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Stadt ohne Müll? „Zero Waste”: Kölner Parteien wollen Verschwendung ein Ende setzen

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To-Go-Verpackungen lassen am 1. März 2021 einen Kölner Mülleimer überquillen.

Köln – Köln soll eine „Zero Waste Stadt“ werden. Das fordern die Fraktionen von Grünen, CDU und Volt in einem gemeinsamen Antrag vor dem Stadtrat, der am Donnerstag (6. Mai 2021) eingereicht werden soll. Doch was bedeutet „Zero Waste“ und wie soll das klappen?

  • Köln soll „Zero Waste Stadt” werden
  • Die Stadt soll einen Plan erarbeiten, wie der Müll reduziert werden kann
  • Das fordern Grüne, CDU und Volt

Null Verschwendung – so die deutsche Übersetzung der Philosophie, bei der es darum geht, so wenig Abfall wie möglich zu produzieren und dadurch möglichst nachhaltig mit den vorhandenen Rohstoffen umzugehen.

„Zero Waste Köln”: Kiel als Vorbild

Vorbilder sind Städte wie Kiel oder die slowenische Hauptstadt Ljubljana, die dem Müllproblem mit ambitionierten Plänen den Kampf angesagt haben.

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Grünen-Politiker Alexander Volk steht gegenüber des Kölner Rheinauhafen am Rhein.

Nun soll, so der Wunsch des Mehrheitsbündnisses im Stadtrat, Köln folgen. Alexander Volk ist einer der Initiatoren dieser Idee. „Es geht darum, dass Köln sich dem Ziel verschreibt, den Müll stetig zu reduzieren. Null Müll wird allerdings auf absehbare Zeit nicht möglich sein“, erklärt der Grünen-Politiker dem EXPRESS. „Zero Waste gibt uns aber eine wichtige Zielrichtung vor, auf die wir zusteuern.“

Zero Waste: Köln will Müll reduzieren

Das Thema Müll gerate so ein bisschen außer Kontrolle, so Volks Eindruck. „Es gibt schon jetzt immer mehr Leute, die den Müll sammeln, weil sie einfach davon genervt sind.“ Zudem lande immer noch haufenweise Bio-Müll in den Restmüll-Tonnen, weil längt nicht jedes Haus über eine braune Tonne verfüge. „Eine völlig verschwendete Ressource“, sagt der Grüne.

Konkrete Maßnahmen für ein Köln ohne Müll gibt es noch nicht. In der Begründung des Antrages heißt es, die Stadt solle die im Kreislaufwirtschaftsgesetz „etablierte Abfallhierarchie befolgen: Abfallvermeidung vor Wiederverwendung, vor Recycling, vor sonstiger Verwertung, vor Beseitigung.” Sprich: Zuallererst einmal soll so wenig Müll wie möglich produziert werden.

Zero Waste: CDU will Festkomitee einbinden

Wie das genau aussieht, dafür sind dann städtische Verwaltung und AWB zuständig. Sie sollen bis 2022 ein entsprechendes Konzept erarbeiten, an welchen Stellen wie Müll reduziert werden kann. In enger Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern, wie die Parteien betonen.

„Die Bandbreite könnte von stadteigenen Gesellschaften über Schulen und Senioreneinrichtungen bis hin zum Festkomitee reichen“, erklärt Constanze Aaengenvoort, die umweltpolitische Sprecherin der CDU. „Wir sind jetzt noch ganz am Anfang eines langen Prozesses, aber ich finde, es lohnt sich, dass wir uns gemeinsam auf den Weg hin zu weniger Müll und hin zu einem bewussteren Umgang mit natürlichen Ressourcen begeben.“

Thema Müll: Kölner SPD will schnelle Maßnahmen

Von der Opposition gibt es Zustimmung für den Ansatz, aber auch Kritik am Vorgehen. „Müllvermeidung ist eine gute Sache. Auch für den Klimaschutz“, sagt Rafael Struwe, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, dem EXPRESS. „Den Antrag unterstützen wir grundsätzlich, fordern aber, dass der Auftrag konkreter gefasst wird. Angesichts des ausgerufenen Klimanotstandes dürfen wir nicht viel Zeit für Konzepte verplempern, sondern brauchen schnell umsetzbare Maßnahmen.“

Seine Partei hatte bereits vor drei Jahren einen ganz ähnlichen Vorschlag eingebracht. Der Antrag mit dem Titel „Ideen für weniger Abfall in Köln entwickeln, bündeln und umsetzen!“ scheiterte 2018 allerdings im Stadtrat. Auch an den Stimmen von Grünen und CDU.

„Wir haben die Initiative auch damals begrüßt, dennoch stand zu der Zeit noch die Erstellung des aktuellen Abfallwirtschaftskonzept (AWK) aus, die wir abwarten wollten”, erklärt Alexander Volk das Veto von damals. 

Ein wichtiger Unterschied beim aktuellen Plan sei die Einbindung der breiten Öffentlichkeit. Dieses Mal sollen alle mit ins Boot geholt werden. 

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