„Der Eichelbischof“ Düsseldorfer Karnevalswagen vor Kölner Dom mit klarer Botschaft

Tilly

Künstler Jacques Tilly gestaltete die Skulptur mit dem Titel „Der Eichelbischof“ und dem Zusatz „Das Kernproblem der Katholischen Kirche“. 

Köln – Zum Start der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz hat es am Dienstag (23. Februar) vor dem Kölner Dom eine Protestaktion gegen die katholische Kirche gegeben. Im Mittelpunkt: ein Düsseldorfer Karnevalswagen.

  • Missbrauchs-Vorfälle in der katholischen Kirche sorgen für Unruhe
  • Protestaktion vor dem Kölner Dom
  • Düsseldorfer Karnevalswagen im Zentrum des Protests

Das Kölner Erzbistum, mit Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki an der Spitze, steht seit Monaten in der Kritik, weil ein Missbrauchs-Gutachten zurückgehalten wird. 

Bei dem Wagen handelt es sich um eine von Künstler Jacques Tilly gestaltete Skulptur mit dem Titel „Der Eichelbischof“ und dem Zusatz „Das Kernproblem der Katholischen Kirche“ – der Wagen war bereits am Rosenmontag in Düsseldorf zu sehen.

Katholische Kirche: Protestaktion vor dem Kölner Dom

Organisiert wurde die Aktion auf der Kölner Domplatte von der Giordano-Bruno-Stiftung sowie mehreren Betroffenenverbänden wie dem Eckigen Tisch. Zusätzlich wird in der Domstadt die Kunstinstallation „Die lange Bank des Missbrauchsskandals“ gezeigt.

Das Kunstwerk ist laut Veranstalter eine Anspielung auf das Versprechen des Missbrauchsbeauftragten der Bischofskonferenz, Stephan Ackermann, nichts auf die lange Bank schieben zu wollen.

Protest-Anhänger wollen mit Thesen aufmerksam machen

Im gesamten Bundesgebiet wollen Anhängerinnen der Bewegung Maria 2.0 zudem mit sieben Thesen an Dom- und Kirchentüren auf ihre Forderungen nach Kirchenreformen aufmerksam machen.

Mit ihrem „Thesenanschlag“ fordern die Katholikinnen unter anderem, eine geschlechtergerechte Kirche, die Aufklärung und Bekämpfung der Ursachen von sexualisierter Gewalt sowie die Aufhebung des Pflichtzölibats.

„Dass Luther seine Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg genagelt haben soll, ist wohl eher eine Legende, aber seine Thesen haben etwas Großes in Bewegung gesetzt“, heißt es in einer Erklärung von Maria 2.0.

Dasselbe Ziel habe die Reformbewegung mit ihrer Protestaktion „Thesenanschlag 2.0“.

In ihrer ersten digitalen Vollversammlung wollen die 68 Mitglieder der Bischofskonferenz über den Missbrauchsskandal und auch über das Problem der Kirchenaustritte beraten. Im vergangenen Jahr mussten die Bischöfe so viele Kirchenaustritte wie noch nie melden, aktuell treten im stark in der Kritik stehenden Erzbistum Köln besonders viele Katholiken aus. (afp/cw)

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