Gebäude leuchten orangefarben Köln macht heute auf enorm wichtiges Thema aufmerksam

DuMont Haus orange

Das Neven DuMont Haus an der Amsterdamer Straße in Köln leuchtet am Morgen des 25. November 2020 orange.

Köln – Am Mittwoch (25. November 2020) soll die Farbe Orange auf ein wichtiges Thema aufmerksam machen: Gewalt an Frauen. Jeden Tag erfahren Frauen und Mädchen Gewalt und Unterdrückung. Weltweit. Auch in Köln.

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November 2020

Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen leuchten in Köln unzählige Gebäude orangefarben. Auch das Neven DuMont Haus an der Amsterdamer Straße. 

Um auf das Thema Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen, hat EXPRESS außerdem die Profilfotos seiner Social-Media-Kanäle gegen ein EXPRESS-Logo vor orangefarbenem Hintergrund ausgetauscht.

Neben Köln beteiligen sich viele weitere Städte in der Bundesrepublik und aus der ganzen Welt an den sogenannten „Orange Days”: von Frankfurt und Essen bis hin zu Tunis, Mumbai, Rom, Brüssel, New York und vielen mehr. 

Die Aktion ist nicht neu. Jedes Jahr machen Organisationen und Frauenrechtsbewegungen weltweit am 25. November auf dieses wichtige Thema aufmerksam. Sie rufen zu einem eindeutigen NEIN gegen Gewalt an Frauen auf. 

Die weltweite Kampagne wurde 1991 vom Women’s Global Leadership Institute ins Leben gerufen und macht 16 Tage lang auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam. Dabei geht es nicht nur um physische Gewalt, auch psychische und strukturelle Gewalt sind Thema. 

Köln: Aktionen gegen Gewalt an Frauen

Unter dem Motto „Wir nehmen uns die Nacht“ ruft am 25. November auch das Bündnis autonomer Frauenprojekte „Lila in Köln“ ab 18 Uhr auf dem Alter Markt in Köln zu einer Protestkette gegen Gewalt an Frauen und Mädchen auf – mit coronabedingtem Sicherheitsabstand.

In den sozialen Medien wird mit den Hashtags #KölngegenGewaltanFrauen, #orangedays, #schweigenbrechen und #orangetheworld auf das Thema und weitere Aktionen hingewiesen.

Gewalt an Frauen in Deutschland wächst

Dass Gewalt an Frauen auch in Deutschland noch immer schockierende Realität ist, zeigt eine aktuelle Statistik. 

Wie KNA berichtet, hat die Zahl der erfassten Fälle von Gewalt in Partnerschaften in Deutschland sogar zugenommen. Im vergangenen Jahr wurden laut einer am 10. November 2020 in Berlin veröffentlichten Statistik des Bundeskriminalamts 141.792 Menschen Opfer von Gewalt ihrer aktuellen oder früherer Partner. Das waren etwa 0,7 Prozent mehr als im Vorjahr. 

Vier von fünf Betroffenen waren Frauen (81 Prozent), einer von fünf männlich (19 Prozent). Die Hälfte der Opfer lebte zum Tatzeitpunkt mit Täter oder Täterin in einem Haushalt.

Im Jahr 2015 waren noch 127.457 Opfer von Mord und Totschlag, Körperverletzung, Vergewaltigung, sexueller Nötigung, Bedrohung und Stalking durch Partner oder Ex-Partner erfasst worden.

Giffey: „Viele Frauen, aber auch Männer, sind zu Hause nicht sicher”

Insgesamt 149 Menschen wurden 2019 laut Statistik von Partnern oder Ex-Partnern getötet, davon waren 117 Frauen und 32 Männer. „Viele Frauen, aber auch Männer, sind zu Hause nicht sicher”, sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD).

Die Zahlen seien „schockierend”, denn sie zeigten, dass an fast jedem dritten Tag in Deutschland eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet werde. 

Alle 45 Minuten werde, statistisch gesehen, eine Frau Opfer von vollendeter und versuchter gefährlicher Körperverletzung durch sogenannte Partnerschaftsgewalt.

Nicht nur während der „Orange Days“, sondern rund um die Uhr können Betroffene das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter 08000 116 016 zu erreichen. (KNA/jba)

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