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„Totalversagen mit Anlauf“ Schul-Fiasko: Kölner Fachleute rechnen mit Stadt und NRW-Ministerin ab

Demonstration von Eltern und Kindern vor dem historischen Rathaus zu Köln auf dem Alter Markt in der Kölner Altstadt.

Viele Kinder und Eltern waren am Montag (28. März 2022) am Alter Markt auf die Straße gegangen, um gegen den Schulplatzmangel in Köln zu demonstrieren.

Mit großen Vorwürfen in Richtung der Stadt und NRW-Schulministerin Gebauer hat sich die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft in Köln zum Schul-Chaos geäußert.

Das Schul-Chaos in Köln schlägt hohe Wellen: Viele Schülerinnen und Schüler, die im Sommer auf die weiterführenden Schulen wechseln, wissen längst noch nicht, in welcher Bildungseinrichtungen sie letztendlich unterrichtet werden.

Es gibt zu wenige angebotene Plätze in der Stadt, vor allem auf den Gymnasien. Die Frustration der Eltern und der Kinder ist groß, am vergangenen Montag (28. März 2022) demonstrierten sie auf dem Alter Markt gegen den Schulplatzmangel – viele Teilnehmende hatten Plakate dabei, auf denen unter anderem stand: „Ich bin doch keine Losnummer, sondern ein Kind!“ oder „Wir sind keine Nieten!“.

Nun hat sich auch die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft in Köln (GEW Köln) zu dem Problem geäußert und sich mit deutlichen Worten an die Stadt und NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer gerichtet.

Köln: Schul-Chaos erhitzt die Gemüter – „eine Katastrophe“

Yvonne Gebauer hatte am Mittwoch angekündigt, neben den bislang geplanten Mehrklassen an Gymnasien in Köln keine weiteren zuzulassen. Das bedeutet für die Schülerinnen und Schüler: Voraussichtlich 100 Kinder müssen sich dann ein Alternativ-Gymnasium außerhalb der Stadtgrenzen suchen.

Die GEW Köln und ihre Geschäftsführerin Eva-Maria Zimmermann sind schockiert über die derzeitige Situation: „Die Stadt Köln schafft es erschreckenderweise, sich in ihren Negativrekorden im Bereich Schulentwicklung immer wieder selbst zu übertreffen. Nun geht Köln tatsächlich als erste Kommune in die Geschichte ein, die es nicht schafft, ihrer kommunalen Pflichtaufgabe nachzukommen und für alle Kinder Schulplätze bereitzustellen.“

Seit Jahren habe die Gewerkschaft den Schulplatzmangel angemahnt – genau wie viele Eltern und die Schülerinnen und Schüler. „Dass die Stadt Köln hier sehenden Auges in eine Katastrophe hineinrennt und dies nun auf dem Rücken der Kinder ausgetragen wird, ist ein politisches Totalversagen mit Anlauf.“ Rums, das sind harte Worte.

Schul-Fiasko in Köln: „Es droht ein weiteres Desaster“

Doch deren klarer Ansichten nicht genug: Auch Klaus Minartz vom Arbeitskreis Schulentwicklung der Kölner Gewerkschaft ist bestürzt.

„Diesmal trifft es die abgelehnten Kölner Gymnasialkinder und ihre Eltern. Unkommentiert lässt die NRW-Schulministerin, dass in Köln auch knapp 1000 Kinder, die an Gesamtschulen angemeldet wurden, keinen Platz an einer Kölner Gesamtschule finden konnten. Hätte die Kölner Politik die seit Jahrzehnten fehlenden Gesamtschulen errichtet, dann wäre der erzwungene Drang auf die Kölner Gymnasien wesentlich milder gewesen.“ Nun drohe ein weiteres Desaster der Schulpolitik in Köln.

Bei diesem Problem und der Diskussion rund um die fehlenden Schulplätze in Köln ist ordentlich Dampf auf dem Kessel – und das letzte Wort vermutlich lange noch nicht gesprochen. (nb)

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