Sehr seltene ArtWas genau ist das? Nächster süßer Nachwuchs im Kölner Zoo geboren

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Im Kölner Zoo kam im September ein süßer Südpudu zur Welt.

von Thomas Werner (tw)

Köln – Huch, was für ein süßes Wesen hat denn da im Kölner Zoo das Licht der Welt erblickt? Nachdem am Freitag (25. September) der Bison-Nachwuchs im Tierpark vorgestellt wurde, darf die Öffentlichkeit nun das nächste Jungtier begrüßen.

Kölner Zoo: Nächster süßer Nachwuchs geboren

Doch was ist es denn? Kaum größer als ein Hase, weiße Punkte auf dem Fell, die Kopf-Form eines Rehs – wer sich im Tierreich nicht genau auskennt, kann hier schnell ins Grübeln kommen. Die Antwort: Das niedliche Tierchen ist ein südlicher Pudu. Der Name bezeichnet die kleinste Hirschart der Welt.

Am 19. September kam das Jungtier zur Welt. Mutter ist Pudu-Dame „Auryn”, die 2018 ebenfalls im Kölner Zoo das Licht der Welt erblickte. Es ist ihr erstes Jungtier. Vater ist der neunjährige „Dursley”, der 2019 aus Wuppertal nach Köln kam. Er hat bereits mehrfach Nachwuchs gezeugt.

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Südpudu-Nachwuchs im Kölner Zoo: Einen Namen gibt es noch nicht

Einen Namen hat der kleine Südpudu-Nachwuchs bisher noch nicht. Der Grund: Bisher haben die Tierpfleger das Geschlecht noch nicht bestimmt. Dafür hätte man Mutter und Jungtier kurzfristig trennen müssen und eventuell die Mutter-Kind-Bindung gestört. 

Pudus zählen zu den Hirschartigen. Es gibt zwei Unterarten – den Südlichen und den Nördlichen Pudu. Süd-Pudus, wie sie der Kölner Zoo hält, leben in Patagonien.

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Gemeinsam mit Mutter „Auryn” erkundet der Südpudu-Nachwuchs schon vorsichtig das Außengehege.

Im Gegensatz zum Nord-Pudu, der in den kargen Hochgebirgslagen der kolumbianischen, ecuadorianischen und peruanischen Anden vorkommt, sind Süd-Pudus reine Waldtiere. Sie sind scheu und überwiegend nachtaktiv. Ihre Nahrung besteht aus Blättern, Rinde, Früchten, Blüten und jungen Baum-Trieben. Süd-Pudus leben in der Regel einzelgängerisch und kommen nur zur Paarung zusammen.

Süd-Pudu im Kölner Zoo: Population der Tiere geht zurück

Die Bestände der Süd-Pudus gehen weltweit zurück. Experten gehen von einer Population von nur noch rund 10.000 aus. Grund dafür sind unter anderem die Jagd und Auseinandersetzungen mit Haushunden, die Menschen einst in Patagonien eingeführt haben.

Die Pudu-Anlage des Kölner Zoos liegt im Südamerikabereich im Herzen des Zoos, zwischen der Anlage für den Großen Ameisenbären und den Primaten und Aras im Kleinen Südamerikahaus. Pudus erreichen in Zoos ein Alter von bis zu 20 Jahren. In Deutschland leben aktuell 22 Pudus in fünf verschiedenen Zoos; in Europa sind es 62 in 20 Zoos.