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Kölner Veedel mit Corona-Hotspots Impfprojekt vor Aus? Ministerium reagiert

Impfen

Am Montag, 3. Mai, hatte sich eine lange Schlange vorm Impfbus in Chorweiler gebildet.

Köln – Es ist ein Kölner Top-Projekt in Corona-Zeiten: In einem Impfbus können sich Menschen aus Hochinzidenz-Vierteln unkompliziert impfen lassen. Gestartet war die Aktion am Montag, 3. Mai, mit riesigem Andrang in Chorweiler. Doch es fehlt Nachschub. Das NRW-Gesundheitsministerium reagiert jetzt.

  • Kölner Impfbus-Projekt startete am 3. Mai
  • Riesiger Andrang in Köln-Chorweiler
  • Probleme mit Nachschub bei Vorzeigeprojekt

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat in einem Brief an die Landesregierung deutliche Worte gefunden: Die zur Verfügung gestellten 1000 Impfdosen reichen nicht aus, mahnt die OB. Das berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger.

Impfbus in Köln: Oberbürgermeisterin Reker schreibt an Land

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„Um die Aktion fortsetzen und auf andere vulnerable Sozialräume ausdehnen zu können, muss der Ankündigung des Ministerpräsidenten, die Schwerpunktimpfungen zu unterstützen, nun dringend eine weitere Impfstoff-Lieferung des Landes folgen“, sagte Oberbürgermeisterin Henriette Reker am Mittwoch (5. Mai).

Die am Mittwoch gelieferten Impfdosen seien wahrscheinlich am Freitag schon verbraucht. Am Donnerstag, 6. Mai, wird der Impfstoffs von Johnson & Johnson in Chorweiler gespritzt. „Das, was dann noch übrig bleibt, soll am Freitag verimpft werden“, so ein Stadtsprecher. Außer in Chorweiler wollte die Stadt eigentlich auch in Meschenich, Finkenberg, Kalk und Mülheim Schwerpunktimpfungen durchführen. 

Auch die Kölner Corona-Krisenstabsleiterin Andrea Blome hatte in einem Schreiben ans Land noch mal auf den drohenden Impfstopp aufmerksam gemacht. 

Impfbus in Köln: Gesundheitsministerium erläutert Verfahren

Am Donnerstagmittag, 6. Mai, reagierte das Gesundheitsministerium NRW auf eine EXPRESS-Anfrage. Und stellte klar: Bei dem Pilotprojekt in Köln können „Impfstoffdosen genutzt werden, die innerhalb der derzeit laufenden Impfungen von Berechtigten der Priorität 2 (§ 3 CoronaImpfV) keine Verwendung mehr finden können. Für Personen über 60 Jahre, die eine Impfung im Rahmen des Pilotprojekts erhalten, soll regelhaft der Impfstoff des Herstellers Astrazeneca genutzt werden“.

Zusätzlich habe das Land der Stadt Köln für das Pilotprojekt ein Kontingent von 1000 Impfstoffdosen des Herstellers Johnson & Johnson in Kalenderwoche 18 zur Verfügung gestellt. Ein Sprecher des Ministeriums: „Mit diesen Dosen sollen vorrangig diejenigen Personen geimpft werden, die für einen Zweitimpfungstermin nicht oder nur schwer verlässlich erreicht werden können, insbesondere wohnungslose Personen oder Personen mit ungeklärtem Aufenthaltsstatus.“

Impfbus in Köln: Gute Nachricht über Nachschub für Impfaktion

Dann die gute Nachricht: „Weitere 33.000 Dosen Johnson & Johnson stehen ab kommender Woche zur Verteilung für benachteiligte Stadtteile bereit. Insgesamt sind zunächst 100.000 Impfdosen für diese Impfungen vorgesehen. Das weitere Vorgehen wird - basierend auf den ersten Erfahrungen aus Köln - in der kommenden Woche fixiert.“

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Impfaktion in Chorweiler: Dr. Jürgen Zastrow im Gespräch mit Sadia Ali, die sich am 4. Mai impfen lassen wollte. 

Das Gesundheitsministerium werde „zu möglichen Impfungen in sozial benachteiligten Stadtteilen mit einem erhöhten Infektionsgeschehen mit einem gesonderten Erlass auf die Kreise und kreisfreien Städte zugehen und in diesem Zusammenhang auch die Verteilung der dafür zur Verfügung stehenden Impfstoffmengen kommunizieren“.

Impfbus in Köln: Stadt und Land im Gespräch

Die Stadt Köln sei aufgefordert worden, bis zum Ablauf der ersten Projektwoche dem NRW-Ministerium über den Stand und die Erfahrungen des Projekts zu berichten. Geplant sei, dann auch das weitere Vorgehen zu besprechen.

Es sieht also alles danach aus, dass Köln in der nächsten Woche weitere Impfdosen von Johnson & Johnson zur Verfügung gestellt werden können.

Von SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kam deutliche Kritik zu dem ausbleibenden Nachschub. Auf Twitter schrieb er: „Das wichtige Impfprojekt in Kölner Brennpunkten soll nicht weiter gehen weil kein Impfstoff vom Land dafür vergeben wird. Das ist klar ein Fehler. Brennpunkte tragen das höchste Risiko und nirgendwo ist Impfstoff nötiger. Brennpunkten schulden wir Hilfe.“

Am späten Donnerstagnachmittag teilte eine Sprecherin der Stadt Köln mit, dass für die am Freitag und am Samstag stattfindende Schwerpunktimpfung im Caritas-Zentrum in Meschenich Reste des Zusatzkontingents des Landes und Überhang-Kapazitäten aus dem städtischen Impfzentrum verimpft werden.

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