Tränen-Rede bei den Oscars 2020 Joaquin Phoenix sorgt mit einem Satz für Gänsehaut

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Joaquin Phoenix muss während seiner Oscar-Rede mit den Tränen kämpfen.

Los Angeles – Dass Joaquin Phoenix (45) den Oscar für seine beeindruckende Rolle als „Joker“ bekommt, haben viele schon im Vorfeld vermutet. Selten hat es ein Schauspieler geschafft, ein Lachen so sehr nach einem Weinen klingen zu lassen.

Doch mit dieser emotionalen und gleichermaßen eindringlichen Dankesrede rechnete niemand.

Joaquin Phoenix nahm kein Blatt vor den Mund. Er sprach im Dolby Theatre ausführlich über „die großen belastenden Probleme, mit denen wir konfrontiert sind“. Und meint damit nicht nur die im Vorfeld der Oscar-Verleihung viel diskutierte Gleichstellung der Geschlechter, sondern auch Rassismus, Tierrechte und den Umweltschutz. Er nannte es den „Kampf gegen Ungerechtigkeit“. 

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Phoenix selbst lebt seit Jahren vegan. Er erklärte einmal in einem Interview, dass er seit seinem vierten Lebensjahr vegan lebt – eine Entscheidung, die er zusammen mit seinem verstorbenen Bruder River Phoenix traf. „Ich denke, wir haben uns sehr von der natürlichen Welt abgekoppelt. Und viele von uns sind schuld an dieser egozentrischen Weltanschauung, der Überzeugung, dass wir das Zentrum des Universums sind“, erklärte Joaquin Phoenix, nachdem er den Oscar entgegen genommen hatte.

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Ist überzeugter Veganer und tritt für Nachhaltigkeit ein: Joaquin Phoenix

Dann folgte ein Plädoyer für mehr Nachhaltigkeit, stockend und nervös. Und dennoch bestimmt. „Wir gehen in die Natur und plündern sie, um ihre Ressourcen zu bekommen. Wir glauben, dass wir das Recht haben, eine Kuh künstlich zu besamen. Und wenn sie dann schwanger wird, stehlen wir ihr Baby, obwohl wir ihre Angstschreie hören. Und dann nehmen wir ihre Milch, die eigentlich für ihr Kalb bestimmt ist, und geben sie in unseren Kaffee und in unser Müsli.“

Er glaube, dass viele Menschen Veränderungen fürchten würden, „weil wir denken, dass wir etwas opfern müssten, dass wir etwas aufgeben müssten”.

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Joaquin Phoenix als Arthur Fleck in einer Szene des Films „Joker”

Der Oscar-Gewinner erklärte anschließend, selbst viele Fehler gemacht zu haben. „Ich war mein ganzes Leben lang ein Gauner“, fuhr Phoenix fort. „Ich war egoistisch, ich war manchmal sogar grausam. Es fiel mir schwer, mich mit mir selbst zu beschäftigen.“

Joaquin Phoenix erinnert mit Zitat an seinen toten Bruder

Der Schauspieler beendete seine Rede mit einem Zitat seines Bruders. River Phoenix, der mit „Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers“ große Bekanntheit erlangte, war 1993 im Alter von nur 23 Jahren während Dreharbeiten in der Nacht zu Halloween an einer Überdosis Heroin und Kokain in den Armen seines Bruders und im Beisein seiner Schwester Rain Phoenix vor einem Nachtclub zusammengebrochen und gestorben.

„Als er 17 Jahre alt war, verfasste mein Bruder diesen Satz. Er schrieb: „Lasse dich durch Liebe retten, und Frieden wird dir folgen.“ Phoenix kämpfte mit den Tränen, als er den Satz zitierte, zahlreiche Promis im Saal taten es ihm gleich. 

Joaquin Phoenix kämpft gegen Klimawandel

In den letzten Wochen zeigte Joaquin Phoenix immer wieder, wie sehr ihm Nachhaltigkeit und eine bessere Gesellschaft am Herzen liegen. Zwei Tage vor der Oscar-Gala haben er und Jane Fonda in Los Angeles eine Protestaktion gegen den Klimawandel angeführt.

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Bei der „Fire Drill Fridays“-Demonstration wurden sie von Kollegen wie Rosanna Arquette, Catherine Keener und den Schwestern Rooney und Kate Mara unterstützt. Die Aktivisten fordern unter anderem das Ende von Ölbohrungen in Kalifornien und eine starke Reduzierung des Verbrennens fossiler Brennstoffe.

Joaquin Phoenix‘ neuester Film macht auf Umweltschutz aufmerksam

Die wenigsten etwa wissen, dass Joaquin Phoenix‘ neuester Film nicht etwa „Joker“ ist. Sondern ein dreiminütiger Werbefilm, der auf dramatische Weise auf die Folgen der Waldbrände im Amazonas-Regenwald und in Australien aufmerksam macht.

„Guardians of Life“ spielt in einer Notaufnahme. In dramatischen Szenen versuchen Ärzte einen Menschen zu retten. Doch dann hört das Herz auf zu schlagen, der Patient stirbt. Ein Patient, der sich später als Mutter Erde herausstellt.

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