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Loch in der Finanzierung  Interview: Ist Kölns Rosenmontagszug in Gefahr, Herr Kirsch?

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Holger Kirsch hat kein einfaches Amt übernommen.

Köln – Er ist frisch gebackener Zochleiter – und steht schon jetzt vor riesigen Herausforderungen. Nachdem EXPRESS die Kosten für den Rosenmontagszug enthüllt hat (hier mehr lesen), spricht Holger Kirsch im Interview Klartext.

Kölns Zochleiter erklärt, warum er trotz eines Minus von 200.00 Euro nicht sparen will und Werbung im Zoch nicht mehr ausgeschlossen ist.

Herr Kirsch, Das sind keine einfachen Zahlen für jeden Zochleiter. Tut es ein bisschen weh, zu wissen, dass man das größte Kölner Fest verantwortet und es kommt wenig dabei rum?

Holger Kirsch: Nein, überhaupt nicht! Wer ehrenamtlich im Karneval arbeitet, den treibt sicher nicht das Geld an. Der Zoch soll den Kölnerinnen und Kölner und allen Zuschauern auf der Straße und vor den Fernsehern viel Freude bringen. Er ist Abschluss und Höhepunkt unseres wunderbaren Festes, daraus ziehe ich meine Motivation. Zudem arbeitet das Festkomitee als gemeinnütziger Verein ohnehin nicht gewinnorientiert.

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Der Kölner Rosenmontagszug macht ein deutliches Defizit.

Was kann man jetzt konkret tun, um Kosten einzusparen? Gibt es da kleine Beispiele?

Holger Kirsch: Natürlich stellen wir unser Konzept jedes Jahr auf den Prüfstand. Durch Umstrukturierungen oder Materialwechsel etwa lassen sich hier und da Kosten senken. Aber über massive Einsparungen das Budget zu verringern, kann kein zukunftsfähiges Konzept sein, wenn im Umkehrschluss die Qualität des Zuges leidet oder die Sicherheitsaspekte zu kurz kommen.

Gibt es irgendwann die Konstellation, dass der Zoch in Gefahr ist?

Holger Kirsch: Das Festkomitee hat in den vergangenen Jahren eine stabile Finanzierungsstruktur aufgebaut. Ein Mix aus Einnahmen durch Tribünen, Sponsoren und TV-Rechte stellt sicher, dass wir nicht von einer Einnahmequelle allein abhängig sind. Da mache ich mir keine Sorgen.

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 Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn (l.) sollte nicht nur auf OB Henriette Reker und die Politik vertrauen, sich mehr in Sachen Zoch zu engagieren.

Wenn die Teilnehmerzahl schrumpft, schrumpfen doch auch die Einnahmen. Kann man da gegensteuern?

Holger Kirsch: Die Teilnehmerzahl schwankt von Jahr zu Jahr leicht, weil es je nach Termin des Rosenmontags in manchen Jahren früher dunkel wird und wir aus Sicherheitsgründen vor Einbruch der Dunkelheit im Ziel sein wollen. Grundsätzlich bleiben wir stabil bei ca. 12.000 Teilnehmern pro Zoch, das ändert sich nicht gravierend. Man muss aber auch sehen: Die Teilnehmer beispielsweise zahlen bisher 11 Euro an das Festkomitee. Ab 2020 sind es dann 33 Euro. Das ist bei Gesamtkosten von 1,9 Millionen ein ziemlich geringer Anteil. Ob also mal tausend Leute mehr oder weniger mitgehen, spielt finanziell gar keine große Rolle.

Muss man nicht in den sauren Apfel beißen und Werbung im Zoch erlauben?

Das kann ich heute nicht sagen. Wir möchten werbefrei bleiben und derzeit schaffen wir das auch. Wenn sich die Situation irgendwann dramatisch ändert, wird man sicherlich über neue Wege nachdenken müssen, um den Zoch zu schützen. Aber das ist Zukunftsmusik und für die nächsten Jahre kein Thema.

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