Neumarkt, Heumarkt, Alter Markt Wo Kölns Wochenmärkte ihren Anfang nahmen

Der Alter Markt mit Rathaus und Rathausturm, etwa um 1850. Im Hintergrund der noch unvollendete Kölner Dom.

Der Alter Markt mit Rathaus und Rathausturm, etwa um 1850. Im Hintergrund der noch unvollendete Kölner Dom.

Heute hat jedes Veedel in Köln seinen eigenen Wochenmarkt. Doch wie war das eigentlich früher? Wir werfen einen Blick zurück auf deren Anfänge und da sind es vor allem die drei großen Plätze der Domstadt, auf dem das Marktgeschehen blühte.

Alter Markt

Der Alter Markt ist der traditionsreichste und geschichtsträchtigste Platz Kölns. Seinen Namen Alter Markt hat er, weil er ungefähr 150 Jahre vor dem Neumarkt zum ersten Mal Erwähnung findet. Da er im Zentrum der Stadt lag, war der Alter Markt bis ins späte Mittelalter ein sehr beliebtes Wohngebiet der Kölner Führungsschicht.
Als „mercatus coloniae“ (Kölner Markt) wird er erstmals 922 urkundlich belegt. Seit 988 ist er als „forum“, also als Markt registriert. 

An der Ostseite des Platzes befanden sich Obststände, der Apfelmarkt, sowie Hülsenfrüchte und Gewürze. Daran schlossen sich die Gemüsestände an. Auf der Nordseite konnte man Zwiebeln, Salz und Kohlen kaufen. Außerdem gab es zahlreiche Stände für Gewürze, Drogen, Samen, Kurz- und Lederwaren, Haushaltsgeräte, Ton-, Zinn- und Drechslerwaren. An der Westseite befanden sich die Apotheken. Und die sogenannte „Kotzbank“ bot alles an, was in Schlachtereien von den Tieren übrig blieb, nämlich Herz, Nieren, Därme, Hirn und Knochen.

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Heumarkt

Nach dem Neumarkt ist der Heumarkt in der Altstadt der zweitgrößte Platz in Köln. Ursprünglich waren Heumarkt und Alter Markt ein Platz und wurden erst im Mittelalter voneinander getrennt.
Auf Heumarkt und Alter Markt fand das eigentliche Marktgeschehen statt. Hier konnten die Kölner Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs kaufen, wie Gemüse, Käse, Fisch, Hülsenfrüchte, Gewürze und auch Getreide und Heu – was dem Platz seinen Namen gab. Seit 1492 stand hier zudem eine Kornwaage.
Es gab nur wenige fest installierte Verkaufsstände – die sogenannten „Gaddemen“ – da hier zweimal wöchentlich der „kleine“ und der „große Viehmarkt“ beheimatet waren. Jeden Freitag gab es außerdem einen Pferdemarkt und wöchentlich einen Hühnermarkt.

Bis 1885 fand auf dem Heumarkt der Weihnachtsmarkt mit charakteristischen Holzbuden statt. Hier wurden Spielzeug, Süßigkeiten und vieles andere angeboten. „En de Hötte“ gehen nannte man dieses vorweihnachtliche Vergnügen. Im November 2005 hat die Stadt Köln die alte Tradition auf dem Heumarkt wieder aufleben lassen.

Neumarkt

Der Kölner Neumarkt 1903.

Der Kölner Neumarkt 1903.

Der Neumarkt ist der größte Kölner Platz und wohl auch der bekannteste. Als „novo mercato“ sollte er ab 1076 als Entlastung des Alter Markts dienen, denn bislang konzentrierten sich sämtliche Marktaktivitäten auf Heumarkt und Alter Markt. Durch die Nutzung des Neumarkts als neues Marktzentrum orientierte sich die Stadt um.

Eine 1376 installierte Tränke gibt Hinweis darauf, dass der Neumarkt zunächst als Pferde-, Hühner- und Viehmarkt genutzt wurde. Neben der Viehtränke befand sich eine Wasserpumpe und ab 1392 die erste in der Stadt errichtete Windmühle. Außerdem wurde der Neumarkt als Exerzierplatz und Austragungsort für verschiedene Feierlichkeiten genutzt.

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