Kölner Angst-Orte Sind wir nachts noch sicher? Das sagen OB und Polizeipräsident

Köln – Die Vergewaltigung einer jungen Nachtschwärmerin (25) – der Fall sorgt für zusätzliche Verunsicherung in der Bevölkerung.

Viele Bürger fühlen sich nachts an immer mehr Orten in der Stadt unbehaglich, haben Angst, Opfer eines Verbrechens zu werden. 

EXPRESS zeigt die Kölner Angstzonen auf – und hat OB Reker und Polizeichef Mathies gefragt, was zu tun ist.

Fakt ist: Seit der Silvesternacht von Köln hat das subjektive Sicherheitsgefühl einen spürbaren Bruch erlitten. Polizeipräsident Jürgen Mathies (55) unternimmt viel, um mit seinen Beamten die Kriminalität in der Stadt einzudämmen.

Ergebnis: Die Zahlen der Straßenkriminalität sind laut Mathies deutlich gesunken. Auch auf den Ringen ist die Lage dank seiner Maßnahmen wieder etwas entspannter.

Das sagt Polizeipräsident Jürgen Mathies

„Sicherlich haben wir uns in den Anfängen auf den innerstädtischen Bereich konzentriert. Allerdings haben wir auch von Beginn an alle Stadtteile im Blick. Das heißt: Wir können mit unseren Präsenzmaßnahmen flexibel auf Veränderungen reagieren, so auch in Bezug auf den Ebertplatz. Klar ist aber auch, dass wir Schwerpunkte setzen müssen“, so Mathies. 

Weitere Problemzonen

Kalk Post: Drogendealer treten auf.

Finkenberg und Kölnberg: Heimat krimineller Familien-Clans. 

Weidengasse: Rivalisierende Rapper-Banden.

Chorweiler: Zuletzt verstärkt Raubüberfälle.

„No-go-Areas“ hätten wir in Köln zwar keine. Dennoch hat Mathies Verständnis: „Auch ich nehme wahr, dass Menschen Sorge haben, wenn sie an einzelne Straßen und Plätze denken. Manchmal liegt es nur daran, dass Orte nicht hinreichend beleuchtet sind. Mir ist es wichtig, dass sich die Menschen in Köln und Leverkusen sicher fühlen können. Daran arbeiten wir jeden Tag. Die starke polizeiliche Präsenz wird aufrechterhalten, teilweise angepasst.“

Das sagt OB Henriette Reker

Oberbürgermeisterin Henriette Reker (59, parteilos) nimmt ebenfalls Stellung: „Ich bin überzeugt, dass Köln durch die strukturierte Zusammenarbeit mit der Polizei insgesamt sicherer geworden ist. Die Diskussion, ob man als Frau, als Mädchen in Köln allein unterwegs sein kann, gab es schon, als ich selbst noch ein junges Mädchen war. Solche abscheulichen Taten wie die jetzt am Hansaring erschüttern mich immer wieder aufs Neue“, erklärt sie.

Und weiter: „Ich will, dass sich jede Frau – und jeder Mann – sicher und ungefährdet in Köln bewegen kann. Klar gibt es Angsträume, die man meidet, ich zum Beispiel gehe nicht gern durch längere Tunnel oder Unterführungen. Eine absolute Sicherheit gab es nicht und wird es nie geben. Es gilt, die Ängste und Sorgen der Kölnerinnen  ernst zu nehmen. Deshalb besprechen wir solche Probleme in der gemeinsamen Sicherheitskonferenz mit Polizei und Justiz. Klar ist aber auch: Eine stärkere Präsenz von Polizei und Ordnungsamt hilft auch mehr!“

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