Hilfe wird zum Albtraum Saskia rettet Freundin – Kölner Behörde lässt sie im Stich

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Saskia K. half einer Freundin in einer Notlage. Sie wurde von ihr bestohlen und betrogen. Die hilfsbereite Studentin bleibt aber wohl auf dem Schaden sitzen und findet das ungerecht.

Köln/Bornheim – Die Gutmütigkeit der Studentin Saskia K. (25) aus Bornheim wurde eiskalt ausgenutzt. Das auch noch von ihrer angeblichen Freundin Lisa K. (Name geändert), der sie in einer Notlage aus der Patsche geholfen hatte. Saskia scheute keine Mühe und Kosten, um der alleinerziehenden Mutter zu helfen. Jetzt sitzt sie aber auf einem Schaden von über 4500 Euro. Als ob das alles nicht ausreicht, fühlt sie sich jetzt auch noch von den Behörden in Köln im Stich gelassen.

  • Studentin Saskia K. half einer Freundin, die sie eiskalt betrogen und bestohlen hat.
  • Trotz Leih- und Kaufvertrag hat die Studentin weder das Geld für eine verkaufte Küche noch geliehenes Bargeld zurückbekommen.
  • Die hilfsbereite Studentin bleibt auf dem Schaden von über 4500 Euro sitzen.

Saskia hatte im September 2019 mitbekommen, dass ihre Freundin nach einer Trennung mit ihrem damals dreijährigen Kind auf der Straße landete. „Da ich in meiner Wohnung ausreichend Platz hatte und ich großes Mitleid mit der jungen Mutter und ihrer kleinen Tochter hatte, bot ich ihr an, vorübergehend bei mir zu wohnen“, erinnert sich Saskia im EXPRESS-Gespräch.

Sie besorgte ihr sogar eine Wohnung. Dann fing alles an. Sie lieh ihr Geld, auf das sie bis zum Freitag (22. Januar) wartet. Und wohl so leicht nicht mehr wiedersehen wird.

Hilfsbereite Studentin Saskia K. von Freundin betrogen

Neben Geld für Zigaretten lieh Saskia ihrer Freundin auch das Geld für den Kitabeitrag für ihr Kind. Einen kleinen Teil hat Lisa erstattet, allerdings wartet Saskia bis heute noch auf 460 Euro. Für die neue Wohnung verkaufte Saskia ihrer Freundin auch eine Küche für 1500 Euro. Das hatte sie auch in einem Kaufvertrag festgehalten, worin die beiden eine Ratenzahlung in Höhe von 200 Euro pro Monat festhielten. Auch bekam Lisa Möbel von Saskia, wozu ein Leihvertrag aufgesetzt wurde.

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Saskia K. hatte einen Kaufvertrag aufgesetzt, in dem festgehalten wurde, dass sie ihre Küche für 1500 Euro an ihre Freundin verkauft.

„Da ihre neue Wohnung unmöbliert war und ich zur selben Zeit zurück in mein möbliertes Elternhaus zog, bat sie mich darum, ihr einige Möbel zur Verfügung zu stellen und meine Küche sowie meine Waschmaschine zu verkaufen. Allerdings hat sie darüber hinaus noch weitere Gegenstände mitgenommen, was nicht sofort aufgefallen ist, da durch den zeitgleichen Auszug viele Umzugskartons herumstanden“, schildert Saskia.

Unter den gestohlenen Sachen befanden sich etwa ein Playstation 4 und diverse Gegenstände, die laut Saskia keinen materiellen, aber ideellen Wert für sie haben.

Kontaktabbruch nach großer Hilfe für Freundin in Notlage

Dann folgte die bittere Erkenntnis: „Als ich die Herausgabe der entwendeten Gegenstände, die Kaufpreiszahlung und die Schulden verlangt habe, brach sie den Kontakt vollkommen ab. Auch persönliche Besuche meinerseits waren erfolglos, da sie mich einfach vor der Tür hat stehen lassen. Die im Leihvertrag vereinbarte Frist ist nun schon lange abgelaufen, jedoch habe ich mein Eigentum nicht wiederbekommen. Auch die unrechtmäßig in ihren Besitz geflossenen Sachen wurden nicht ausgehändigt“, berichtet die Studentin.

Anzeige wegen Diebstahl von der Staatsanwaltschaft Köln eingestellt

Sie schaltete einen Anwalt ein und zeigte ihre Freundin wegen der Leihsache wegen Diebstahls und Unterschlagung an. „Das war erfolglos, da die Staatsanwaltschaft Köln das Verfahren wegen Geringfügigkeit eingestellt hat“, ärgert sich Saskia. „Die Sachlage ist doch eindeutig und ich kann alles beweisen“, sagt sie. Tatsächlich hat sie eine ganze Mappe mit Unterlagen vom Gericht und Chatverläufen, die ihre Aussagen stützen.

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In diesem Chatverlauf bitte die Freundin Saskia um Geld. Sie versicherte ihr auch mehrmals, dass sie es zurückzahlen wird.

Immerhin: Vor dem Amtsgericht Brühl erwirkte Saskia mit einem Versäumnisurteil einen Vollstreckungstitel über 30 Jahre. Doch bei Lisa, die von Hartz IV lebt, war nichts zu holen. „Es war auch ein Gerichtsvollzieher bei ihr. Der kam aber mit leeren Händen zurück, wobei ja auch der Großteil der Sachen in ihrer Wohnung eh mir gehört. Da sie von der Grundsicherung lebt, brachte auch Pfändung ihres Kontos keinen Erfolg.“

Was bleibt, ist der Frust. Saskia ist enttäuscht. Von ihrer Freundin und den Behörden: „Ich bin selber noch eine junge Studentin und habe mir meine Möbel mit viel Arbeit schwer erschuftet und alles selber bezahlt. Jeder, dem ich von meinem Fall berichte, erkennt die Ungerechtigkeit, aber das Rechtssystem hilft mir nicht. Ich wollte doch nur einer jungen Mutter mit Kleinkind helfen, dann werde ich so verarscht. Ich verstehe das nicht und weiß einfach nicht mehr, was ich noch machen soll.“

EXPRESS konfrontierte Lisa mit den Vorwürfen. Sie sagt: „Was will die noch von mir? Wir haben alles vor Gericht geklärt. Tschüss.“ Sie hat offenbar keine Angst vor einer Strafe. In ihrer letzten Nachricht an Saskia heißt es: „Wegen deiner Möbel sehen wir uns vor Gericht. Ich warte auf deine Klage und den Termin.“

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