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Premiere am Freitag in Köln Was ruft der Muezzin da eigentlich? Und warum 13.24 Uhr?

Außenansicht der Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld. Am Freitag ist erstmals öffentlich der Muezzin-Ruf zu hören.

Aus der Kölner Zentralmoschee, hier ein Foto aus dem Februar 2022, ist am Freitag (14. Oktober) erstmals öffentlich der Muezzin-Ruf zu hören.

Am Freitag ist erstmals der Muezzin-Ruf der Zentralmoschee öffentlich zu hören. EXPRESS.de beantwortet die wichtigsten Fragen.

Köln und eine umstrittene Premiere: Am Freitag (14. Oktober 2022) ist erstmals öffentlich der Muezzin-Ruf aus der Zentralmoschee an der Venloer Straße in Ehrenfeld zu hören gewesen. Für maximal fünf Minuten werden Muslime nun regelmäßig zum Freitagsgebet gerufen.

Mustafa Kader, Religionsbeauftragter der Ditib, war für den Gebetsruf verantwortlich, der um 13.24 Uhr startete.

Aber: Was ruft der Muezzin da eigentlich?
Der islamische Gebetsruf „Adhān“ erfolgt in arabischer Sprache und heißt übersetzt:
Gott (Allah) ist groß (4x)
Ich bezeuge, dass es keine Gottheit gibt außer Gott (2x)
Ich bezeuge, dass Mohammed der Gesandte Gottes ist (2x)
Kommt zum Gebet (2x)
Kommt zum Heil (2x)
Gott ist groß (2x)
Es gibt keine Gottheit außer Gott (1x)

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Warum fand der Ruf um 13.24 Uhr statt?
Die ungenaue Uhrzeit kommt durch den Faktor zustande, dass sich der Zeitpunkt des Muezzin-Rufs am Sonnenstand orientiert. Darum variiert die Uhrzeit jeden Tag, im Laufe eines Jahres zwischen etwa 12 Uhr und etwa 15 Uhr. Die weiteren Muezzin-Rufe in Köln werden also zu anderen Zeiten stattfinden.

Was passiert innerhalb der Moschee?
Für den Muezzin-Ruf steigt der Muezzin normalerweise auf das Minarett. So heißen die hohen schmalen Türme an der ­Moschee. In Köln ist das aber nicht möglich, der Ruf wird per Lautsprecher übertragen.

Wenn sich die Muslime in der Moschee versammelt haben, wird vor dem rituellen Gebet die Freitagspredigt ­(Hutba) von der Predigtkanzel (Mimber) gehalten. Die Hutba ist Teil des Freitagsgebetes und wird in der Zentralmoschee Köln seit 2007 auf Türkisch und Deutsch gehalten.

Mustafa Kader, Religionsbeauftragter der Ditib, sitzt in einem Stuhl und spricht in ein Mikrofon. Er setzt den Muezzin-Ruf in Köln ab.

Mustafa Kader, Religionsbeauftragter der Ditib, ist am Freitag verantwortlich für den Muezzin-Ruf.

Warum ist das Freitagsgebet so wichtig?
Das Freitagsgebet ist im Islam das wichtigste Gebet der Woche und in seiner religiösen Bedeutung vergleichbar mit dem christlichen Sonntagsgottesdienst oder dem jüdischen Schabbat. Im Gegensatz zu den übrigen Tagen kann das Gebet am Freitag oder an Feiertagen im Islam nur gemeinsam verrichtet werden. Das Freitagsgebet wird in einer Moschee oder in islamischen Gebets­räumen in Richtung Mekka, wo die Kaaba steht, verrichtet.

Wie geht es in Köln weiter?
Der erste Ruf am Freitag ist Teil eines zweijährigen Pilotprojekts in der Stadt. Geplant ist, dass die Rufe zum Freitagsgebet regelmäßig zu hören sind. Die Ditib kündigte zudem am Freitag an, für weitere ihrer kleineren Moscheen Anträge zu stellen.

Was bekommen die Menschen in der Umgebung mit?
Laut Vereinbarung mit der Stadt Köln darf der Lärmpegel im direkten Umkreis der Moschee nicht auf über 60 Dezibel steigen. Das ist der Lautstärke-Bereichs, den auch ein normales Gespräch auslösen würde.

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