Projekt für 2,5 Milliarden Euro „Köln kommt!“: Hier startet ein neues Rüstungsprojekt

von der Leyen handschuhe

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen beim Startschuss für den Bau der Korvette „Köln“

Köln – „Köln“ auf den Meeren: Das ist Marine-Tradition, seit 1909 mit dem kleinen Kreuzer SMS Cöln das erste deutsche Marineschiff unter dem Namen der Domstadt in Dienst gestellt wurde. 

Die erste „Cöln“ endete in einer Tragödie: Zu Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 wurde sie von der britischen Royal Navy versenkt. 509 Marinesoldaten starben.

Bremer Werft Lürssen baut die Korvette „Köln“

Seit 1984 trug bereits das fünfte Schiff den Namen „Köln“, diese Fregatte wurde 2012 außer Dienst gestellt. Jetzt folgt die sechste „Köln“ - und sogar Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen war bei der feierlichen Zeremonie, dem traditionellen Brennbeginn, in der Bremer Lürssen-Werft dabei.

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kreuzer köln promis

von links: Vizeadmiral Andreas Krause, der Kölner Bürgermeister Hans-Werner Bartsch, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und Peter Hemmersbach, Vorsitzender des „Freundeskreis Fregatte Köln e. V." (FFK)

Die CDU-Ministerin ließ die erste Platte Schiffsstahl der künftigen Korvette „Köln“ verarbeiten und startete die automatische Plasmaschneidemaschine mit einem Knopfdruck nach einer kurzen Ansprache. Das erste Ergebnis: eine kiloschwere Silhouette des Schiffs.

Korvette KÖLN

So soll die Korvette Köln der Bundesmarine aussehen

Von der Leyen bezeichnete den Brennbeginn als „weiteren Meilenstein auf dem Wachstumskurs unserer Marine und unserer Bundeswehr“.

Die Korvette soll mit vier baugleichen Schiffen des Typs K 130 im Jahr 2022 fertig sein. Das Auftragsvolumen beträgt 2,5 Milliarden Euro. Die Schiffe sollen fünf weitere Einheiten ergänzen, die sich bereits im Dienst befinden, so bei internationalen Bündniseinsätzen, etwa im Rahmen der Beobachtermission der UNO im Libanon (UNIFIL). 

Kreuzer Köln, 2012 verschrottet

Die 2012 außer Dienst gestellte Fregatte „Köln“

Für die Kölner Marine-Tradition ist es ein besonderes Jahr: Die Stadt Köln und die Deutsche Marine feiern das 100. Patenschaftsjubiläum. Am 30. Juni ist ein Festakt im Historischen Rathaus geplant. 

Die Federführung für die Veranstaltung, die durch eine einwöchige Ausstellung mit vielen alten Schriftstücken und Fotos in der Piazzetta des Rathauses ergänzt wird, liegt beim „Freundeskreis Fregatte Köln e. V.“ (FFK).

Ein zerschossener Marinekutter in der Eigelstein-Torburg erinnert noch heute an den ersten Kleinen Kreuzer „Cöln“.  Nur ein Besatzungsmitglied, der Oberheizer Adolf Neumann aus Köln, konnte 76 Stunden nach dem Untergang des Schiffes lebend geborgen werden.

Kutterwrack hängt an der Eigelstein-Torburg

Das wenige Tage später am Strand von Norderney angetriebene Kutterwrack übergab der Inselkommandant der Stadt Köln. Nach anfänglicher Aufstellung in einem Hofraum des neuen Rathauses fand es als stummer Zeuge der Tragödie seinen endgültigen Platz in der Eigelstein-Torburg.

Bereits am 12. August 1915 wurde eine neue „Cöln“ (damals immer noch mit C) auf Kiel gelegt und es hieß wieder: „Cöln kommt!“. Sie überstand zwar den Ersten Weltkrieg, musste aber im November 1918 nach Scapa Flow überführt werden, wo sie sich mit weiteren internierten Schiffen der Kaiserlichen Marine am 21. Juni 1919 selbst versenkte.

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