Kartoffeln vom Markt Sibylle Barths steht seit 50 Jahren mit ihrem Stand in Riehl

Aktuell hat die Händlerin drei verschiedene Kartoffelsorten im Angebot.

Aktuell hat die Händlerin drei verschiedene Kartoffelsorten im Angebot.

Vor einem halben Jahrhundert, im November 1970 fing Sibylle Barths als Händlerin auf dem Riehler Wochenmarkt an. Die Idee dazu hatte ihr Schwiegervater, der damals noch mit der Pferdekutsche die Kartoffeln an Familie Eiche lieferte. Von ihr übernahm die damals 21-Jährige den Stand. Seitdem steht die gebürtige Kölnerin zweimal die Woche an ihrem kleinen zwei Meter langen Tisch und verkauft Äädäppel.

„Marktleute halten zesamme“

Früher wurden die Kartoffeln mit dem Pferdewagen geliefert.

Früher wurden die Kartoffeln mit dem Pferdewagen geliefert.

Seit den 1970er-Jahren hat sich einiges auf den Wochenmärkten getan. Die 71-Jährige berichtet: „Früher gab es eigentlich nur Lebensmittel auf den Märkten. Die Bauern aus dem Umland haben hier ihre Eier, ihr Obst und Gemüse an die Kölner verkauft.“ Heute ist das Angebot größer, so sind etwa auch Kleidung, Kurzwaren und Blumen zu finden. Die Stände in Sibylle Barths Nachbarschaft haben ebenfalls gewechselt. „Neben mir am Stand gab es schon Geflügel oder auch mal Socken. 15 Jahre lang lebte ich in guter Nachbarschaft mit einer Gewürzhändlerin. Aber eigentlich habe ich mich immer mit allen gut verstanden. Die Kollegen sind nett und hilfsbereit. Mir halten zesamme, mir Marktleute“, sagt die Händlerin. 

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Viele Stammkunden

Sibylle Barths verkauft zweimal die Woche Kartoffeln auf dem Riehler Wochenmarkt.

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Auch mit den Kunden pflegt die Kölnerin ein freundschaftliches Verhältnis: „Ich habe viel Stammkundschaft. Man kennt sich halt, das ist schon nett.“ Ans Aufhören denkt die Seniorin daher noch nicht. „Solange ich gesund bin und mein Mann nichts dagegen hat, behalte ich meinen Stand in Riehl“, scherzt Sibylle Barths. Von ihrem Zuhause in Neuehrenfeld, wo sie seit einem Jahr mit ihrem Mann lebt, ist es nicht weit. Zuvor hat sie mit ihm 50 Jahre lang an der Krefelder Straße gewohnt. Dort haben sie auch gemeinsam ihre zwei Kinder großgezogen, einen Sohn und eine Tochter. „Die kamen auch schon mal mit Opa oder Papa zu Besuch auf den Markt. Als sie noch klein waren, konnte ich sie zum Glück bei meiner Schwester lassen. Sie wohnte direkt neben uns. Das war praktisch“, erzählt die Händlerin.   

Einkaufen an der frischen Luft

Riehler Wochenmarkt

mittwochs und samstags, von 7 bis 13 Uhr

erreichbar mit der Bus-Linie 140 (Haltestelle Riehler Gürtel)

Aktuell hat sie festkochende Annabell, halbfeste Laura und mehlige Marvel im Angebot. „Meine Kartoffeln kommen aus der Lüneburger Heide. Wegen des sandigen Bodens sind die Exemplare von dort besonders schmackhaft“, erzählt die Kartoffelexpertin. „Und an der frischen Luft einkaufen ist ja im Moment auch am besten. Die Leute halten sich auch alle an die Regeln mit den Masken und den Abständen“, berichtet Sibylle Barths.  

Auf den Kölner Wochenmärkten gibt es viele Händlerinnen und Händler, die wie Sibylle Barths seit mehreren Jahrzehnten ihre Waren an den Ständen verkaufen – bei einigen ist es gar zur Familientradition geworden. Ohne diese „Urgesteine“ wären die Wochenmärkte in der Domstadt undenkbar!

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