhaltige Lösung muss die Politik sorgen.

Und die lassen wir als Wähler bei diesen Zukunftsthemen nicht mehr vom Haken.

Coronavirus: Experten vermuten Markt als Ursprungsort

Es wird vermutet, dass das Virus seinen Ausgang auf einem Markt in der zentralchinesischen Elf-Millionen-Metropole Wuhan hatte, wo Wildtiere zum Verzehr verkauft wurden. Laut den chinesischen Experten werde angenommen, dass das neue Virus ursprünglich von Fledermäusen stammt. Der Erreger gleiche vom Ursprung her einem Virus, das 2017 in Fledermäusen entdeckt worden sei.

Hier lesen Sie mehr: Aktuelle Entwicklungen des Coronavirus-Falls

Pangolin_Schuppen_Markt

Auf vielen asiatischen Märkten werden die Schuppen der Pangoline illegal gehandelt.

Das 2019-nCov genannte neue Virus habe aber vermutlich einen Zwischenwirt in einem wilden Tier, sagte der Experte. Ein möglicher Kandidat: das Pangolin, ein Schuppentier.

Pangoline sind die einzigen Säugetiere mit Hornschuppen

Nach Tests mit mehr als 1000 Proben von Wildtieren stellten Wissenschaftler der Universität fest, dass die Genomsequenzen von Viren, die auf Pangolinen gefunden wurden, zu 99 Prozent mit denen von Coronavirus-Patienten identisch sind, berichtete die offizielle Nachrichtenagentur Xinhua am Freitag.

Pangolin_1

Pangoline zählen weltweit zu den meistgeschmuggelten Tierarten. Forscher vermuten, sie könnten für den Ausbruch des Coronavirus verantwortlich sein. 

Pangoline, wie die Schuppentiere auch genannt werden, sind die einzigen Säugetiere, deren Körper mit Hornschuppen bedeckt ist. Und das ist ihr Verhängnis: Diese schützen die vom Aussterben bedrohten Tiere zwar vor gefräßigen Angreifern – nicht aber vor Wilderern. 

Pangoline rollen sich ähnlich wie Igel bei Gefahr zusammen. Doch Wilderer können sie einfach einsammeln. 

Trotz eines internationalen Handelsverbots werden bedrohte Schuppentiere weiter illegal gefangen und vermarktet. Vor allem in Asien.

Illegale Schmuggelware: Laut WWF werden pro Jahr 20.000 Pangoline entdeckt

Jährlich wird laut WWF Schmuggelware von etwa 20.000 Tieren entdeckt, allerdings dürfte die Dunkelziffer wesentlich höher liegen.

Weltweit gibt es acht Arten von Schuppentieren, auch Pangoline genannt. Vier leben im südlichen Afrika, vier in Asien. Wilderer haben es vor allem auf die Schuppen der Tiere abgesehen, die in der traditionellen Medizin Asiens und Afrikas als Heilmittel eingesetzt werden – in Pulverform.

Eine andere Verwendung: Wie eine Veterinärmedizinerin dem SWR im vergangenen Jahr erklärte, werden in reichen Familien Pangolin-Embryos in einer Suppe gegessen. Als Statussymbol. Dafür werden sie aus dem Muttertier herausgeschnitten.

Pangoline werden in Asien und Afrika gefangen

Besonders stark ist die Nachfrage in Asien, vor allem in China und Vietnam. Weil die Bestände dort bereits dramatisch geschrumpft sind, werden die Tiere mittlerweile auch in Afrika gefangen. Laut WWF handelt es sich um eine kriminelle Lieferkette, die sich um den Globus spannt.

Hier lesen Sie mehr: Er deckte Coronavirus-Krise auf, jetzt ist der Arzt (†34) tot

Ist diese Lieferkette nun verantwortlich für den Ausbruch des Virus? China hat im Januar 2020 ein vorübergehendes Verbot des Handels mit Wildtieren angeordnet, bis die Epidemie unter Kontrolle ist.

Sind Pangoline verantwortlich für Übertragung?

Dirk Pfeiffer, Professor für Tiermedizin an der Hong Kong City University, warnt laut Reuters vor voreiligen Schlüssen. Die Studie sei nur ein Anhaltspunkt. Bis bewiesen sei, dass Schuppentiere die Viren auf den Menschen übertragen haben, sei es noch ein langer Weg. (mg/dpa)