„Brauchen Freiwillige” Carolin Kebekus, Axel Prahl, André Schürrle und Co. haben Plan

Caro Kebekus

Berlin – „Stell dir vor, du hast jetzt drei Jahre Zeit, was Großes zutun, etwas, was Spaß macht, Mut macht und wichtig ist” – mit diesen Worten beginnt ein etwa dreiminütiges Video, in dem mehrere Promis Werbung für ein neues Klimaschutzgesetz machen.

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Ein Gesetz, das „längst da sein müsste, damit Deutschland einhält, was es vor fünf Jahren auf dem Klimagipfel in Paris der Welt schon versprochen hat”.

„Auf die da oben verlassen wir uns nicht, die sind entweder müde und erschöpft oder haben andere Interessen” sagt unter anderem Moderator Joko Winterscheidt.

Carolin Kebekus, Axel Prahl und Co. wollen neues Klimagesetz für Deutschland

„Wir sind ein Zusammenschluss von Leuten, die nicht mehr ertragen, wie andere verzagen”, heißt es in dem am Donnerstag (12. März 2020) veröffentlichten Clip weiter.

Mehrere deutsche Promis kommen darin zu Wort, unter anderem YouTuber Rezo, Profifußballer André Schürrle, Schauspieler Axel Prahl, Komikerin Carolin Kebekus, Moderator Markus Kavka, Musiker Jan Delay oder Schauspieler Bjarne Mädel.

Gemeinsam setzen sie sich für mehr Klimaschutz ein und bitten um Unterstützung für ein künftiges Gesetz, mit dem Deutschland bis zum Jahr 2035 klimaneutral werden soll. 

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Klimaneutral bedeutet, unterm Strich keine klimaschädlichen Treibhausgase mehr auszustoßen und nicht vermeidbare Emissionen auszugleichen.

Bjarne Mädel: „Wir brauchen Freiwillige, die mitmachen”

Hinter dem Projekt steckt der gemeinnützige Verein „Germanzero“. Mit Hilfe von Experten habe der Verein auf über 70 Seiten mit führenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern „Deutschlands ersten Klimaplan” entwickelt. Nun soll daraus bis zur Bundestagswahl 2021 ein Gesetz erarbeitet werden. 

Dieses soll alle notwendigen Maßnahmen enthalten, damit Deutschland seinen Beitrag zu einer Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad leiste, sagte Heinrich Strößenreuther, Vorstand von „GermanZero“.

Bjarne Mädel

Schauspieler Bjarne Mädel kennt man unter anderem aus der deutschen Comedy-Fernsehserie „Der Tatortreiniger”.

Bjarne Mädel betont im Video: „Wir brauchen Freiwillige, die mitmachen, die die Idee in die Welt tragen, die Bündnisse organisieren, Demos, Konzerte, alles, was nützt.”

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Man solle Bundestagsabgeordneten schreiben, mit ihnen reden und sie überzeugen. Kurz: Die demokratischen Strukturen sollen dafür genutzt werden, um das neue Klimagesetz im neu gewählten Bundestag 2022 im Grundgesetz verankern zu können.

EU-Kommission plant Klimaneutralität bis 2050 

Die Promis bitten darüber hinaus auch um Spenden, um das Vorhaben in die Tat umzusetzen. Hier können Sie helfen: www.germanzero.de/spenden

Klimaneutralität bis 2035 ist auch eine zentrale Forderung der Protestbewegung Fridays for Future.

Das von der EU-Kommission vorgelegte Klimagesetz peilt bisher Klimaneutralität für das Jahr 2050 an.

Klimaziele werden nicht erreicht: Gutachten sagt Scheitern voraus

Ein Gutachten im Auftrag der Bundesregierung sagt Deutschland ein Verpassen der selbst gesteckten Klimaziele voraus.

Mit den beschlossenen Klimaschutzmaßnahmen würden die Treibhausgasemissionen im Jahr 2030 um 52 Prozent niedriger ausfallen als 1990, heißt es in einem Gutachten des Unternehmens Prognos, wie das Bundeswirtschaftsministerium als Auftraggeber am Donnerstag (12. März 2020) mitteilte. 

Offizielles Ziel ist eine Reduzierung um 55 Prozent. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) zeigte sich trotzdem zufrieden. „Mit den Maßnahmen des Klimaprogramms können wir die Emissionsminderung, die wir uns für den Zeitraum von 1990 und bis 2030 vorgenommen haben, zu 95 Prozent erreichen“, erklärte er.

Peter Altmaier

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat ein Gutachten seines Hauses zum Klimapaket veröffentlicht und sieht Deutschland weitgehend auf Kurs.

Mit einem Minus von 52 Prozent im Vergleich zu den Emissionen von 1990 liege Deutschland zudem „im internationalen Vergleich in der Spitzengruppe“.

Gutachter der Prognos AG hatten im Auftrag Altmaiers errechnet, was das Klimapaket bringt, zu dem etwa ein nationaler CO2-Preis auf Sprit und Heizöl, eine Steuersenkung für Bahntickets und Prämien für den Austausch alter Ölheizungen gehören.

Gäbe es die entsprechenden Beschlüsse nicht, würde der Treibhausgasausstoß bis 2030 nur um 41 Prozent niedriger ausfallen. 

Emissionsentwicklung „sehr schwer präzise vorherzusagen“ 

Gleichzeitig weist das Forschungsunternehmen aber auch darauf hin, dass die zukünftige Emissionsentwicklung und die Wirkung der Klimaschutzmaßnahmen „nur sehr schwer präzise vorherzusagen“ seien.

Bereits vor einer Woche kam ein Gutachten des Öko-Instituts für Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) zu einem ähnlichen Fazit wie das im Auftrag des Wirtschaftsministeriums.

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Das Öko-Institut hatte errechnet, dass das Klimaschutzpaket ohne zusätzliche Maßnahmen nur eine Emissionsminderung um 51 Prozent bringen werde. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) forderte daraufhin zusätzliche Schritte. Es gehöre „zur Ehrlichkeit“, dass noch weitere Maßnahmen nötig seien, „um die noch fehlenden Prozentpunkte zu schaffen“. 

Dem Altmaier-Gutachten zufolge schaffen Energiewirtschaft und Industrie ihre Ziele mit den bisher vorgesehenen Maßnahmen fast, im Gebäudesektor – also vor allem beim Heizen – und im Verkehr sieht es weniger gut aus.

Das neue Klimaschutzgesetz der Bundesregierung sieht vor, dass die zuständigen Minister ab 2021 Sofortprogramme vorlegen müssen, wenn ihre Bereiche den Zielen hinterherhinken. (jba/dpa)

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