+++ EILMELDUNG +++ Mega-Razzia Auch Eifel-Burgen und Anwaltskanzleien im Kölner Raum durchsucht

+++ EILMELDUNG +++ Mega-Razzia Auch Eifel-Burgen und Anwaltskanzleien im Kölner Raum durchsucht

Erdreich verseuchtViel schlimmer als gedacht: Umwelt-Desaster bei Shell in Köln

shell

Die Shell-Raffinerie in Godorf.

Köln – Dass eine Pipeline undicht war, wusste Shell seit April: Da hatte man eher zufällig ein winziges Loch an einer Leitung mit Dieselöl entdeckt. Laut Shell war es gerade mal 1,5 Millimeter groß. Doch der Schaden, den das Leck verursacht hat, ist viel größer als bislang angenommen. Das haben Recherchen des WDR ergeben.

Shell in Köln: 450.000 Liter Dieselöl im Erdreich versickert

Dem Bericht zufolge sind aus der Pipeline insgesamt bis zu 450.000 Liter Dieselöl gelaufen und im Erdreich versickert. Bei der Kölner Bezirksregierung wird die Menge auf bis zu 400 Tonnen geschätzt, das entspricht einer Ladung von mehr als 40 Tanklastern. 

Laut Shell sei bislang nur das Raffinerie-Gelände betroffen. Über 11 bestehende und neu errichtete Grundwassermessstellen sowie weitere 20 Bodenbohrungen habe man das verunreinigte Gebiet eingrenzen können. 

Alles zum Thema Shell

Hier lesen Sie mehr: Heftige Attacke auf Spielplatz in Kerpen

Mit Pumpen werde derzeit daran gearbeitet, das Grundwasser zu reinigen. Dafür sei der Grundwasserspiegel mit Pumpen an zwei Stellen abgesenkt worden. So werden Absenktrichter erzeugt, in dem sich das auf dem Wasser schwimmende Öl sammelt, das dann abgepumpt und entsorgt werden kann.

BUND kritisiert Kölner Shell-Raffinerie

Heftige Kritik an Shell übt unter anderem der Umweltverband BUND. Bei der Raffinerie würden die Sicherheitskontrollen an Pipelines vernachlässigt.

In der Vergangenheit hatte es des öfteren ähnliche Zwischenfälle gegeben: 2012 waren auf dem Werksgelände in Wesseling mehr als eine Million Liter Kerosin im Erdboden versickert, im gleichen Jahr waren 900 Kilo eines Kohlenwasserstoffgemischs im Godorfer Werk ausgetreten. Shell reagierte – auch aufgrund des öffentlichen Drucks – und investierte in den Folgejahren 150 Millionen Euro in die Sanierung und Kontrolle des Rohrleitungssystems auf dem gesamten Raffinerie-Gelände.

Den aktuellen Schaden führt Shell auf unsachgemäße Straßenbauarbeiten zurück. Die betroffene Leitung verläuft größtenteils oberirdisch und nur im Bereich des Lecks unterirdisch zur Unterquerung einer Werksstraße. (jan)