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Kosten-Explosion: Zentral-Moschee wird doppelt so teuer

Sie griffen Paul Böhm an: Anwalt Dr. Christian Preetz, Ditib-Vize Orhan Bilen und Architekt Orhan Gökkus (v. l.).

Sie griffen Paul Böhm an: Anwalt Dr. Christian Preetz, Ditib-Vize Orhan Bilen und Architekt Orhan Gökkus (v. l.).

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Udo Gottschalk

Köln -

Der Streit um die Ehrenfelder Zentral-Moschee eskaliert. Architekt Paul Böhm droht dem Moscheeverein Ditib eine Klage wegen nicht gezahlter Honorare an. Die Ditib ihrerseits wirft Böhm als Baumeister Versagen vor und will Schadensersatz – „möglicherweise in Millionenhöhe“, wie Ditib-Anwalt Dr. Christian Preetz ankündigte.

EXPRESS hatte aufgedeckt, dass die Ditib den Architekten Böhm geschasst hat. Grund seien „gravierende Baumängel, Kostenexplosion und Terminverfehlungen“. Über 2000 Mängel habe das Sachverständigenbüro „Arndt plus“ ermittelt.

So sei etwa durch einen Rohbaufehler an den Kuppelschalen eine Abweichung von 23 Zentimetern festgestellt worden. Böhm habe die Ditib darüber nicht informiert und die Arbeiten fortsetzen lassen.

Außerdem müsse auch Beton saniert werden. Dabei will sich die Ditib noch nicht festlegen, ob die geplante Betonhülle beibehalten werde oder eine weiße Oberflächenverkleidung zum Einsatz komme.

„Als Künstler hat Herr Böhm brilliert, als Baumeister hat er leider versagt“, verkündete Ditib-Sprecherin Ayse Aydin vor der Presse. Dort gab sich der türkisch-islamische Verband zugeknöpft. Sprecherin Aydin verlas eine mehrseitige Erklärung und wollte dann lediglich „bautechnische Verständnisfragen“ zulassen.

So wies sie die Frage, warum die Ditib den Moschee-Beirat nicht über den seit Monaten schwelenden Streit mit dem Architekten informiert habe, zunächst als unzulässig zurück. Nach weiteren Anläufen erklärte sie: „Es ist nicht immer möglich, alle und sofort zu informieren, wenn sich die Ereignisse überschlagen.“

Das vernahm auch Ex-OB Fritz Schramma auf den Zuschauerbänken, der dem Moschee-Beirat angehört. Er kritisierte ein „ungeschicktes Vorgehen“ der Ditib und nannte die Pressekonferenz eine „Anklage“ gegen Böhm.

Bei der Ehrenfelder Moschee explodieren derweil die Kosten. Architekt Orhan Gökkus: „Herr Böhm hat sie ursprünglich auf 17 Millionen Euro geschätzt. Inzwischen haben wir eine Steigerung von über 100 Prozent.“ Macht also mehr als 34 Millionen Euro.