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An Kölner Kirche Miese Aktion: Regenbogenfahnen abgerissen und angezündet

Regenbogenfahne

Zwei Regenbogenfahnen sind an der Kirche Christi Auferstehung, hier hinter einem Kreuz beim Open-Air-Segnungsgottesdienst für Liebende, abgerissen und angezündet worden.

Köln – Was für eine miese Aktion: Zwei Regenbogenfahnen sind in der Nacht zu Mittwoch, 12. Mai, an der Kirche Christi Auferstehung in Lindenthal abgerissen und angezündet worden.

  • Regenbogenfahnen in Köln abgerissen und angezündet
  • Es geschah an der Kirche Christi Auferstehung in Lindenthal
  • Die Kölner Polizei ermittelt

Der Küster habe die beschädigten Fahnen tagsüber bemerkt, entfernt und die Polizei informiert, so der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats Christoph Bouillon am Donnerstag, 13. Mai, gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Die Polizei bestätigte, dass eine entsprechende Strafanzeige eingegangen sei.

Kölner Kirche: Regenbogenfahne Symbol der LGBT-Gemeinschaft

Die Regenbogenfahne ist ein Symbol der LGBT-Gemeinschaft, in der Gemeinde hatten am Wochenende Segnungen für homosexuelle Paare stattgefunden.

Auch wenn die Aktion innerhalb der Kirche umstritten ist, gab es nach dem Wochenende keine negativen Reaktionen, Drohungen oder Ähnliches, so Bouillon. Abgesehen von den verbrannten Fahnen sei nichts an der Kirche beschädigt worden, wie die Kölner Polizei bestätigte.

Kölner Kirche: Erinnert an Bücherverbrennung

Beim geplanten ökumenischen Gottesdienst am Donnerstagabend zu Christi Himmelfahrt wolle man auf die Tat Bezug nehmen und sich dazu äußern. „Im Moment brennen vor den Synagogen die Fahnen“, so der Pfarrgemeinderatsvorsitzende, „da erinnert so eine Tat natürlich sehr stark an Bücherverbrennungen.“ In den vergangenen Tage hatte es nach dem Aufflammen des Nahost-Konflikts Sachbeschädigungen vor mehreren Synagogen gegeben.

Er sei im Austausch mit einer Synagogengemeinde, so Bouillon. Auch dort sei man entsetzt.

Kölner Kirche: Kunstprojekt mit verbrannten Regenbogenfahnen

Zum Feiertag am Gründonnerstag will die Gemeinde die Flaggen wieder aufhängen, nach dem Gottesdienst am Abend allerdings wieder abnehmen, „damit nicht noch mehr passiert.“ In den kommenden Tagen will die Gemeinde Lösungen suchen, um Regenbogenfahnen sichtbar, aber sicherer an der Kirche anzubringen. „Es wird wieder eine Fahne hängen!“

Auch die verbrannten Stoffe sollen nicht ungesehen bleiben: Bouillon kündigt an, es sei eine Kooperation mit dem Kölner Textilkünstler Walter Bruno Brix geplant, der aus einem der verbrannten Stücke ein Kunstobjekt machen wolle. Es soll im September im Rahmen einer geplanten Ausstellung in der Gemeinde zu Judenverfolgung zu sehen sein. (red)