Jrön, rut un wieß Mit Kohl bringen Sie im Winter gesunde Farbe auf den Teller

Das Wintergemüse ist nicht nur lecker und vielfältig, es steckt zudem voller Vitamine und Nährstoffe.

Das Wintergemüse ist nicht nur lecker und vielfältig, es steckt zudem voller Vitamine und Nährstoffe.

Auf der Suche nach einem neuen Superfood? In der kalten Jahreszeit gehört dazu definitiv der Kohl. Er überzeugt mit gleich mehreren Vorteilen: Viele Sorten werden direkt in Deutschland – und sogar im Rheinland – angebaut und müssen nicht importiert werden. Sie werden in Herbst und Winter geerntet und landen anschließend direkt auf den Kölner Wochenmärkten. Das frische Wintergemüse steckt außerdem voller Vitamine und Nährstoffe, macht satt, aber nicht dick. Lange kämpfte der Kohl gegen ein schlechtes Image als Arme-Leute-Essen, inzwischen entdeckt sogar die gehobene Küche das Wundergemüse neu. Denn dank seiner Vielfalt lassen sich ganz unterschiedliche köstliche Gerichte mit Kohl zaubern.

Typisch deutsch?

Sauerkraut gilt international als das Kohlgericht in der Bundesrepublik.

Sauerkraut gilt international als das Kohlgericht in der Bundesrepublik.

Kohl ist ein deutsches Gemüse – so lautet eine weit verbreitete Meinung. Dabei ist das Gemüse tatsächlich international weit verbreitet und seiner Herkunft nach keineswegs aus der Region. Die heutigen Sorten stammen ursprünglich vom Wildkohl ab. Der wurde bereits vor mehreren tausend Jahren vor allem in Griechenland und Italien angebaut. Schon etwa Platon und Aristoteles berichteten von der Heilwirkung des Gemüses. Erst im Mittelalter fand der Kohl Einzug in den heimischen Speiseplan. Schnell feierte er dann in Deutschland eine Art Siegeszug. Denn selbst in strengen Wintern wuchs das Gemüse auf den Feldern und versorgte die Menschen mit Nährstoffen. Daher stammt vermutlich auch das Image als Arme-Leute-Essens. Nicht besser wurde das nach dem Zweiten Weltkrieg, als Amerikaner und Engländer den Deutschen den uncharmanten Spitznamen „Krauts“ verpassten.

Gesundes Nahrungsmittel mit heilender Wirkung

Heute erlebt der Kohl jedoch eine Renaissance und wird als heimisches Superfood neu entdeckt. Und das mit gutem Grund: Denn das Wintergemüse ist gesund. Grünkohl zum Beispiel hat mehr Vitamin C als Orangen. In allen Sorten finden sich ebenfalls die Vitamine A, B, E und K sowie die Mineralstoffe Calcium, Eisen und Magnesium. Darüber hinaus enthält Kohl sekundäre Pflanzenstoffe wie etwa Glukosinolate, die vor Krebs schützen sollen. Außerdem sind insbesondere im Kohlsaft eine große Menge des Eiweißbausteins Methylmethionin, das Darmbeschwerden lindert. Alle Sorten stecken voller Ballaststoffe, die den Darm anregen und unterwegs Schadstoffe „aufsammeln“. Wickel mit Kohlblättern gelten auch als entzündungshemmend und wurden früher bei Wunden angewendet.  

Das könnte Sie auch interessieren:

Köstliche Vielfalt

Doch das Gemüse ist nicht nur gesund, es schmeckt auch lecker. Dank der großen Vielfalt an verschiedenen Sorten ist für jeden etwas dabei – ob in Suppen, Eintöpfen oder Aufläufen, als Sauerkraut, Kohlroulade oder in der Pfanne geschmort und angebraten.

Die wichtigsten heimischen Sorten auf einen Blick

Weißkohl

Der Kopfkohl wird in Deutschland am meisten angebaut – vor allem im Norden der Republik. Rund die Hälfte wird heute laut Schätzungen immer noch zum beliebten deutschen Sauerkraut verarbeitet. Das Gemüse schmeckt jedoch ebenso roh, etwa als Krautsalat, sowie gekocht oder angebraten. Anders als die meisten Sorten wird er nicht nur in der kalten Jahreszeit geerntet. Er kann bereits ab April im Freien angebaut werden, sodass die ersten Köpfe bereits im Mai reif sind.

Rotkohl

Ebenso wie der Weißkohl sind seine Blätter kräftig und zu einem festen Kopf geschlossen. Er ist wie sein weißer Verwandter fast das ganze Jahr über frisch erhältlich. Oftmals wird der Kohl Blaukraut genannt. Denn je nach ph-Wert des Bodens wächst er eher rot-, blau- oder lila-farben heran. Im Geschmack ist er deutlich süßer als andere Sorten. Besonders häufig wird er roh als Krautsalat oder gekocht als Beilage zu Fleisch zubereitet.

Grünkohl

Ein wahrer Wintertraum: Das Gemüse wächst schnell und hält auch den ersten Frost problemlos aus. Frisch auf den Kölner Wochenmärkten gibt es den Kohl von November bis März. Besonders beliebt ist er im Norden Deutschlands. Dort wird jährlich sogar ein Grünkohlkönig ernannt. Grünkohl enthält so viel Vitamin C wie kaum ein anderes Gemüse und regt die Fettverbrennung an. Zumeist wird er gekocht, inzwischen ist er jedoch ebenfalls in Smoothies beliebt.

Blumenkohl

Er ist international verbreitet. Besonders bekannt sind die weißen Exemplare. Es gibt ihn jedoch in verschiedenen Varianten: als Romanesco mit türmchenartigen Rosen oder in grüner sowie violetter Färbung. Beim Blumenkohl werden nicht die Blätter, sondern die sogenannten Röschen gegessen. Meistens wird er gedämpft beziehungsweise gekocht oder in Aufläufen verwendet. Im Geschmack ist das Gemüse eher dezent. Es enthält zwar weniger Vitamin C als seine Verwandten, ist dafür jedoch leichter verdaulich. Was kaum einer weiß: Die kleinen, zarten Blätter zwischen den Röschen sind besonders reich an Nährstoffen.

Brokkoli

Im Gegensatz zu seinen Verwandten ist der Brokkoli in Deutschland noch nicht so lange bekannt. Inzwischen wird er jedoch ebenfalls auf heimischen Äckern angebaut. Einige Sorten vertragen sogar Frost, weswegen das Gemüse sogar im Winter geerntet werden kann. Frischen Brokkoli erkennen Käufer an der kräftigen grünen Farbe. Exemplare, die schon länger lagern, entwickeln eine gelbliche Färbung. Zubereitet werden zumeist nur die Röschen im Gartopf, dabei sind die Stiele ebenso essbar, wenn sie vorab geschält werden.

Rosenkohl

Er ist der kleinste Vertreter in der Kohlfamilie und erst etwa seit dem 18. Jahrhundert hierzulande bekannt. Er wurde früher auch als „Sprossenkohl“ bezeichnet, denn an einem Stamm wachsen bis zu 100 Rosenkohlröschen heran. Ähnlich wie der Grünkohl entfaltet er seinen typischen Geschmack erst nach den ersten kalten Tagen. Frische Exemplare erkennen Käufer daran, dass die Röschen noch fest verschlossen sind. Besonders lecker ist das Gemüse kurz gegart. Wem der Geschmack zu intensiv ist, kann etwas Gemüsebrühe in das Kochwasser geben.

Wirsing

Das Gemüse mit den markanten, gekrausten Blättern ist ein Kopfkohl und wird inzwischen ganzjährig in Deutschland angebaut. Besonders beliebt ist er im Eintopf oder als Rahmwirsing. Er schmeckt jedoch ebenfalls zu Pasta-Gerichten und lässt sich roh im Salat verarbeiten.

Kohlrabi

Auch sie gehört zu der Kohlfamilie. Gegessen werden nicht die Blätter, sondern die verdickten Hauptstängel, die die Pflanze bildet. Dank ihres milden, leicht süßlichen Geschmacks werden sie gerne roh verspeist. Kohlrabi eignet sich jedoch ebenso in Aufläufen gekocht oder in der Suppe. Ein Tipp für den Einkauf: eher zu den kleineren Exemplaren greifen, da sie meist weniger holzig sind.

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.