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Köln erstrahlt in Rot Farbenfrohe Aktion soll auf großes Problem aufmerksam machen

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Alarmstufe Rot: Die Kölner Lanxess-Arena (hier aufgenommen am 22. Juni 2020)

Köln – Artikel aktualisiert am 22. Juni um 23.03 Uhr – Viele Kölner Orte und Gebäude erstrahlten am Montag (22. Juni) in roter Farbe. Was erhoffte sich die Kölner Veranstaltungswirtschaft?

Die von der Corona-Pandemie mit am schlimmsten betroffene Branche wollte mit dieser Aktion auf ihre schwierige Lage aufmerksam machen.

Köln ist damit nicht alleine. Deutschlandweit fand am Montag ab 22 Uhr die „Night of Light” statt. Für drei Stunden erstrahlten Unternehmen aus der Veranstaltungsbranche in mehr als 200 Städten Eventlocations, Spielstätten, Gebäude und Bauwerke in rotem Licht.

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Das E-Werk in Köln-Mülheim erstrahlte am Montagabend (22. Juni) in roten Farben, um auf die schwierige Lage der Veranstaltungsbranche aufmerksam zu machen.

„Night of Light” in Köln: Veranstaltungsbranche fordert Hilfe

Die Farbe wurde bewusst ausgewählt. Sie symbolisiert zum einen die große Not der Branche und zum anderen, wie sehr die Betroffenen für ihre Arbeit brennen.

„Die nächsten 100 Tage übersteht die Veranstaltungswirtschaft nicht”, warnt der Initiator Tom Koperek, Vorstand der LK-AG Essen. Sie sei der erste Wirtschaftszweig gewesen, der unter den Corona-Verordnungen leiden musste und wird der letzte sein, der wieder in vollem Umfang arbeiten darf, befürchtet er.

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Auch das Messehochhaus in Deutz beteiligte sich an der Aktion und wurde am Montagabend rot angestrahlt.

Durch die bundesweite Aktion erhofft sich die Branche eine stärkere Wahrnehmung durch die Politik und die Öffentlichkeit. Vor allem mit der Politik will sie Lösungen suchen, wie sämtliche Unternehmen vor einer Insolvenzwelle und hunderttausende Arbeitsplätze gerettet werden können.

„Night of Light”: Diese Kölner Orte wurden angestrahlt

Auch in Köln fand die Aktion hohe Resonanz. Zahlreiche Gebäude, wie unter anderem der Hauptbahnhof wurden am Montag rot angestrahlt.

Auch das Reiterdenkmal auf dem Heumarkt wurde in rotes Licht getaucht. Die Kölner Agenturen für Stadtführungen wollten damit auch auf ihre Situation aufmerksam machen. Durch die Maßnahmen der Pandemie seien immer noch viele Menschen verunsichert und würden nur zögerlich Stadtführungen buchen.

„Wir möchten vor allem als Kulturschaffende anerkannt werden”, erklärt Günter Klein, Geschäftsführer der Agentur FF Stadtführungen und einer der Initiatoren der kleinen Versammlung am Heumarkt.

„Unsere Branche ist gebeutelt”, sagt er, „wir hatten jetzt vier Monate lang kein Einkommen.” Erst ab Mitte 2020 rechne er wieder mit vollen Einnahmen.

Kölner Stadtführer kämpfen zusammen um Hilfe

Bereits ab 20.30 Uhr versammelten sich etwa 50 Teilnehmer mit kleinen Wortbeiträgen und kölscher Musik rund um das Denkmal. Natürlich alles im Sinne der Corona-Schutzverordnung, betont Klein.

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„Wir sehen das Ganze auch ein bisschen mit Zuversicht”, erklärt er. Das Gemeinschaftsgefühl unter den Mitstreitern sei definitiv da.

Auch das Gaffel am Dom hat sich beteiligt. „Wir sind eng mit der Veranstaltungsszene verbunden und im Gaffel am Dom selber Veranstalter”, sagt Thomas Deloy, Geschäftsleitung Marketing und PR der Privatbrauerei Gaffel. Abwechselnd wurde das Gebäude am Hauptbahnhof in rot und blau angestrahlt.

Gaffel am Dom und Volksbühne am Rudolfplatz machten mit bei „Night of Light”

In rot und grün hingegen sollte das 1905 erbaute Colonia-Haus an der Aachener Straße erscheinen. Die darin ansässige Volksbühne am Rudolfplatz schloss ihre Türen bereits am 12. März.

Das nicht subventionierte Theater verlor in drei Monaten die Ticketeinnahmen von rund 34.000 Besuchern. Seit der Wiedereröffnung am 14. Juni können nun von 300 freien Plätzen lediglich 134 besetzt werden.

Mit dem zwischenzeitlich grünen Licht wollte das Theater auf die kürzliche Wiedereröffnung aufmerksam machen.

Köln-Mülheim: Auch E-Werk und Palladium machten mit

Auch rechtsrheinisch fand die Aktion viele Teilnehmer. Die Schanzenstraße in Köln-Mülheim erstrahlte ebenfalls in rot, wie Anna Moll vom E-Werk und Palladium auch im Vorhinein ankündigte.

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Vor dem E-Werk in Mülheim versammelten sich einige Menschen, um das roterstrahlte Gebäude zu sehen.

„Wir machen unsere Hallen schick und strahlen sie mit großem Aufwand rot an”, erklärte sie. Auch die Nachbarn, das Carlswerk Victoria & Club Volta sowie das SAE Institute Köln zogen mit.

Lanxess-Arena erstrahlt am Montag in rot

Und auch der Big Player, die Lanxess-Arena, war dabei: Sowohl der Bogen als auch die dazugehörigen Streben sowie Bereiche im Inneren der Arena wurden am Montag rot angestrahlt. 

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