Kölner Nazi-Gegner Pläne immer konkreter: Karl-Küpper-Preis im Karneval soll kommen

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Karl Küpper starb 1970.

Köln – „D'r Verdötschte“. Im Mai jährt sich sein 50. Todestag.

Doch die Corona-Krise wird große öffentliche Aktionen zum Andenken an den großen Karl Küpper wohl nicht zulassen.

Dass der mutige Mann, der die Traute hatte, zur Zeit des Dritten Reichs im Kölner Karneval die Nazis in der Bütt zu verhonepiepeln und der 1970 verstarb, posthum angemessen gewürdigt werden soll, das ist inzwischen breiter Konsens.

Karl-Küpper-Preis: Festkomitee bestätigt Gespräche

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Nach EXPRESS-Informationen soll es den lang anvisierten Karl-Küpper-Preis tatsächlich bald geben.

Das Festkomittee Kölner Karneval, der Verein der Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums und die Stadtspitze haben sich der Sache angenommen.

Die AfD, die einen entsprechenden Antrag im Stadtrat seinerzeit gestellt hatte, wolle man nicht die Person Küppers vereinnahmen lassen.

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Michael Kramp vom Festkomittee (r.), hier mit OB Reker, Hähnche-Wirt Schubi Zender und Zug-Chef Holger Kirsch

Sprecher Michael Kramp: „Karnevalisten, Vertreter der Stadt und die Familie von Karl Küpper stehen im engen Austausch. Wir haben schon mehrfach darüber beraten – nicht erst, seit die AfD ihren unsäglichen Antrag formuliert hat.“

Karl-Küpper-Preis: Rolly Brings hatte die Idee befeuert

Historiker Fritz Bilz hatte die Debatte um einen möglichen Preis für den Ausnahme-Komiker genau vor einem Jahr noch einmal angestoßen.

Wie er hofft auch Küppers Sohn Gerhard, der sich über den Antrag der AfD öffentlich empört zeigte, dass seinem Vater noch ein würdiges Andenken zuteil werde.

Hier lesen Sie mehr: Historiker fordert: Festkomitee sollte Karl-Küpper-Preis ausloben!

Auch Kölschgrößen wie Ludwig Sebus (94), der ihn selbst noch erlebt hatte, und Rolly Brings (76) hatten die Idee befeuert, dem trotzigen Jecken ein nachträgliches Denkmal zu setzen.

Karl Küpper war mehr als ein Büttenredner

Nun sieht es so aus, dass die Sache schon in den nächsten Monaten konkret wird.

Dabei soll dem Vernehmen nach der große Kölner nicht nur auf die Person des Verdötschten in der Bütt allein reduziert werden, sondern im Gesamtkontext seiner Rolle und Haltung in dieser grausamen Zeit gewürdigt werden.

Auch wenn es angesichts von Corona eher ein stilles Jubiläum im Mai werden dürfte: ein tolles Signal für alle Jecken.

Und dann erinnert endlich mehr an ihn als der triste nach Küpper benannte Platz in der City ...

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