„Schwieriges Klientel“ Rattenplage in Kölns Problemviertel: Müllferkel nicht zu fassen

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Auch am Mittwoch (2. Juni), am helllichten Tag, liefen die Ratten überall herum.

Köln – Die schlimme Ratten-Plage von Meschenich – ist das überhaupt in den Griff zu bekommen? Im EXPRESS spricht jetzt Verwaltungschef Werner Eßer von SHV-Immobilien. Er sagt: „Ich bin froh, dass der EXPRESS über die Plage berichtet hat. Denn wir stehen vor Problemen, die wir nicht allein als Verwaltung bewältigen können.“

  • Ratten-Plage in Köln-Meschenich
  • Verwaltungschef reagiert
  • Unterstützung gefordert

Hunderte Ratten fressen sich in Meschenich täglich kugelrund. Bewohner der Hochhäuser entsorgen immer wieder ihren Hausmüll samt Nahrungsmittelresten vom Balkon oder aus dem Fenster.

Rattenplage in Kölner Problemviertel: Berliner Investor ist Problem

Das Problem: Die Vermieter der Häuser 4 und 5 lassen die Verwaltung vor Ort offenbar allein mit dem Problem. Werner Eßer: „Ein Großinvestor aus Berlin (506 Wohneinheiten) hat sehr schwieriges Klientel als Mieter in seine Wohnungen eingebracht. Diese Leute haben nichts zu befürchten, selbst wenn die beim Hinunterwerfen des Mülls erwischt werden. Denn der Investor kündigt diesen Mietern nicht.“

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Verwaltungschef Werner Eßer von SHV-Immobilien

Eßer hatte sogar schon einen Mitarbeiter mit einer Kamera abgestellt, der Müll-Ferkel auf frischer Tat filmte. „Wir haben diese Mieter angezeigt. Aber strafrechtlich hatten wir keine Chance, weil deren Anwälte behaupteten, ihre Mandaten hätten zuvor runtergeschaut, dass da niemand gefährdet wird. Damit war die mögliche versuchte Körperverletzung vom Tisch.“

Rattenplage in Kölner Problemviertel: Müllferkel machen weiter

Also können die Mieter immer weiter Müll ungestraft aus der Wohnungen werfen sehr zum Unmut von Eßer. Denn auch ihm ist völlig klar: „Die Ratten-Plage wird erst in den Griff zu bekommen sein, wenn den Tieren die Nahrungsgrundlage entzogen wird.“

Täglich räumen die Teams den Müll vor und hinter den Häusern weg, erklärt der SHV-Geschäftsführer. Aber: Alle zehn Minuten „regnet“ es neue Müllsäcke, die dann auf dem Boden aufplatzen und die Tiere ernähren.

Rattenplage in Kölner Problemviertel: Müllschlucker nicht benutzbar

Ein zusätzliches Problem, so Eßer: „Die vorhandenen Müllschlucker dürfen aufgrund geänderter gesetzlicher Vorschriften nicht mehr genutzt werden.“

Früher konnten die Bewohner ihren Müll auf dem Flur in den Müllschlucker geben. Durch eine Schacht landeten die Tüten dann in einem Container im Erdgeschoss. Doch mit der Schließung der Anlage sahen viele Mieter es nicht mehr ein, ihre Mülltüten mit dem Aufzug bis nach unten zu bringen.“

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