Kölner Karneval  Große Geste im Gürzenich: Legende bekommt ihren eigenen Preis

Plakette

Christoph Kuckelkorn, OB Henriette Reker und Bernhard Conin (v.l.) mit der Plakette.

Köln – Er wurde zwar in Düsseldorf geboren. Aber er ist längst eine große Legende im Kölner Karneval. Ein Mensch, der Zivilcourage trotz der nationalsozialistischen Herrschaft übte – und dadurch leiden musste.

Jetzt kommt es anlässlich zum 50. Todestag von Büttenredner Karl Küpper (er starb am 26. Mai 1970 im Alter von 64 Jahren) zu einer ganz besonderen Geste. „Auch heute noch, 75 Jahre nach Kriegsende, braucht das Land Bürgerinnen und Bürger, die mit Mut für Demokratie und gegen Rassismus, Antisemitismus und jede Form der Diskriminierung einstehen“, finden die Stadt Köln, das Festkomitee Kölner Karneval und der Verein der Freunde und Förderer des kölnischen Brauchtums.

Köln: Karl Küpper bekommt eigenen Preis

Deshalb haben sie ab sofort den „Karl-Küpper-Preis“ ins Leben gerufen, der nun jährlich bundesweit an Menschen verliehen werden soll, die sich in besonderem Maße für Zivilcourage eingesetzt haben. Dotiert ist der Preis mit 10.000 Euro.

Alles zum Thema Henriette Reker
MDS-KSTA-2020-02-18-71-158168980

Karl Küpper war ein Büttenredner, der sich gegen die Nazis auflehnte. Das Aufnahmedatum ist nicht genau bekannt.

Zudem wurde am Dienstag (26. Mai) eine Plakette in Küppers ehemaliger Wirkungsstätte, dem Gürzenich, angebracht. „Damit wollen wir an diesen Ausnahmekarnevalisten erinnern“, so Kölnkongress-Chef Bernhard Conin.

Was für eine wunderbare Geste für einen Mann, der wie kein anderer Karnevalskünstler unter den Nazis litt.

Köln: Karl Küpper leistete Widerstand gegen die Nazis

1927 begann Küppers Karriere. Nach der Machtergreifung äußerte er sich immer wieder kritisch gegenüber den Nationalsozialisten. Die berühmte Handbewegung zum Hitler-Gruß persiflierte er auf der Bühne. Als er die Hand hob, sagte er immer in breitem Kölsch: „So hoch liegt bei uns der Dreck im Keller“ oder „Regnet es?“.

MDS-KSTA-2019-11-11-71-154359465

Diese Geste wurde Karl Küpper zum Verhängnis:Er persiflierte den Hitler-Gruß. Das genaue Aufnahmedatum des Fotos ist nicht bekannt.

Zuviel für die Nazi-Schergen: Küpper wurde mit einem Redeverbot belangt, kam an die Front. Nach dem Krieg und der amerikanischen Kriegsgefangenschaft wurde es aber nicht ruhiger um den Büttenredner. Da viele Nazis immer noch in hohen Positionen waren, zeigte er bei Auftritten immer noch den Hitler-Gruß und fragte spöttisch: „Ist es schon wieder am Regnen?“.

Karl Küpper betrieb eine Kneipe in Köln-Kalk

Diese Entgleisungen ließ das damalige Festkomitee nicht durchgehen und empfahl den Gesellschaften, Karl Küpper nicht mehr auftreten zu lassen. Letztlich beendete Küpper seine Karriere und eröffnete eine Kneipe in Köln-Kalk, die er bis zu seinem Tod führte.

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.