Schiff gerettet Queen, MJ, Kennedy – und im Krieg versteckt: Kölns vergessenes Denkmal

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Die „MS Stadt Köln” ist ein lang vergessenes Denkmal, das eine lange und ereignisreiche Geschichte hinter sich hat.

Köln – Queen Elisabeth II., Michael Jackson, John F. Kennedy – sie alle waren Gast auf der „MS Stadt Köln”. Das geschichtsträchtige Schiff beherbergte zahlreiche Persönlichkeiten, bevor es vor einigen Jahren nur knapp dem Schiffsfriedhof entging.

Dabei hat das heutige offizielle Denkmal eine lange Geschichte miterlebt. Erbaut im Jahr 1938 unter dem Namen „MS Hansestadt Köln”, galt es als eines der modernsten und schnellsten Boote auf dem Rhein.

Das Besondere an dem Schiff war seine Leichtigkeit, wodurch es so schnell wurde”, erklärt Udo Giesen aus dem Vorstand des Fördervereins „Freunde und Förderer des historischen Ratsschiffes MS Stadt Köln e. V.”.

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Die damalige „MS Hansestadt Köln” auf ihrer Jungfernfahrt 1938.

Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs soll der damalige Kapitän das Schiff abseits von Köln versteckt haben. Unter einem Tarnnetz im Hafen von St. Goar am Loreley-Felsen überstand es völlig unbeschadet die Bombenangriffe.

Vergessenes Denkmal in Köln: „MS Stadt Köln” überstand den Krieg unbeschadet

Nach Kriegsende übernahm die US Army das Schiff, gab es jedoch im Jahr 1952 an die Stadt zurück. Hier erhielt das Schiff schließlich den Namen „MS Stadt Köln”. Seitdem wurde es hauptsächlich zu Repräsentationszwecken und für Staatsbesuche genutzt.

In seinem prächtigen Aussichtssalon und der Oberbürgermeistersuite beherbergte es zahlreiche internationale Gäste von hohem Rang. Ein ganz besonderes Augenmerkt war der speziell angefertigte Teppich mit dem Kölner Stadtwappen. Die Gäste wurden mit ganz besonderem Geschirr bewirtet, auf dem der Name des Schiffes eingraviert worden war.

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In der Bürgermeistersuite war der Teppich mit dem Kölner Stadtwappen das Highlight.

Das Geschirr sei mit der Zeit verloren gegangen, bedauert Giesen. Einige Kölner, in deren Besitz Einzelstücke gelangt sind, haben sich bereits gemeldet. Der Förderverein freue sich über jeden, der einen Teil zu der Sammlung beitragen kann.

Aufgrund immenser Unterhaltungskosten sollte die „MS Stadt Köln” im Jahr 1982 verkauft werden. Letzten Endes blieb es jedoch weiterhin im Besitz der Stadt. 1990 wurde sie schließlich unter Denkmalschutz gestellt und stand seitdem im Niehler Hafen.

„MS Stadt Köln”: Zu hohe Kosten für Restauration

In der Silvesternacht 2000 soll dem damaligen Kölner Bürgermeister Fritz Schramma auf dem Schiff die Idee zu den Kölner Lichtern gekommen sein, erzählt Giesen.

Dann wurde die Zukunft des Schiffes plötzlich ungewiss. „Es wurde immer weniger genutzt”, sagt Giesen. Im Jahr 2008 betrugen die Kosten für die Instandsetzung 500.000 Euro. Die Stadt wollte die „MS Stadt Köln” nun wieder loswerden. Doch vier Jahre später beschloss sie doch, den Zuschuss zu bewilligen.

Vom Niehler Hafen wurde das Schiff zur KSD-Werft in Köln-Mülheim gebracht. Dort wurden weitere erhebliche Schäden im Rumpf festgestellt, deren Kosten sich mittlerweile auf 850.000 Euro beliefen. Wieder überlegte die Stadt, es zu verkaufen.

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Im prächtigen Salon der „MS Stadt Köln” trafen sich bedeutende Persönlichkeiten der Geschichte.

Unter anderem dank einer anonymen Spende von 80.000 Euro sowie der Gründung des Fördervereins konnten die Reparaturen schließlich doch vorgenommen werden.

Kölner Verein rettete die „MS Stadt Köln”

„Wir haben uns sehr gefreut, dass wir das Amt für Denkmalpflege des LVR für das Schiff begeistern konnten”, freut sich Udo Giesen.

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Zudem ist es Teil des Kinderbuches „Denkmalpflege im Rheinland – Wie geht das?” aus dem Kölner Bachem Verlag, das in gemeinsamer Arbeit mit dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) entstanden ist. „Dort sind wir als wichtiges Beispiel für den Denkmalschutz vertreten”, sagt Giesen.

Im Oktober 2019 wurde die „MS Stadt Köln” schließlich ein zweites Mal zu Wasser gelassen. „Nachdem es von unten wasserdicht gemacht wurde, müssen wir jetzt das gleiche mit dem oberen Teil des Schiffes machen”, erklärt Giesen.

Sobald es fertig ist, soll es als „schwimmendes Stadtmuseum” im Rheinauhafen, gegenüber vom Schokoladenmuseum stehen.

„Wir haben das Schiff vor dem Absaufen gerettet”, freut sich Giesen. Es ist ein wichtiges Stück Stadtgeschichte, das bald erlebbar gemacht wird.

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