Sexueller Missbrauch Kölns Erzbischof Woelki: Basta, Gutachten bleibt unter Verschluss

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Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat sich gegen die Offenlegung eines Gutachtens zum sexuellen Missbrauch entschieden. Dies sei fehlerhaft, so die Begründung.

Köln – Es waren mehr als 400 Akten, die das Kölner Erzbistum, besser gesagt der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki, im Jahr 2018 einer Kanzlei in München zur Verfügung gestellt hat.

Darin enthalten: Die dem Bistum vorliegenden Verdachtsfälle von sexuellem Missbrauch von 1965 bis 2015. Die Kanzlei wurde mit einem Gutachten beauftragt.

Gutachten des Erzbistums Köln bleibt unter Verschluss

Doch nachdem das Gutachten erstellt worden ist, entbrannte ein Streit: Denn das Kölner Erzbistum möchte das Ergebnis des Gutachtens nicht veröffentlichen. Begründung: Die Münchner Kanzlei habe erhebliche Fehler gemacht, das Gutachten sei fehlerhaft. Das wiederum haben Kirchenexperten angezweifelt. Dennoch steht der Entschluss des Erzbischofs, die Ergebnisse zur Studie über sexuellen Missbrauch nicht zu veröffentlichen. Stattdessen soll ein neuer Gutachter beauftragt werden.

Der Kölner Kardinal hat am Sonntag (8. November 2020) die Entscheidung verteidigt, dass ein neuer Gutachter die Missbrauchsstudie für das Erzbistum Köln erstellt. Er verstehe, wenn die erneute Verschiebung der Untersuchung zu Enttäuschung, Verunsicherung und Vertrauensverlust führe, sagte der Erzbischof am Sonntag dem kirchlichen Kölner Internetportal „domradio.de“.

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Das Erzbistum hatte ein Gutachten zum sexuellen Missbrauch in Auftrag gegeben. Dieses wird aber nicht veröffentlicht.

Doch Experten hätten „klar den Hinweis“ gegeben, dass das bislang nicht veröffentlichte Erstgutachten der Münchner Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl (WSW) untauglich sei.

Eine neue Expertise will man jetzt am 18. März 2021 vorlegen. Woelki versicherte, dass auch weiterhin Fehler und Versäumnisse von Verantwortlichen benannt werden sollen. Wichtig sei aber auch, organisatorische, strukturelle oder systemische Fehler der Kirche festzustellen, um mögliche Konsequenzen ziehen zu können.

Köln: Maria 2.0 demonstriert für Offenlegung

Neben der Anerkennung des Leids der Betroffenen ziele die Untersuchung auf eine wirksame Prävention von sexueller Gewalt im Erzbistum ab.

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Das Bündnis Maria 2.0 demonstrierte am Freitag (6. November 20209 vor dem Kölner Dom.

Unterdessen hat die katholische Reforminitiative Maria 2.0 am Freitag (6. November) vor dem Kölner Dom dafür demonstriert, das Kölner Erzbistum solle das unter Verschluss gehaltene Gutachten zum Umgang der Bistumsleitung mit sexuellem Missbrauch veröffentlichen.

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