Kölner Motto-Queen Abschiednehmen: So stark blieb Marie-Luise Nikuta bis zum Schluss

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Leicht war dieser Auftritt nicht: Am 11. 11. 2014 nimmt Marie-Luise Nikuta auf dem Alter Markt Abschied von der Bühne und ihren Fans. 

Köln  – Abschied ist wohl das dominante Gefühl, das das letzte Lebensjahrzehnt von Marie-Luise Nikuta beherrscht. Abschied von ihrem Mann Willi, der 2009 starb. Von der Bühne, von ihrem Zuhause: „Ich habe immer wieder Abschied nehmen müssen in den letzten Jahren“, sagt sie noch 2019. „Aber ich habe versucht das mit Anstand zu tun.“

Marie-Luise Nikuta: Ihr Bauchgefühl rettet ihr Leben 

Dezember 2013: Marie-Luise Nikuta hat Kopfschmerzen. Dazu kommt ein „komisches Gefühl“ in der Magengegend. Die Motto-Queen ist alarmiert. Und ruft ein Taxi, um sich ins St. Vinzenz-Krankenhaus in Nippes fahren zu lassen.

„Wer meine Mutter kennt, weiß, dass sie nicht fimschig ist und nicht wegen jedem Tinnef zum Arzt rennt“, sagt Nikutas Tochter Andrea damals dem EXPRESS. „Ihr Bauchgefühl hat ihr wohl das Leben gerettet.“ Nach ersten Untersuchungen wird die Nikuta in die Uni-Klink verlegt – Not-OP wegen einer Hirnblutung.

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Nikuta: Mit dem Hirnschlag beginnt das Abschiednehmen

Dieser Hirnschlag ist der Beginn ihres letzten Abschiednehmens. Doch die Nikuta reagiert gelassen: „Vermutlich droht mir der Karneval vom Bettchen aus.“ Die Motto-Queen macht sich keine Illusionen und sagt erst mal alle anstehenden Termine ab.

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Sie beweist immer wieder Stärke: Die Nikuta trainiert 2014 nach ihrer Hirnblutung in der Reha.

Februar 2014: Marie-Luise Nikuta ist in der Reha. „Die Ärzte sind sehr zufrieden“, verrät sie stolz. „Ich mache aber auch wirklich alles mit. Und die Schnüss funktioniert einwandfrei.“ Auch das Musizieren: Das Motto-Lied der aktuellen Session ist längst fertig, jetzt spielt sie es regelmäßig auf dem Keyboard, das neben ihrem Krankenbett steht. „Ich will dat ja nit vergessen“, sagt sie lachend.

Motto-Queen denkt kurz nach der Reha schon an die Lachende

Und die Nikuta plant: Sie macht im April, gleich nach der Reha noch Werbung für die Lachende Arena 2014.

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Gerade aus der Reha, macht die Nikuta im April 2014 mit ihren Musiker-Kollegen schon wieder Werbung für die Lachende Arena. 

Und sie will ihr geliebtes Haus in Mauenheim verkaufen: „Ich hab mich da nach dem Tod meines Mannes manchmal allein gefühlt“, gibt sie zu. „Ich will jetzt ins in Zentrum ziehen.“ Am Ende wird es die Seniorenresidenz ganz nah am Dom.

Am 3. November 2014 kündigt die Nikuta ihren Abschied an

Damit noch nicht genug: Am 3. November 2014 kündigt die Motto-Queen ihren Abschied von der Bühne für den 11. November an.

„Die Ärzte haben zwar gesagt, ich kann machen, was ich will. Ich habe reiflich überlegt und lange mit mir gekämpft: Aber meine Gesundheit ist mir wichtiger. Ich habe mich nach dem Hirnschlag gut berappelt, habe keine Lähmungen davongetragen. Warum sollte ich meine Gesundheit noch mal aufs Spiel setzen? Ich bin froh, dass ich das überlebt habe und ich will noch was vom Leben haben.“

Köln: Auf dem Alter Markt sagt die Nikuta auf Wiedersehen

Am 11.11. feiert Köln die scheidende Motto-Queen auf dem Alter Markt. Drei Tage später verkauft sie auf einem Flohmarkt in der Seniorenresidenz, Orden und Devotionalien – das nennt man konsequent.

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Alles muss raus: Marie-Luise Nikuta versteigert ihre Devotionalien und Orden. 

Zwei Wochen vor ihrem 81-Geburtstag im Juli 2019 stellt die Nikuta ihr letztes Motto-Lied vor: „Et Hätz schleiht em Veedel“. Nur singen kann sie es nicht mehr – das macht jetzt die Band Do Schlafmütze.

Wetten, dass die Nikuta jetzt im Himmel das neueste Motto-Lied singt? Getreu, genau, ihrem Motto-Lied „Wenn die Engelcher ens Fastelovend fiere“...

Mach et jot, Marie-Luise!

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