Verdacht auf Blindgänger in Köln 40 Erdbohrungen durchgeführt – Ergebnisse liegen vor

Hit in WhatsApp-Gruppen Gegen die Wehmut: Kölner Familie baut Karnevalszug aus Lego

Lego_Zoch_29012021

Ein Karnevalszug aus Lego. Gebaut wurde er von Familie Klingbeil aus Köln-Rondorf und wurde zum Hit in WhatsApp-Gruppen.

Köln – Keine zwei Wochen mehr – dann ist Wieverfastelovend! Nur diesmal ohne Tausende feiernde Jecke auf den Straßen, ohne Dreigestirn am Alter Markt, ohne Pappnas. Köln geht einem traurigen Karneval entgegen, dem Unzählige wehmütig entgegenblicken.

  • Kölner Familie baut Karnevalszug aus Lego
  • Sogar ein Persiflagewagen und AWB sind dabei
  • Video von Lego-Zoch ist Hit in WhatsApp-Gruppen

So geht es auch Familie Klingbeil aus Rondorf. Normalerweise würde sie schon längst voll in den Vorbereitungen für die Schull- und Veedelszöch stecken. Doch dieses Jahr ist alles anders. Deshalb haben sie sich einfach eine Alternative gesucht – und lassen den Zoch durchs Wohnzimmer fahren.

Und von da fuhr er dank WhatsApp gefühlt einmal durch ganz Köln. „Eigentlich war das nur für unseren Karnevalsverein gedacht, jetzt hat es doch größere Wellen geschlagen“, so Katrin Klingbeil (40) zum EXPRESS. Vergangenen Sonntag (24. Januar) nahm sie den 124 Sekunden langen Clip mit ihrem Mann Achim (52) sowie den Söhnen Finn (11) und Lars (8) auf – dann verbreitete er sich immer weiter. „Die Resonanz war auf einmal riesig“, so Klingbeil.

Kölner Familie baut Karnevals-Zoch aus Lego

Zwei Wochen lang haben die Klingbeils immer wieder überlegt und an den neun Lego-Wagen gebastelt – sogar ein Kehrwagen der AWB fährt hinter dem Zoch her. Und: Das Wappen der „Katholischen Jugend rund um den Chlodwigplatz“ ist zu erkennen. Denn hier sind Katrin Klingbeil – ein echtes Südstadt-Mädchen – und ihre Familie Mitglied.

Klingbeil_29012021

Katrin, Lars, Finn und Achim Klingbeil bei den Schull- und Veedelszöch 2019. Mit der "Katholischen Jugend rund um den Chlodwigplatz". Sie gewannen den Originalitätspreis mit dem Motto „Kölle...Schwamm drüvver“.

Und deren Zoch-Durststrecke ist schon ganz schön lang. Normalerweise sind sie immer bei den Schull- und Veedelszöch dabei – die fielen schon im letzten Jahr wegen eines Sturms aus. Dieses Jahr wegen Corona. Das Verständnis dafür ist unter den Karnevalisten groß – die Wehmut aber auch.

Aktionen wie die der Klingbeils bringen da vielen von ihnen ein wenig Freude. Auch ihnen selbst – vor allem den Söhnen Finn und Lars.

Highlight Karneval fällt für viele Familien flach

„Es ist schon schwer, den Kindern immer wieder zu erklären, dass man etwas nicht machen kann. Das Jahr über hat man ja immer so Highlights: Weihnachten, Silvester, Karneval … und das fällt jetzt alles weg. Das fällt den Kindern schwer – und den Eltern auch. Da müssen Alternativen geschaffen werden“, sagt Katrin Klingbeil.

Denn neben Sportverein und Freunde treffen fallen auch viele Zusammenkünfte mit den Karnevals-Kollegen flach. Normalerweise wird im Sommer das Motto besprochen, mit dem Nähen der Kostüme begonnen. Dann die Kamelle-Kisten gepackt – all das fällt nun aus.

Alternative ist also zum Beispiel ein Lego-Zoch. „Die Jungs haben da richtig schöne Ideen reingebracht. Das entwickelt ja dann eine Eigendynamik, die waren irgendwann nicht mehr zu stoppen“, so Klingbeil fröhlich.

Und auch wenn er eigentlich in den Rosenmontagszug gehört, ist sogar ein Persiflage-Wagen mit dabei. Er zeigt Ex-US-Präsident Donald Trump. Klingbeil: „Den hat mein Mann gebaut. Irgendwann hat er mal eine Anleitung geschickt bekommen für einen Lego-Trump. Da ging es dann darum, wer den am schnellsten bauen kann.“ Schließlich fand der Donald einen Platz im Zoch.

Karnevals-Zoch aus Lego: Video schlägt hohe Wellen

Dass ihr Video dann so hohe Wellen schlägt, hätte Familie Klingbeil nicht gedacht. Mutter Katrin: „Es hat mich überrascht, wie viele sich zurückgemeldet haben, die das von ganz anderen Quellen bekommen haben. Da sieht man mal, wie schnell sich etwas verbreiten kann. Da war ich erstmal schon froh, dass wir die Kinder nicht gefilmt haben. Wir sind ja eigentlich davon ausgegangen, dass wir es nur an Bekannte schicken.“

Klingbeil weiter: „Jetzt sind wir aber auch froh, dass wir uns outen können und zeigen können, wer das kreativ gestaltet hat.“

Schließlich sei man darauf auch ein bisschen Stolz. Zu Recht!

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.