Truck rettet Gastro Kölnerin verkauft Suppen und Co. to go – spezielles Lob für Veedel

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An dem Foodtruck Soulbowl von Kölnerin Miriam gibt es kontaktlos leckeres Essen zum Mitnehmen. 

Köln – Not macht bekanntlich erfinderisch...

Das trifft auch auf die Kölner Gastronomin Miriam (36) zu. Weil sie im Zuge der Corona-Maßnahmen ihren kleinen Laden „Soulbowl“ auf der Niehler Straße Mitte März schließen musste, hat sie sich schnell eine Alternative überlegt, um ihre vegetarischen und veganen Suppen und Co. auch weiterhin an ihre Kunden zu bringen.

Außerdem gefährdet Corona ihre Existenz, Miriams Café wurde erst Ende 2019 eröffnet und muss, wie jede andere Gastronomie, laufende Kosten decken.

Nippes: Foodtruck dient als kontaktloser Food-Pick-up

Die Kölner Gastronomin nutzt in der Corona-Krise nun ihren Foodtruck als kontaktlosen Openair-Food-Pick-up. Mit Essen zum Mitnehmen versorgen Miriam und ihre Mitarbeiter viele Leute im Veedel, die jetzt im Homeoffice arbeiten. 

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Außerdem spendet das „Soulbowl“-Team Lebensmittel, die abends nicht verkauft wurden, an Obdachlose. Mit dem Foodtruck hat Miriam schon Erfahrung, den mobilen „Soulbowl“-Verkauf gibt es nämlich schon seit 2018.

Kölner Gastronomin Miriam (36): „Ich bin meinem Vermieter sehr dankbar!“

„Natürlich ist es für uns schwer ohne Caterings und große Veranstaltungen. Vorher war der Truck auf Großevents im Einsatz, die natürlich alle gerade nicht stattfinden. Darunter fallen Messen, Streetfoodfestivals und Sportevents.“

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Gastronomin Miriam (36) hat ihren kleinen Laden kurzerhand in einen Foodtruck umgewandelt, um weiter kontaktlos Essen zu verkaufen. 

Doch mit dem Pick-up kann zumindest der Verkauf weitergehen. „Ich bin meinem Vermieter sehr dankbar, dass ich den Truck auf seinem Grundstück parken darf und von dort aus Essen to go verkaufe.“

Das Angebot werde bisher sehr gut angenommen. „Es kommen Stammgäste und auch neue Gäste.“ Am 17. März schrieb Miriam auf der offiziellen Facebookseite von „Soulbowl“:

Foodtruck in Nippes: Essen wird über ein Tablett herausgegeben

Doch wie funktioniert der Verkauf mit dem Pick-up jetzt genau?

„Wir geben alles kontaktlos raus, also über ein Tablett. Und wir akzeptieren Paypal, Kreditkarte und Barzahlung. Für Bargeld haben wir über unseren normalen Handschuhen noch ein Paar weitere Handschuhe. So können wir ausschließen, uns oder unsere Kunden anzustecken“, erklärt Miriam dem EXPRESS.

Der Truck mache es möglich, an der frischen Luft mit viel Platz und großem Mindestabstand „alle Leute mit Vitaminen, Suppen, Eintöpfen und Kaffee zu versorgen“.

Kölner Gastronomin: „Die Leute sind sich emotional viel näher als vorher“

Und nicht nur der Verkauf kann weitergehen. Auch alle Mitarbeiter konnten ihren Job behalten. „Dazu zählen unsere drei 450 Euro-Kräfte sowie meine Mutter. Meine Mutter backt und packt überall mit an und jetzt in der Krise gibt sie statt 150 Prozent 200 Prozent. Alle Mitarbeiter sind total froh, dass wir mit dem Truck weiterverkaufen können“, sagt Miriam. 

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Mit dem Einsatz des Foodtrucks fiel der 36-Jährigen wahrlich ein Stein vom Herzen. „Natürlich ist auch für uns diese Zeit schwerer, aber ohne den Truck hätte ich ein großes Problem, meine laufenden Kosten wie Miete und Gehälter bezahlen zu können.“ „Ohne den Truck wäre es ein Desaster“, so Miriam. Mit der Möglichkeit, den Verkauf weiterzuführen, könne sie die Krise überstehen.

Außerdem lobt die Kölnerin die „tolle Dynamik“ in ihrem Veedel. „Ich habe das Gefühl, die Leute halten zwar zwei Meter Abstand, sind sich aber emotional viel näher als vorher. Die Kunden hier im Viertel sind total hilfsbereit und versuchen, die lokalen Unternehmen zu unterstützen. So viele nette Nachrichten wie gerade habe ich noch nie bekommen.“

Für alle, die das Essen oder den Kaffee von „Soulbowl“ mal testen wollen: Der Truck steht in Nippes, Niehler Str. 76-78, 50733 Köln. Infos zur Speisekarte und den Öffnungszeiten finden Sie auf der „Soulbowl“-Facebookseite.

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