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„Religion ist saugefährlich" Kölner Pfarrer Meurer mischt Illner-Talk auf

pfarrer meurer

Pfarrer Franz Meurer zeigt in Höhenberg und Vingst („HöVi-Land“) was Kirche sein kann: „Zusammenhalt, füreinander einstehen, die Menschen mitnehmen.“

Berlin – ZDF-Talkerin Maybrit Illner lud ein zum Thema „Feinde im eigenen Land – was tun gegen den IS-Terror?“ und der umtriebige Kölner Pfarrer Franz Meurer überraschte alle mit seiner frischen und pragmatischen Art.

Es ging vor allem um Angst. Bedrohung und Terrorismus, auch geschürt durch eine martialische Studiodekoration, sollten den Hintergrund der Sendung bilden, doch Veedels-Pfarrer Meurer aus Höhenberg-Vingst setzte Vernunft und Tatkraft dagegen. Die Zuschauer waren begeistert.

In seinem Viertel ist das Christentum nur eine Minderheit. Muslime stellen über zwei Drittel der Bevölkerung in dem rechtsrheinischen Stadtteil. Trotzdem plädiert der Theologe eindringlich für einen Dialog der Religionen. Aber sein Credo ist vor allem: Handeln statt reden.

Ein Mann der Tat

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Schon in seinem ersten Statement macht er eins klar: Er ist ein Mann der Tat. „Wenn eine muslimische Mutter zu mir kommt, weil ihr Sohn drogensüchtig ist, wird am gleichen Tag eine Beratung organisiert. Und ich fahre sie persönlich zu diesem Termin hin“, erklärt der 65-Jährige.

Und er führt weiter aus: „Wir machen das, was Terrorismus verhindert. … Wenn Menschen Angst und Sorge haben, ist es wichtig etwas Praktisches zu tun. Man muss aus dem Blickwinkel der anderen schauen, und erkennen, was nötig ist für sie. Und das muss man dann schnell umsetzen.“

Bei Meurer sind das keine leeren Worte. Er hat zum Beispiel innerhalb kürzester Zeit ein Zentrum und einen Friedhof für geflüchtete Jesiden eingerichtet und ihren Papst in seine Kirche eingeladen.

Warum Religion „saugefährlich“ ist und wie man der AfD begegnen kann? Lesen Sie auf der nächten Seite Meurers Erklärung dazu.

Das Signal muss sein: „Wir kümmern uns!"

Bosbach-Ramelow

Wolfgang Bosbach, CDU (re.) und Bodo Ramelow, Die Linke, verirrten sich in Floskeln.

Für den Umgang mit der rechtspopulistischen AfD hat er für die anwesenden Politiker Wolfgang Bosbach (CDU) und Bodo Ramelow (Linke) eine klare Marschroute parat. „Der Grund, warum die AfD derzeit so stark ist“, führt der Pfarrer aus, „ist der, dass sie den Leuten den Eindruck vermittelt, dass sie sich um ihre Sorgen kümmert. Wir Demokraten müssen nun den Leuten klarmachen, Du kannst Dich auf uns verlassen. Wir lassen Dich nicht hängen.“

Auch für den Umgang mit Jugendlichen hat er einfache Vorstellungen. Er spricht von einem Recht auf Strafe. Es müsse Möglichkeiten geben, junge Straftäter zu belangen und zeitnah, wie er betont, zu bestrafen.

Wie bringt man einen guten Menschen dazu, Böses zu tun?

Zu Religion an sich hat er ein durchaus zwiespältiges Verhältnis. So sagt er „Religion ist saugefährlich! Wenn Du willst, dass ein guter Mensch etwas Böses tut, dann führe ihn zur Religion.“ Religion solle sich der Vernunft unterwerfen.

Und dann folgt ein weiterer Hammer: „In dieser Welt spricht nichts dafür, dass es Gott geben muss. Deswegen muss Religion an zweiter Stelle kommen, hinter Menschenwürde, dem Grundgesetz und gegenseitigem Respekt.“

Eine Religion, die das nicht begreife, müsse man das klarmachen. Nicht mit Gewalt, sondern im Gespräch. Alle müssten sich respektieren und auf einer gemeinsamen Art und Weise respektvoll miteinander kommunizieren.

Einfacher Gedanke, anstrengende Umsetzung

Zum Schluss bringt er es auf den Punkt. Waffeln backen, Jobs schaffen, „es sind einfache Gedanken, die Terrorismus verhindern, schwierig ist nur die Umsetzung. Denn es ist anstrengend.“

Dafür erntet Meurer Beifall vom Terrorismus-Experten Peter Neumann. „Genauso funktioniert Terrorprävention“, sagt dieser.

(fxm)

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