Müll-Chaos in Köln Ordnungsamt hat aktuell „andere Schwerpunkte”, die Vorrang haben

Muell_Bauer

Wie hier am Fühlinger See waren die Müllbehälter nach dem Hitze-Wochenende am 8./9. August total überfüllt.

Köln – Überfüllte Mülltonnen, aufgeplatzte Tüten, stinkende Essensreste, kaputte Hocker – das Bild, das sich etwa am Fühlinger See nach dem Hitze-Wochenende (8./9. August 2020) zeigte, lässt Menschen sprachlos und wütend zurück.

Gerade an heißen Sommertagen sammeln sich auf Kölner Grünflächen sowie am Rheinufer immer wieder riesige Müllberge an. 

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Corona verschärft Kölner Müll-Problem

Spaziergänger und vernünftige See-Besucher können da nur den Kopf schütteln. Muss das sein? Wieso nimmt man seinen Müll nicht wieder mit nach Hause, wenn die dafür vorgesehenen Behälter gnadenlos überfüllt sind?

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Müllberge sah man nach dem heißen Bade-Wochenende auch am Rheinufer in Köln-Langel.

Viele fragen sich zudem, warum die Stadt Köln nicht mehr oder größere Müll-Behälter aufstellt – oder ob die Kontrollen gegenüber Müllsündern wirklich ausreichen. EXPRESS hat bei der Stadt und AWB nachgefragt.  

Müll am Fühlinger See: Kontrollen wurden intensiviert

Schon letztes Jahr fragte EXPRESS bei der Stadt nach, wie etwa gegen den immensen Müllanfall rund um den Fühlinger Seevorgegangen wird. 

Damals hieß es: „Das Sportamt, das den Fühlinger See verwaltet, hat beim Ordnungsamt intensivere Kontrollen veranlasst, um Verstöße konsequenter ahnden zu können.“

Juli 2019: Müll-Wahnsinn an Fühlinger See & Co. – Kölnern reicht's

Wir hakten jetzt nochmal beim Ordnungsamt nach, wie der aktuelle Stand ist. Eine Pressesprecherin der Stadt klärte auf: 

„Für 2019 ist zu sagen, dass auf Bitten des Sportamtes die Kontrollen durch das Ordnungsamt am Fühlinger See, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, intensiviert und Verstöße entsprechend geahndet wurden.

In diesem Sommer kommt eine durch Covid-19 erschwerte Situation hinzu. Der Besucherandrang ist teilweise, mangels Alternativen, insbesondere bei schönem oder auch schwülem Wetter um ein Vielfaches höher. Mehr Besucher bedeuten natürlich auch mehr Müll – und unter Umständen mehr Verstöße.”

Genaue Zahlen entsprechender Verstöße konnte uns die Stadt nicht nennen.

Stadt Köln: Corona verschiebt Schwerpunkte beim Ordnungsamt

Die Sprecherin stellte aber auch klar: „Bedingt durch Covid-19 hat das Ordnungsamt in diesem Jahr weitestgehend andere Schwerpunkte, die Vorrang vor der Ahndung von „Müllverstößen“ haben.

Ungeachtet dessen haben sowohl das Ordnungsamt als auch die Polizei, teilweise gemeinsam mit dem Sportamt, an den vergangenen Wochenenden Kontrollen an Land und zu Wasser durchgeführt.”

Wie oft werden die Müllbehälter am Fühlinger See geleert?

Die Schwerpunkte würden dabei auf der „Überprüfung der Einhaltung der Abstandsregeln, der Kölner Stadtordnung (beinhaltet Verschmutzung durch Müll, offene Feuer, Leinenpflicht bei Hunden, etc.) und auch der Maßgaben der Satzung für die Benutzung der Sport- und Erholungsanlage Fühlinger See” liegen. 

Laut AWB-Sprecher Wilfried Berf werden die Müllbehälter, Papierkörbe und die sogenannten Müll-Ringe am Fühlinger See je nach Bedarf geleert – „bis hin zu täglich”. 

Warum gibt es in Köln nicht mehr Mülleimer?

Auf die oftmals gestellte Forderung, auch der EXPRESS-Leser, wie wir einer Umfrage unter unseren Abonnenten auf Instagram entnehmen konnten, warum es in Köln nicht mehr Mülleimer gebe, heißt es von der Stadt:

„Der Vertrag zwischen der Stadt Köln und der AWB zu den Straßenpapierkörben sieht vor, dass Straßenpapierkörbe jährlich bedarfsorientiert zugesetzt werden. Vorschläge aus Politik und Bevölkerung für neue und zusätzliche Standorte von Straßenpapierkörben nimmt die AWB Köln jederzeit entgegen.”

Wie viele Mülleimer gibt es in Köln?

In Köln gibt es allein 7.590 Papierkörbe (Stand: Mai 2020) im Bereich der Grünanlagen. Zusätzlich haben die Kölner Grünanlagen sogenannte Unterflurbehälter sowie Grillasche-Behälter.

Am Fühlinger See etwa stehen zudem rund 100 Abfallringe. „Also insgesamt ein sehr dichtes Netz an Entsorgungsangeboten”, sagt AWB-Sprecher Wilfried Berf.

Auf den öffentlichen Plätzen und Straßen in Köln gibt es laut Angaben der AWB Köln weitere 20.000 Papierkörbe. Diese stehen laut Berf „oft noch am Rand bzw. in relativer Nähe zu den Grünanlagen”.

Köln: Was tun, wenn Sie wilden Müll auf der Straße sehen?

Wenn Sie in Ihrer Nachbarschaft oder woanders in Köln Müll auf der Straße sehen, der nicht nach Sperrmüll aussieht – auch diesen muss man im Übrigen anmelden – können Sie das über die Service-App der Stadt Köln oder aber via AWB-App melden.

Muell_Neusser_Bauer

Direkt neben einem Altkleider-Container auf der Neusser Straße in Köln-Weidenpesch stapeln sich die Berge an Müll, darunter nicht nur Kleidung. Das Foto wurde am 14. Juli 2019 aufgenommen. 

In der App der Stadt haben Sie unter dem Punkt „Sag's uns” die Möglichkeit, „wilden Müll, Fahrradleichen, defekte Ampeln, verstopfte Gullys und mehr” zu melden.

In der App der AWB gibt es die Funktion unter dem Menüpunkt „Wilder Müll”. Ein Foto des Mülls und eine kurze Standort-Angabe reichen aus.

Im Auftrag der Stadt Köln beseitigt die AWB daraufhin wild abgeladenen Müll. Die Kosten trägt die Allgemeinheit.

Köln: Umweltsünder müssen mit Geldstrafen rechnen

Wer Müll oder Wertstoffe auf Kölns Straßen, Plätzen oder neben den dafür vorgesehenen Containern liegen lässt, begeht eine Ordnungswidrigkeit.

EXPRESS-Kommentar: Wenn Köln jetzt nicht endlich aufwacht, ersticken wir im Müll

Schon seit September 2002 gilt in Köln der Bußgeldkatalog der Stadt gegen Umweltsünder. In einer Übersicht der AWB sehen Sie, wie hoch die Strafen für die unterschiedlichen Vergehen ausfallen. 

Schnipst man etwa seine Zigarettenkippe in einer Kölner Grünanlage auf den Boden, kostet das 150 Euro Strafe.

Ermittler des Ordnungsdienstes kontrollieren regelmäßig, dass Müll nicht einfach auf die Straße geworfen oder liegen gelassen wird. Doch letztendlich kommt es vor allem auf die Verantwortung und Rücksicht von jedem Einzelnen der Natur gegenüber an.

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