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Nach Missbrauch-Gutachten Wird Kardinal-Höffner-Platz am Dom jetzt umbenannt?

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Der Platz vor dem Dom an der Kreuzblume trägt den Namen des Kölner Kardinals Joseph Höffner (1906-1987).

Köln – Im Jahr 2008 war es soweit. Nach jahrelangen Bemühungen wurde der Platz vor dem Hauptportal des Doms feierlich nach Kardinal Joseph Höffner (1906-1987) benannt.

  • Platz vor Kölner Dom 2008 nach Kardinal Höffner benannt
  • Feierliche Eröffnung im Jahr 2008
  • Forderung nach Kölner Missbrauch-Gutachten

Doch im Nachgang des veröffentlichten Gutachtens zum Umgang mit Missbrauchsfällen im Erzbistum Köln wird jetzt die Forderung laut, den Kardinal-Höffner-Platz mit der Kreuzblume umzubenennen.

Kardinal Höffner

Der verstorbene Erzbischof von Köln, Joseph Kardinal Höffner, im Jahr 1979

Kölner Kardinal-Höffner-Platz: Elfi Scho-Antwerpes mit klarer Forderung

Die langjährige Kölner Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes spricht sich dafür aus: „Die Platz sollte angesichts der neuen Erkenntnisse zu Kardinal Joseph Höffner definitiv umgewidmet werden“, sagte die SPD-Politikerin der „Rheinischen Post“. Gerade im Fall einer so prominenten Stelle, die so viele Touristen anziehe, könne man sich durchaus die Frage stellen, inwieweit das moralisch noch vertretbar sei, so Scho-Antwerpes.

Elfi

SPD-Politikerin Elfi Scho-Antwerpes ist für die Umbenennung.

Die langjährige Bundestagsabgeordnete weiter: „Auch den Betroffenen gegenüber wäre es ein gutes Signal, wenn der Platz nicht mehr seinen Namen tragen würde.“
Höffner und seinem Nachfolger Kardinal Joachim Meisner attestiert das Gutachten mehrere Verfehlungen. Höffner konnten trotz insgesamt chaotischer Aktenlage acht Pflichtverletzungen im Umgang mit Fällen von sexualisierter Gewalt nachgewiesen werden. Der Kardinal verstieß demnach in seiner Amtszeit (1969-1987) mindestens sechs Mal gegen die Aufklärungspflicht und zwei Mal gegen die Maßgabe der Opferfürsorge.

Kölner Kardinal-Höffner-Platz: Bezirksbürgermeister will Expertenkommission

Die Nennung von Plätzen und Straßen sind Sache der Bezirksvertretungen. Andreas Hupke, grüner Bezirksbürgermeister der Innenstadt, war an dem verregneten Frühsommertag 2008 dabei, als Joachim Kardinal Meisner den frisch getauften Kardinal-Höffner-Platz segnete und der „Dicke Pitter“, der sonst nur an hohen kirchlichen Feiertagen zu hören ist, mit dem Geläut ansetzte.

Einweihung

2008 bei der Platztaufe (v. l.): Stadtdechant Prälat Johannes Bastgen, Kardinal Meisner, Innenstadt-Bürgermeister Andreas Hupke und Oberbürgermeister Schramma

Jetzt sagt der Bürgermeister dem EXPRESS: „Als ich den Namen Höffner im Zusammenhang mit dem Missbrauch-Gutachten hörte, war ich erst mal wie vom Donner gerührt. Ich werde in der Bezirksvertretung anregen, dass sich ein Experten-Gremium konstituiert. Dort, und das ist mir ganz wichtig, sollen neben Historikern und anderen Fachleuten auch Opfer und andere Betroffene gehört werden.“

Kölner Kardinal-Höffner-Platz: Enorme symbolische Wirkung

Das Ganze bedarf lauf Hupke einer „gewissenhaften, akribischen Aufarbeitung“.
Eine Umbenennung des Platzes vor dem Weltkulturerbe Dom hätte eine enorme symbolische Wirkung weit über Köln hinaus.

Und für Köln-Tourismus auch finanzielle Folgen. Die städtische Gesellschaft änderte 2008 die Anschrift damals von „Unter Fettenhennen“ in Kardinal-Höffner-Platz 1. Für die neue Beschriftung der Briefbögen, Kataloge und Broschüren hat Köln-Tourismus insgesamt Ausgaben in Höhe von 20 000 bis 30 000 Euro zurückgelegt. Eventuell wird eine solche Summe ja wieder fällig.

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