Irre Plakat-Aktion Kölner Wähler nimmt für wichtige Botschaft sogar Straftat in Kauf

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Andreas Langheim mit Pinsel und Farbe, womit er eine Atemschutzmaske auf das Wahlkampfplakat von Markus Schmolz (CDU) gemalt hat.

Köln – Diese Themen gehen alle Kölner etwas an. Andreas Langheim (60) aus Riehl will die Menschen auf die Corona-Pandemie und die anstehenden Kommunalwahlen aufmerksam machen. Dafür hat er sogar eine Straftat begangen. Mit einem Pinsel und etwas blauer Farbe.

Die Wahlplakate der Kölner Kandidaten jeglicher Parteien für die Kommunalwahlen am 13. September hängen erst seit wenigen Tagen. Schon wurde eins des CDU-Kandidaten Markus Schmolz (24), der für den Wahlkreis Nippes I antritt, beschmiert. Der Kölner Kommunikationspsychologe Andreas Langheim bekennt sich offen zu der Aktion.

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Auf das Wahlplakat des CDU-Kandidaten Markus Schmolz an der Pionierstraße in Köln-Riehl wurde eines Atemschutzmaske gemalt.

„Vor unserer Haustür wurde ein Plakat des CDU-Kandidaten Markus Schmolz aufgehängt. Und das ohne Maske, wo hier doch überwiegend ältere Kölner wohnen, die besonders corona-gefährdet sind. Na da haben wir aber Herrn Schmolz schnell eine ins Gesicht gepinselt. Aus Gründen des Gesundheitsschutzes in unserem Veedel in Riehl. Und weil Kandidaten immer Vorbild sein sollten!“, erklärt er die Masken-Aktion mit einem Augenzwinkern.

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Andreas Langheim mit einem Besenstiel, an den er einen Pinsel befestigte, um eine Atemschutzmaske auf das Wahlplakat in Köln-Riehl zu malen.

Ganz ernst meint er aber: „Der Gesundheitsschutz sollte doch in diesen Zeiten oberstes Gebot sein. Überall in der Stadt lächeln uns die Kandidaten zu und tragen keine Maske. Ich möchte die Menschen aber dafür sensibilisieren, eine Maske zu tragen, um sich und andere zu schützen.“

Kölner Wähler Andreas Langheim: „Das ist kein Aufruf, Plakate zu bemalen“

Bei seiner Aktion habe er nur die Seite des Plakats, die seiner Haustür zugewandt ist, bemalt. „Mit griechischem blau“, sagt der Griechenland-Fan, dessen Wohnung mit Dutzenden Souvenirs aus dem Urlaubsland gespickt ist. Er stellt aber klar: „Ich begrüße die Kandidatur des jungen Mannes. Die Aktion soll aber nicht als Aufruf, Plakate zu bemalen, verstanden werden.“

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In Köln hängen seit wenigen Tagen die Wahlplakate der Kandidaten für die Kommunalwahl 2020 in Köln, wie hier das von Henriette Reker (parteilos) an der Boltensternstraße in Riehl.

Bei allem Spaß hat Andreas Langheim eine Straftat begangen. Wahlplakate gehören nämlich den Parteien, die sie aufgehängt haben. Um Übergriffe zu vermeiden, hängen Parteien alternativ ihre Plakate weit oben an Masten, damit Vandalen nicht so leicht drankommen. Auf EXPRESS-Anfrage erklärt Max Wilmes, Sprecher der Kölner Polizei: „Das Bemalen von Wahlplakaten ist Sachbeschädigung. Das Entfernen ist Diebstahl. Beides ist strafbar.“

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Das Wahlplakat des CDU-Kandidaten Markus Schmolz für die Kommunalwahl 2020 für den Wahlkreis Nippes I

Was sagt Markus Schmolz dazu? Der gebürtige Kölner, der derzeit noch eine Lehre zum Fachangestellten für Markt- und Sozialforschung absolviert, sagt auf EXPRESS-Anfrage: „Diese 'Verschönerung' des Plakates sehe ich persönlich mit viel Humor und werde keine Anzeige erstatten. Letztendlich ist es ein sehr wichtiges Thema, welches Köln und auch die gesamte Welt beschäftigt.“

Kölner CDU-Kandidat Markus Schmolz: „Vielleicht nehme ich Plakat mit nach Hause“

Und weiter: „Natürlich ist es wichtig, in geschlossenen Räumen Masken zu tragen aber als Kandidat möchte ich zeigen, wer ich bin und hinter einer Maske kann man den Kandidaten leider nicht mehr erkennen. Am Wahlkampfstand werden die nötigen Sicherheitsmaßnahmen selbstverständlich eingehalten. Vielleicht nehme ich es aber als Erinnerung mit nach Hause.“

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