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Kölner Forscher warnt Auf diese Gruppe kommt es an – sonst stirbt Kölsch aus

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Sprachwissenschaftler Georg Cornelissen, hier mit seinem Buch „Kleine Sprachgeschichte von Nordrhein-Westfalen“ im Jahr 2015, geht in Rente. Er erforschte über Jahrzenhte Dialekte und Mundarten wie Kölsch.

Köln – Er ist ein Geist, der sich sein Berufsleben lang der Sprache verschrieben hat und als Mann des Wortes gilt: Dr. Georg Cornelissen (67), selbst gebürtig aus dem Raum bei Kleve, erforscht seit Jahrzehnten die Phänomene der Dialekte im Dienste des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) in Köln. Nun geht der erfolgreiche Buchautor in Rente, doch das Thema wird ihn nicht loslassen.

  • Kölner Sprachforscher Georg Cornelissen geht in Rente
  • Er untersuchte 36 Jahre lang Mundarten und Dialekte
  • Eine Altersgruppe besonders gefragt, um Kölsch zu erhalten

„Denn Sprache bewegt sich“, so der Experte. „In 36 Jahren war ich professioneller Zeuge von einem unglaublichen Sprachwandel, das ist für einen Forscher total interessant.“

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Immer wieder hört man gerade von Älteren die Sorge, dass Dialekte wie das Kölsch und Rheinische Platt aussterben werden. Was sagt der Forscher?

„Ja, man spricht vom Dialekt-Schwund. Um ein Bild zu benutzen: Dass das kleine Kölschglas bald Richtung Schnapsgläschen tendiert. Wenn man in Köln den Jugendlichen zuhört, das ist sowas von anders als vor 36 Jahren. Dass die Globalisierung sich niederschlägt, war und ist erwartbar. Aber auch die 70-Jährigen machen globale Tendenzen mit.“

Köln: Sprachwissenschaftler Dr. Georg Cornelissen geht in Rente

„Skills“, „Alter“, „stabil“ – mit diesen heute gebräuchlichen Jugend-Worten ist der Forscher selbst natürlich nicht aufgewachsen: „Ich war auch mal jung, eins meiner Lieblingswörter war bärenstark. Für diesen Ausdruck haben wir jedes Jahr neue Wörter. Vor 20 Jahren kam ja 'geil' auf, das ursprünglich ja eine ganz andere Bedeutung hatte. Ich selbst benutzt das Wort heute nicht...“

Köln: Sprachforscher Georg Cornelissen sieht Altersgruppe 40 bis 70 in der Pflicht, Kölsch zu bewahren

Was können die Kölner tun, damit das Kölsch nicht in den kommenden Generationen verschwindet? Dr. Cornelissen: „Auf die Altersgruppe 40-70 kommt es an. Wenn man den Wunsch hat, Kölsch soll weiter leben, dann gibt es in dieser Gruppe ganz viele, die haben eine passive, gute kölsche Kompetenz und Neigung, sie hören das gerne, lesen gern Texte. Gerade sie müssen sich aufraffen und das Kölsch sprechen und weitergeben.“

Doch auch den Alten, die das echte Ur-Kölsch noch auf der Zunge tragen, kommt eine entscheidende Rolle zu: „Sie haben die Jungen zu ermutigen Kölsch zu sprechen. Bei keiner Sprache tun sich die Leute psychologisch so schwer, sie zu erlernen wie beim Platt und Kölsch, die Scheu sich als Sprachlerner darzustellen ist unglaublich groß.“

Köln: Karneval und Kölsche Tön Reichen nicht, um Kölsch zu erhalten

Kann der Karneval in Köln und seine jungen Bands wie „Kasalla“ oder „Miljö“ das Kölsch retten, weil hier das Brauchtum noch wie in keiner anderen Stadt gelebt, sich zu diesem bekannt und Kölsch gesungen wird? „Alleine nicht, aber dass Kölsch als Bühnensprache so präsent ist, ist einmalig im Rheinland, es gibt keine Großstadt mit so einer Banddichte wie in Köln. Leider fürchte ich dennoch: Dieser Rückenwind reicht noch nicht. Als Mitglied des Beirats der Kölschakademie finde ich auch toll, dass es diese gibt. Aber es müssen noch mehr Ideen her.“

Dr. Cornelissen hat eine, wenn es um das Thema Karnevalssitzungen, nicht nur im TV, geht. „Warum blendet man keine Untertitel ein? Dann können auch Menschen, die das Kölsch nicht verstehen, bei den Pointen mitlachen.“

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