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Nazi-Gegner Kölner Historiker fordert: „Festkomitee soll Karl Küpper-Preis ausloben!“

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Küpper Forscher Dr. Fritz Bilz

Köln – Vergessen ist er noch nicht...

Der WDR erinnerte zuletzt mit einer großen Doku an ihn.

Am 19.3. widmet der Köln-Talk Loss mer schwade dem großen Büttenredner und Kölner Nazi-Verspotter Karl Küpper einen eigenen Teil mit Rolly Brings und Ludwig Sebus.

Doch der renommierte Forscher Dr.Fritz Bilz aus Kalk, der über Küpper publiziert hat, fordert im EXPRESS-Interview mehr - ein Denkmal und Preis für den1970 verstorbenen Fasteleer-Rebell!

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Herr Dr. Bilz, wird Köln Karl Küppers Andenken gerecht?

BILZ: Inzwischen besser als noch vor neun Jahren. In der ersten Auflage des Buches „Unangepasst und widerborstig. Der Kölner Karnevalist Karl Küpper“ von 2010 lauteten die letzten Sätze meines Buches: „Bis heute haben weder die Kölner Karnevalsoberen noch die Stadt Köln diesen aufrechten Karnevalisten und sein Verhalten in der NS-Zeit gewürdigt.

Noch nicht einmal eine Straße erinnert an ihn. Dies ist ein Armutszeugnis für seine Vaterstadt, die sich ansonsten vieler Traditionen rühmt.“

Daraufhin haben sich die Bezirksbürgermeister der Innenstadt und Kalk darum gestritten, wer nun einen Platz/Straße mit Karl Küppers Namen bekommt. Ich habe vorgeschlagen, dass die damals noch lebende Witwe dies entscheiden sollte. So kam dann der Karl-Küpper-Platz in die Innenstadt und in Kalk wurde eine Tafel an der Stelle angebracht, wo Karl Küpper bis zu seinem Tod eine Kneipe hatte. Aber das ist zu wenig.

Zum einen sollte die Stadt Köln den Karl-Küpper-Platz endlich mit einem Denkmal würdigen. Zum anderen täte es der Stadt Köln und dem Festkomitee gut einen gut dotierten „Karl-Küpper-Preis“ für die beste politische Büttenrede auszuloben.

Warum hat er dem NS Apparat in Bezug auf Haft wegen Wehrkraftzersetzung entgehen können?

BILZ: Karl Küpper, der vom Militär freigestellt war, erfuhr, dass er am nächsten Tage nach einer trotz Verbot gehaltenen Rede verhaftet werden sollte.

Er bekam den Tipp, sich sofort beim Militär freiwillig zu melden, dann unterstehe er sofort der Militärgerichtsbarkeit und kein Zivilgericht könne etwas gegen ihn unternehmen.

Das hat er auch gemacht und wurde vom Militär sofort – trotz zivilgerichtlichem Redeverbot – in der Truppenbetreuung mit seinen Reden eingesetzt.

Ist er für Sie ein Held?

BILZ: Nein! Es gibt für mich keine Helden. Ich kann mit dem Begriff auch nichts anfangen. Er war ein aufrichtiger Mensch, der den Nazis die Stirn geboten hat.

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Wie hier im Sölzer Klaaf hängen in manchen Kölner Kneipen Bilder von Karl Küpper.

Was würde Karl Küpper wohl heute über die AfD sagen?

BILZ: Er würde die mit Sicherheit kritisieren und durch den Kakao ziehen. Er würde auch auf Demos gegen sie auftreten.

Warum beschäftigen Sie sich mit ihm?

BILZ: Karl Küpper war ein Kalker Junge. Da ich als stellvertretender Vorsitzender der Kalker Geschichtswerkstat und als Historiker mich besonders für die Kalker Geschichte interessiere, lag es nahe, über diesen Menschen zu forschen und zu publizieren.

Das hatte die Kalker Geschichtswerkstatt so beschlossen. Außerdem ist mein Forschungsgebiet die NS-Zeit in Köln. Ich habe darüber mehrfach publiziert.

Stunksitzung in Küppers Tradition

Außerdem war ich 19 Jahre im Vorstand des Vereins EL-DE-Haus, dem Förderverein des NS-Dokumentationszentrum Köln. Ich habe mich auch an der Ausstellung über den Kölner Karneval im Nationalsozialismus im NS-Dok beteiligt.

Ich forsche auch weiterhin über Köln im Nationalsozialismus. Dabei habe ich erst kürzlich eine Rede des immer noch verehrten Karnevalisten Karl Berbuer aus der Session 1935/36 gefunden, wo Berbuer sich in einer Rede als glühender Verehrer Adolf Hitlers outet. Das habe ich natürlich in der Zweitauflage des Buches einfließen lassen.

Übrigens, alles was in den letzten Jahren über Karl Küpper in der Presse und in anderen Medien berichtet wurde, fußt auf den Ergebnissen meiner Forschungen. Vorher wurde über diesen aufrichtigen Menschen nichts publiziert.

Nur die Stunksitzung hat ihn einmal mit einem Redebeitrag erwähnt. Ich sehe sie in der direkten Tradition von Karl Küpper.

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