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„Prügelpolizisten“ Satiriker Sonneborn stinksauer wegen Kölner CSD-Attacke – Anzeige

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Satiriker Martin Sonneborn, Mitglied des Europäischen Parlaments, hat in Köln Strafanzeige gegen unbekannt erstattet.

Köln – Es kommt spaßig-sarkastisch rüber. Doch es ist bitterernst gemeint. Satiriker und Europa-Politiker Martin Sonneborn hat in Köln Anzeige erstattet. Offiziell gegen Unbekannt. Doch gemeint ist eine Kölner Oberstaatsanwältin. Es geht um die Attacke von Polizisten auf einen Teilnehmer beim Christopher Street Day 2016.

  • Anzeige wegen CSD 2016 in Köln
  • Satiriker Martin Sonneborn geht gegen Kölner Oberstaatsanwältin vor
  • Polizisten hatten Teilnehmer in Köln verletzt

Die Anzeige von Sonneborn hat es in sich. Auch wenn Kommentare wie „Smiley“ oder „ZwinkerSmiley“ was Anderes vermuten lassen. Der Europapolitiker (Die Partei) erstattet „Strafanzeige wegen Strafvereitelung im Amt gegen unbekannt“. Für ihn nicht hinnehmbar: Das Verfahren gegen die Beamten, die Sonneborn „Prügelpolizisten“ nennt, war in Köln eingestellt worden. 

Kölner CSD-Attacke: Teilnehmer von Polizisten verletzt

Hintergrund: Ein heute 30-jähriger CSD-Teilnehmer war von den Polizisten geschlagen, getreten und beleidigt worden. Dabei wollte der junge Mann nur einen Streit in einem Schnellrestaurant schlichten. Doch die Oberstaatsanwältin machte dem Opfer den Prozess wegen Körperverletzung, Widerstand und Beleidigung. Nach drei Instanzen endete alles mit einem Freispruch.

Das Verfahren gegen die Polizisten wurde Anfang 2021 gegen eine Geldzahlung eingestellt. Es bestehe kein öffentliches Interesse. Ermittelnde Oberstaatsanwältin laut Recherchen des Polit-Magazins „Monitor“: wieder die Kölner Oberstaatsanwältin. Was Martin Sonneborn zu seiner Anzeige brachte. Der Satiriker teilt aber auch heftig gegen NRW-Innenminister Herbert Reul aus. „Köln ist doch nicht (nord-)Korea! Du darfst doch Deine Leute nicht einfach prügeln lassen“, schreibt Sonneborn.

Kölner CSD-Attacke: Verfahren gegen Polizisten eingestellt

Auch die NRW-SPD ist wegen der Einstellung des Verfahrens gegen die Polizisten empört. Sie fordert einen Bericht von Innenminister Reul. „Der Fall macht uns seit seinem Bekanntwerden regelmäßig fassungslos. Aber diese neuerliche Wendung setzt dem Ganzen noch die Krone auf“, erklärten die beiden SPD-Landtagsabgeordneten Sven Wolf und Hartmut Ganzke. 

Das 30-jährige Opfer hat inzwischen das Land NRW auf Schadensersatz in Höhe von 15.000 Euro geklagt. Und hat offenbar gute Aussichten auf Erfolg. Denn das Landgericht Köln hält die Forderungen für berechtigt: „Wir würden dringend anregen, dass das Land auf den Kläger zugeht, auch um das Verfahren endgültig mal zu beenden“, so der Richter.